Bildung & Prüfung
- Blick auf den Ausbildungsmarkt
- IHK-Prüfungen in der Ausbildung und der höheren Berufsbildung
- Sach- und Fachkundeprüfungen, Unterrichtungen
- Prüferinnen und Prüfer – starkes ehrenamtliches Engagement
- Internationale Fachkräfte
- Ausbildungskonsens MEO: Austausch stärken – Partnerschaft leben
- Ausbildung digital: Effiziente Prozesse
Weniger neue Ausbildungsverträge, aber weiterhin starkes Engagement in Prüfungen und Weiterbildung: Die IHK blickt auf ein herausforderndes Jahr 2025. Tausende Prüfungen in Ausbildung, höherer Berufsbildung sowie Sach- und Fachkunde belegen die zentrale Rolle der IHK für die Fachkräftesicherung in der MEO-Region. Möglich wird dies durch den Einsatz von mehr als 1.100 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern.
Blick auf den Ausbildungsmarkt
Die Zahlen zum Ausbildungsmarkt vom 31. Dezember 2025 entwickeln sich rückläufig. Insgesamt wurden bei der IHK 2.987 Ausbildungsverträge abgeschlossen, ein Minus von 6,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Landesweit betrachtet steht die MEO-Region etwas besser dar als der Durchschnitt.
Rückläufige Entwicklung
Die Ausbildungszahlen in der Region zeigen 2025 einen rückläufigen Trend mit einem Minus von 6,5 %. Der Rückgang ist kein lokales Phänomen. NRW-weit sind die Ausbildungszahlen um 7,2 % zurückgegangen. In den MEO-Städten ist die Entwicklung unterschiedlich: Essen verzeichnet mit -9,1 % den stärksten Rückgang. Mülheim liegt leicht im Plus bei 2 %, getragen vor allem von kaufmännischen Berufen. Oberhausens Ausbildungszahlen sinken um 4 %. Ursache für den Rückgang ist vor allem der Mangel an gemeldeten Ausbildungsstellen. Die schwache Wirtschaftslage und die dadurch zurückhaltende Ausbildungsbereitschaft der Betriebe bremst den zuletzt positiven Trend. Die IHK ist besorgt, dass diese Trends die Fachkräfteversorgung in der Region mittel- bis langfristig belasten könnten. „Wer heute nicht ausbildet, steht morgen ohne Fachkräfte da.“, Robert Schweizog, Geschäftsfeldleiter Bildung & Prüfung. Um dem entgegenzuwirken, hat die IHK gezielt Unternehmen angesprochen, die ihre Ausbildung reduziert oder eingestellt haben. Ihnen wurden Wege aufgezeigt, wieder eigene Fachkräfte auszubilden und die Ausbildungszahlen stabil zu halten.
IHK-Prüfungen in der Ausbildung und der höheren Berufsbildung
Bei den Abschlussprüfungen zeigt sich insgesamt eine positive Entwicklung. Im Jahr 2025 legten 2.816 Absolventinnen und Absolventen ihre Prüfung ab. 1.807 Personen haben bestanden – das entspricht einer Bestehensquote von 73 %. Im Vergleich zu den Vorjahren liegt dieser Wert etwas niedriger.
Besonders erfreulich ist die Zahl der Spitzenergebnisse: 126 Auszubildende erreichten die Bestnote „sehr gut“. Sie wurden im Rahmen der IHK-Bestenehrung bei Topgolf in Oberhausen für ihre herausragenden Leistungen feierlich ausgezeichnet.
Darüber hinaus vertraten vier Auszubildende aus Mülheim, Essen und Oberhausen die MEO-Region bei der Landesbestenehrung in Soest. Sie gehörten zu den besten Nachwuchskräften Nordrhein-Westfalens in ihren jeweiligen Ausbildungsberufen.
