IHK-MAGAZIN
Nr. 7102280
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IHK SH: Fachkräftemonitor

IHK-Fachkräftemonitor macht Handlungsbedarf sichtbar

Der Fachkräftemangel bleibt neben aktuellen Krisen eine der größten Herausforderungen für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein – und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Das zeigt das Sommer-Update des Fachkräftemonitors, mit dem die IHK Schleswig-Holstein nun erstmals ein datenbasiertes Instrument ins Leben gerufen hat, das Arbeitsmarktentwicklungen sichtbar macht und konkrete Handlungsfelder aufzeigt.
Trotz schwächelnder Konjunktur bewerten laut IHK-Konjunkturumfrage 42 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko. Umso alarmierender sind die Zahlen des IHK-Fachkräftemonitors: Bis 2035 droht sich die die Anzahl offener Stellen mehr als zu verdoppeln und auf bis zu 101.000 zu steigen. „Mit dem Eintritt der geburtenstarken Babyboomer-Generation in den Ruhestand wird sich die Situation deutlich zuspitzen. Die Demografie macht keine Konjunkturpause. Wir stehen in Schleswig-Holstein vor einem enormen Ersatzbedarf aufgrund von rund 390.000 Renteneinritten bis 2035“, betont Maik Dammann, Referent im Geschäftsbereich Bildung und Fachkräfte bei der IHK Flensburg.
Erfolgreiche Bemühungen in Bezug auf Zuwanderung und Erwerbsquote sind bereits in den Prognosen eingerechnet. „Sollten diese Anstrengungen nachlassen, droht die Lücke schon bald deutlich weiter aufzubrechen“, warnt Dammann. Besonders deutlich wird: Schleswig-Holstein steuert auf eine „Praktiker-Lücke“ zu. Mehr als 65.000 der fehlenden Arbeitskräfte entfallen auf beruflich qualifizierte Fachkräfte mit abgeschlossener dualer Ausbildung. „Der Fachkräftemonitor zeigt damit, wie wichtig die berufliche Bildung für die Zukunftsfähigkeit des Landes bleibt“, so der Bildungsreferent.
Mit dem IHK-Fachkräftemonitor für Schleswig-Holstein können jetzt Unternehmen, Verwaltung, Politik und Interessierte die Daten selbst einsehen und nutzen.
Das interaktive Dashboard ermöglicht Analysen nach Regionen, Branchen, Berufsgruppen und Qualifikationsniveaus. Grundlage sind Berechnungen der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), in die unter anderem Daten der Bundesagentur für Arbeit, der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sowie des Mikrozensus einfließen. Ergänzt werden diese durch Konjunkturdaten der IHKs. So entsteht ein dynamisches Zukunftsbild, das die Folgen von wirtschaftlichen und politischen Ereignissen berücksichtigt. „Bisher fehlte uns ein Instrument, das die komplexe Situation im Land differenziert und transparent abbildet. Mit dem IHK-Fachkräftemonitor für Schleswig-Holstein können jetzt Unternehmen, Verwaltung, Politik und Interessierte die Daten selbst einsehen und nutzen“, erklärt Maik Dammann. Der IHK-Fachkräftemonitor soll Unternehmen eine fundierte Grundlage für Standort- und Personalentscheidungen bieten und gleichzeitig Politik und Verwaltung dabei unterstützen, Maßnahmen zielgerichteter zu entwickeln. Als zentrale Hebel werden deutlich: eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, schnellere Zuwanderungsverfahren, die stärkere Einbindung älterer Arbeitnehmer sowie eine konsequente Stärkung der dualen Ausbildung.
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Autorin: Joana Detlefs
Veröffentlicht: Juli 2026

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