Fachkräfte gewinnen, entwickeln, sichern
Ausbildungsmarkt unter Druck
2025 wurden 3.986 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge registriert. Das entspricht einem Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Entwicklung fällt je nach Berufsgruppe unterschiedlich aus:
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in den gewerblich-technischen Berufen: -0,1 Prozent auf 1.448 Verträge,
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in den kaufmännischen Berufen: -3,1 Prozent auf 2.538 Verträge.
Trotz rückläufiger Gesamtzahlen handelt es sich im gewerblich-technischen Bereich um die zweithöchste Zahl an Neuverträgen seit 2016. Das unterstreicht die anhaltend hohe Bedeutung dieser Ausbildungen für die regionale Fachkräftesicherung.
Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen:
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Landkreis Friesland: +31,7 Prozent, insbesondere durch starke Zuwächse in der Gastronomie sowie in Metallberufen,
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Stadt Wilhelmshaven: -16,8 Prozent, vor allem aufgrund von Rückgängen im Handel, in der Gastronomie sowie in Elektro- und Metallberufen.
Als mögliche Ursachen für die Rückgänge nennen die Betriebe vor allem fehlende oder ungeeignete Bewerbungen. Häufig bestehen Defizite in der Ausbildungsreife, insbesondere in Mathematik, in der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und in der Belastbarkeit. Hinzu kommen eine mangelnde Berufsorientierung – rund 45 Prozent der jungen Menschen sind noch unentschlossen – sowie der Umstand, dass etwa 20 Prozent direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten, ohne zuvor eine weitere Qualifikation zu erwerben.
Neue Wege, junge Menschen zu erreichen
Mit der Bundeskampagne „Ausbildung macht mehr aus uns“ unter dem Hashtag #könnenlernen richten wir uns gezielt an Schülerinnen und Schüler. Ziel der Kampagne ist es, die Attraktivität der dualen Ausbildung in Deutschland zu stärken und junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern. Über digitale Kanäle wurde die Kampagne der Zielgruppe U25 insgesamt 327.600-mal auf dem Smartphone ausgespielt. Ein weiterer Erfolg in diesem Zusammenhang ist die KI-basierte Suchmaschine für freie Ausbildungsplätze aller Berufe.
In Kooperation mit der NWZ ist zudem unser fünfteiliger Podcast „Zwischen Pausenbrot & Perspektive“ entstanden. Er greift Themen rund um Ausbildung und Berufsorientierung in der Region des IHK-Kammerbezirks auf. Institutionen, Auszubildende und Fachexpertinnen und -experten kommen dabei mit unserem Host Julian Reusch ins Gespräch. Die erste Folge wurde Ende August auf allen gängigen Podcast-Plattformen, darunter auch Spotify, veröffentlicht. Bis Ende 2025 erreichten wir 12.300 Streams bei einer Halbzeit-Durchhörquote von 85 Prozent. Im Juni erscheint die zweite Staffel mit sieben bis acht Folgen.
Berufsorientierung systematisch stärken
2025 konnten wir zudem das Berufsorientierungsprojekt „Karriere Duale Ausbildung“ in wissenschaftlicher Begleitung durch das Institut für Ökonomische Bildung erfolgreich abschließen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren und drei Monaten stellte das Projekt eine enge Verbindung zwischen Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie der Wirtschaft her. Ziel war es, alle Beteiligten umfassend in Fragen der Berufsorientierung zu unterstützen und insbesondere über die Chancen und Möglichkeiten des dualen Ausbildungssystems zu informieren. Unter diesem Leitgedanken entstanden zielgruppenspezifische Teilprojekte, die ineinandergreifen. Im Förderzeitraum wurden mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler in persönlichen Gesprächen erreicht.
Im November ist der „KarriereKompass Duale Ausbildung“, unser aktuelles Berufsorientierungsprojekt, gestartet. Das europäisch geförderte, auf drei Jahre angelegte Projekt unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen im Oldenburger Land. Ziel ist es, Betriebe dabei zu stärken, junge Menschen frühzeitig und praxisnah an die regionale Wirtschaft heranzuführen. Durch den systematischen Ausbau betrieblicher Berufsorientierung in Klassenräumen, auf Firmengeländen, durch verbindliche Praxiskontakte und digitale Matching-Angebote stärkt das Projekt die regionale Fachkräftesicherung und baut nachhaltig Brücken zwischen Schule und Betrieb.
Ausbildungsqualität sichtbar machen
Auch die TOP-Ausbildung bleibt gefragt: 2025 konnten zehn Betriebe rezertifiziert werden, vier Unternehmen kamen neu hinzu. Seit 2018 wurden insgesamt 43 Betriebe zertifiziert. Damit wurde 2025 die Marke von 40 zertifizierten Betrieben überschritten. Das Interesse bleibt hoch: Rund 90 Betriebe haben bereits ihr Interesse bekundet, ebenfalls Teil der TOP-Ausbilder zu werden.
Ehrenamt als Rückgrat der Ausbildung
Eine freiwillige Investition in Fachwissen und Zeit leisten Jahr für Jahr auch unsere 2.360 ehrenamtlichen Prüfenden und Aufsichten in 227 Prüfungsausschüssen. Für dieses Engagement in der Aus- und Weiterbildung junger Nachwuchskräfte wurden sie im vergangenen Jahr beim Prüferabend durch unseren Präsidenten Jan Müller geehrt. Alle IHK-Prüferinnen und -Prüfer sind hauptberuflich in Unternehmen, Berufsbildenden Schulen oder als Dozierende in der Region tätig. Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz sind sie eine tragende Säule der dualen Ausbildung und der höheren Berufsbildung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft im Oldenburger Land.
Kompetenzen für die Zukunft entwickeln
An unseren insgesamt 453 Veranstaltungen im Bereich der Weiterbildung nahmen 2025 insgesamt 3.685 Personen teil. Das waren 17 Veranstaltungen mehr, aber 272 Teilnehmende weniger als im Vorjahr. Hintergrund sind Kooperationsformate mit Bildungspartnern, an denen sich teils nur einzelne Mitarbeitende aus dem Oldenburgischen beteiligten.
In 63 IHK-Firmenseminaren haben wir 775 Mitarbeitende geschult. Thematisch standen Führung und Kommunikation im Mittelpunkt. Darüber hinaus unterstützten wir Auszubildende dabei, sich besser in der Arbeitswelt zurechtzufinden, das Telefon professionell einzusetzen und sich selbst gut zu organisieren.
Zudem haben bei uns 2025 mehr als 1.000 Teilnehmende 2025 an Verkehrsprüfungen teilgenommen. Damit haben wir einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Fahrermangels und zur Qualifikation im Verkehrsgewerbe geleistet.