Flächen-Lage-Modell kommt

Grundsteuer: Was Betriebe wissen müssen

Mit der Grundsteuerreform zum 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer neu berechnet. Aber schon in diesem Jahr wollen die Finanzämter den Grundbesitz neu bewerten und die neuen Grundsteuermessbeträge festsetzen. Sie verlangen dazu bis 31. Oktober 2022 eine Auskunft. Man kann seine künftige Grundsteuer bereits berechnen.

Was Eigentümer tun müssen

Um die Neubewertung durchführen zu können, benötigt das Finanzamt für jedes Grundstück eine „Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts“. Bis zum 31.10.2022 muss diese bei dem zuständigen Finanzamt abgeben werden. Hierzu haben Sie ein Schreiben vom Finanzamt erhalten, indem kompakt die wichtigsten Informationen vorgestellt werden. Das Landesamt für Steuern Niedersachsen hat eine Anleitung/Video zur Erstellung der Grundsteuererklärung erstellt. 

Der Grundsteuerwert setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen

  • die Fläche des Grundstücks,
  • die Fläche des Gebäudes,
  • die Nutzung der Immobilie,
  • den Bodenrichtwert des Grundstücks und
  • den durchschnittlichen Bodenrichtwert der Gemeinde
Mit den angegebenen Werten ermittelt das Finanzamt die neue Grundsteuer. Es berücksichtigt allerdings weitere, feste Werte.
Das Alter oder der Zustand eines Gebäudes spielen für die Bewertung keine Rolle. Vielmehr wendet das Finanzamt dann feste Berechnungsgrößen an, sog.  Äquivalenzzahlen. Diese betragen
  • für das Grundstück 0,04 Euro/Quadratmeter
  • für Gebäude 0,50 Euro/ Quadratmeter.
Die Grundsteuermesszahl beträgt sowohl für den Grund und Boden als auch für Gebäudeflächen grundsätzlich 100 Prozent. Handelt es sich um Wohnflächen, ermäßigt sich für diese die Steuermesszahl auf 70 Prozent. Bei denkmalgeschützten Gebäuden und sozialem Wohnungsbau reduziert sich die Grundsteuermesszahl um weitere 25 Prozent.
In Niedersachsen spielt auch der Lage-Faktor eine besondere Rolle: (Bodenrichtwert des Grundstücks / durchschnittlicher Bodenwert der Gemeinde) 0,3. Der Lage-Faktor wird auf zwei Nachkommerstellen gerundet.
Die Bodenrichtwerte und Durchschnittswerte werden von der Vermessungs- und Katasterverwaltung an die Finanzämter übermittelt.
Gut zu wissen: Für die Grundstücksbesitzer lässt sich der Faktor mithilfe des Grundsteuer-Viewers nachvollziehen. Dort wird auch für jede Gemeinde der durchschnittliche Bodenwert veröffentlicht.

So wird gerechnet

Wer seine zukünftige Grundsteuer berechnen will, wendet folgende Formel an:
Grundsteuermessbetrag
=
Grundstücksfläche x 0,04 EUR je Quadratmeter x Lagefaktor x Grundsteuermesszahl
+
Gebäudeflache x 0,5 EUR je Quadratmeter x Lagefaktor x Grundsteuermesszahl
Grundsteuer
=
Grundsteuermessbetrag x Hebesatz der Gemeinde

Forderung: Mehr Zeit für die Umsetzung

Der DIHK fordert, die Frist pragmatisch um sechs Monate bis Ende April 2023 zu verlängern, denn den Unternehmen mangelt es derzeit wahrlich nicht an Herausforderungen. Auch eine bürokratieärmere Umsetzung wäre wünschenswert.  Damit würden nicht nur Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger deutlich entlastet, sondern die Steuerberaterinnen und Steuerberater sowie die Finanzverwaltung selbst.  Die alle sieben Jahre vorgesehene Aktualisierung der Daten wäre erheblich einfacher ( Forderungen des DIHK).