Ausbildung: Nachrichten

Digitale Lernbegleitung für Auszubildende und Ausbilder

Die  Corona-Pandemie  erfordert  den  Umgang mit einer neuen Rolle als „Lern-begleiter“, der nicht nur das „Führen auf Distanz“ beherrschen muss, sondern der auch in der Lage sein muss, betriebliche Lerninhalte individuell mit digitalen Medien und kreativen Methoden zu vermitteln.

Duale Ausbildung - Keinzelle der Wirtschaftskraft

Pforzheim, 15.02.2021 Berufliche Bildung und insbesondere die duale Ausbildung war und ist  Keimzelle der  baden-württembergischen Wirtschaftskraft in allen Branchen. Aktuell  durchlaufen  in  Baden-Württemberg   ca. 200.000  Menschen  eine duale Ausbildung. Die IHK Nordschwarzwald konzipiert eine innovative Weiterbildung für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Auszubildende aus kleinen und mittleren Unternehmen, die sie fit macht für die digitalen Herausforderungen in der Beruflichen Bildung. Das Projekt, das nach der Pilotphase in ganz Baden-Württemberg ausgerollt werden soll, wird vom baden-württembergischen Ministerium für Wirt-schaft, Arbeit und Wohnungsbau mit rund 97.000 Euro gefördert.

Offensichtlicher Unterstützunsbedarf

Die aktuelle Corona-Pandemie stellt die Ausbildungsbetriebe vor neue und große Herausforderungen. Während  in  diesen  wirtschaftlich unsicheren Zeiten landesweit ein Rückgang der Auszubildendenzahl von mehr als zehn Prozent für den Ausbildungsstart zum  1.  September  2020  im  Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen war, verdeutlicht dies auch einen offensichtlichen  Bedarf  an  Unterstützung  der  Ausbildungsbetriebe mit ihren Ausbildern. Erfreulicherweise halten gerade kleinere und mittlere Ausbildungsbetriebe an der dualen Ausbildung fest. In  den  nächsten  Jahren  gilt  es,  gerade  diese Betriebe zu unterstützen. Während des Lockdowns ab Mitte März 2020  mussten  auch  die  Ausbilder  ihrer  Aufgabe  oftmals  auf  Distanz  nachkommen, in manchen Fällen bzw. in manchen Branchen auch aufgrund einer behördlich angeordneten  Schließung  des  Betriebs.  Viele Ausbilder kleinerer Betriebe waren ad hoc mit einem enorm angestiegenen Mehraufwand konfrontiert.Die  Corona-Pandemie  erforderte  den  Umgang mit einer neuen Rolle als „Lern-begleiter“, der nicht nur das „Führen auf Distanz“ beherrschen muss, sondern der auch in der Lage sein muss, betriebliche Lerninhalte individuell mit digitalen Medi-en und kreativen Methoden zu vermitteln. Dies erfordert Kompetenzen, die durch die Ausbildereignungsprüfung  allein  nicht  sichergestellt werden. Viele Lerninhalte müssen einerseits sachkundig eingesetzt werden  und  können  andererseits  den  individuellen  Bedarf  mit  der  konkreten  Ausbildungssituation  ohne  Individua-lisierung nur selten abbilden. Der akute Handlungsbedarf und die Angebotslücke werden genau hier gesehen: betriebliche Ausbildungsinhalte gilt es nicht nur zu digitalisieren,  sondern  dabei  auch  dem  hohen Individualisierungsgrad gerecht zu werden.

Lernmittel selbst herstellen

Ziel des Projektes ist es, bedarfsgerechte Weiterbildungsangebote für Ausbilder und Auszubildende von kleinen und mittleren Ausbildungsbetrieben zu entwickeln. Die Beteiligten  werden  dabei  zur  selbständigen  Konzeption  eigener  Lerninhalte  ausgebildet.  Sie  sind  dann  in  der  Lage, individualisierbare, ausbildungsspezifische und ausbildungsübergreifende Lerninhalte wie beispielsweise Lernvideos und kleinere Lernspiele zu produzieren und im betrieb-lichen „Ausbildungstandem“ – Ausbilder und  zugehöriger  Auszubildende/r  –  für  ein  gemeinsames  Lernen  anzuwenden.  Zielgruppe  sind  also  zum  einen  aktive  Ausbilder und zum anderen Auszubildende im zweiten  bzw. dritten Lehrjahr von klei-neren und mittleren Ausbildungsbetrieben. Mit  diesem  Projekt  sollen  sich  die  Ausbilder und Auszubildende kleinerer und mittlerer  Betriebe  außerdem  nachhaltignoch besser ausbildungsbetriebsübergrei-fend vernetzen können – auch zu Gunsten zukünftiger Ausbilder- und Auszubildenden-Generationen.Start des Projektes ist am 1. Januar 2021, die Pilot-phase mit ersten Teilnehmern ist im Herbst 2021 geplant, die Laufzeit des geförderten Projektes endet im November 2022. Das Ministerium  für  Wirtschaft,  Arbeit  und  Wohnungsbau unterstützt das Projekt mit Finanzmitteln in Höhe von rund 97.000 Euro über die gesamte Laufzeit.
Tanja Traub