„Spätschicht: Industrie!“ AVO-Werke zeigen: Nachhaltigkeit und Wachstum sind kein Widerspruch
„Wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung sind kein Widerspruch, sondern Teil einer klaren Strategie, Nachhaltigkeit ist hier keine Nebensache, sondern fest in allen Prozessen entlang der Wertschöpfungskette verankert“ betonte Marc Neuschl, Geschäftsführer der AVO-Werke August Beisse GmbH in Belm, bei der jüngsten „Spätschicht: Industrie!“. Zu dieser hatten die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim und der Industrielle Arbeitgeberverband (IAV) eingeladen, und die Werkstore des größten Arbeitgebers der Gemeinde Belm öffneten sich für einen Einblick in die Erfolge ihres Nachhaltigkeitsmanagement und Produktionsprozess.
Die Teilnehmer der „Spätschicht: Industrie!“ bei den AVO-Werken August Beisse GmbH in Belm. Gemeinsam halten das Schild: (von links): Sabine Stöhr (IAV-Geschäftsführerin), Louis Rosenzweig (Nachhaltigkeitsmanager der AVO-Werke August Beisse GmbH), Marc Neuschl (Geschäftsführer der AVO-Werke August Beisse GmbH) und Anke Schweda (IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie). Foto: Hermann Pentermann
Die AVO-Werke sind im Wirtschaftsraum Osnabrück tief verwurzelt: Mehr als 750 Mitarbeitende fertigen am Standort Belm Gewürzzubereitungen, Marinaden, Saucen und Dressings, von denen 25 Prozent in den Export gehen. Der Leiter der Qualitätssicherung, Dr. Michael Peusch, führte die Gruppe durch Misch- und Abfüllanlagen, vorbei an vollautomatisierten Lagersystemen, in denen fahrerlose Gabelstapler und Hochregaltechnik selbstständig Ware ein- und auslagern. Dass auch in der Verarbeitung modernste Technik zum Einsatz kommt, zeigte unter anderem eine großformatige Mikrowellenanlage zum Auftauen tiefgekühlter Rohstoffe wie Paprikawürfeln, bevor diese in die weiteren Produktionsschritte einfließen.
Einen besonderen Schwerpunkt des Abends bildete das Thema Verantwortung und Nachhaltigkeit. Louis Rosenzweig, Nachhaltigkeitsmanager bei AVO, erläuterte, wie das Unternehmen seit Jahren Nachhaltigkeitsdaten strukturiert erfasst und Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette übernimmt, auch in den Herkunftsländern der Gewürze. Als erstes deutsches Unternehmen der Gewürzbranche wurde AVO mit dem Nachhaltigkeitsstandard des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) zertifiziert. Im Zuge des Nachhaltigkeitsmanagement wurden zudem viele Prozesse reflektiert und es konnten teils durch kleine Anpassungen große Effizienzgewinne erzielt werden, wie der Eindämmung von Druckluftleckagen.
Diese Ausrichtung geht einher mit konsequenten Investitionen in den Standort. Insgesamt fließen über 40 Millionen Euro in Logistikzentrum, Automatisierung und Infrastruktur; allein rund 12 Millionen Euro entfallen auf die Erweiterung der Trockenproduktion, für die im Frühjahr das Richtfest gefeiert wurde. Bemerkenswert dabei: Trotz wachsender Automatisierung steigt die Zahl der Beschäftigten am Standort kontinuierlich weiter an.
Seit 2013 findet im Rahmen der gemeinsamen Kampagne „Industrie ist Zukunft“ von IAV und IHK zweimal im Jahr die „Spätschicht: Industrie!“ statt, um direkt vor Ort die die Leistung der Industrie in der Region hervorzuheben.