Neben den Abschlussprüfungen für Auszubildende engagierten sich die Prüfungsausschüsse der IHK auch im Bereich der beruflichen Neuorientierung und des Quereinstiegs: Insgesamt wurden 675 Prüfungen im Rahmen von Umschulungen sowie 77 Prüfungen für externe Prüfungsteilnehmende abgenommen.
Dass berufliche Entwicklung mit dem ersten Abschluss nicht endet, zeigt die hohe Zahl an Teilnehmenden in der höheren Berufsbildung. 738 Personen entschieden sich für eine Weiterqualifizierung, etwa zum Fachwirt, Meister oder Betriebswirt, um ihre Karrierechancen gezielt auszubauen.
Darüber hinaus legten 785 angehende Ausbilderinnen und Ausbilder erfolgreich die Ausbildereignungsprüfung ab und übernehmen damit künftig Verantwortung in der beruflichen Ausbildung des Fachkräftenachwuchses.
Sach- und Fachkundeprüfungen, Unterrichtungen
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Im Jahr 2025 verzeichnete die IHK erneut eine hohe Nachfrage bei Sach- und Fachkundeprüfungen sowie bei Unterrichtungen. In nahezu allen Bereichen stieg die Zahl der Teilnehmenden weiter an.
Insgesamt absolvierten 404 Personen die Beschleunigte Grundqualifikation für Berufskraftfahrer. An den Güterkraftverkehrsprüfungen nahmen 48 Personen teil. Die Prüfungen im Taxi- und Mietwagengewerbe verzeichneten 258 Teilnehmende.
Besonders stark nachgefragt waren die Angebote im Bewachungsgewerbe: 1.818 Personen legten die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe ab, weitere 600 Personen nahmen an der Unterrichtung im Bewachungsgewerbe teil.
Die Gaststättenunterrichtung besuchten 154 Personen. Die Sachkenntnisprüfung im Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln wurde 368-mal durchgeführt.
Im Bereich Gefahrgut absolvierten 427 Personen die Schulung für Gefahrgutfahrer, während 50 Personen an der Schulung für Gefahrgutbeauftragte teilnahmen.
Damit unterstreicht die IHK ihre zentrale Rolle bei der Qualifizierung in sicherheitsrelevanten und gewerblichen Bereichen.
Prüferinnen und Prüfer – starkes ehrenamtliches Engagement
Dankbar ist die IHK für mehr als 1.100 Personen, die wieder aktiv in unseren Prüfungsausschüssen mitgewirkt haben. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement unserer Prüferinnen und Prüfer könnte die IHK die, für den Arbeitsmarkt so relevanten, zukünftigen Fachkräfte nicht prüfen. Da eine Vielzahl unserer Prüferinnen und Prüfer selbst aus der Praxis ist, bleiben die Prüfungen stets „up to date“. Fast 80 Prüferinnen und Prüfer konnten im Jahr 2025 ihr Jubiläum feiern. Als Zeichen der Wertschätzung gab es für sie eine feierliche Ehrung in sportlichem Ambiente bei Top Golf in Oberhausen. Das Gemeinschaftsgefühl, das im Rahmen der Prüfungen entsteht, wurde durch gemeinsames Golfspielen und den persönlichen Austausch besonders deutlich. Die Ehrung der Jubilare für 10-, 20-, 25-, 30- und 40-jähriges ehrenamtliches Engagement wurde so zu einem besonderen Erlebnis.
Internationale Fachkräfte
Fortsetzung des Projekts „Hand in Hand for International Talents“ – Ausländische Fachkräfte rekrutieren
Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung. Um Potenziale internationaler Fachkräfte zu erschließen, beteiligt sich die IHK zu Essen weiterhin am Projekt „Hand in Hand for International Talents“ der DIHK Service GmbH und der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Ziel des Pilotprojekts ist es, qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten für deutsche Unternehmen zu gewinnen. Erprobt wird ein praxistauglicher, durchgehend begleiteter Migrationsprozess – von der Rekrutierung im Ausland über digitale Vorstellungsgespräche und die Anerkennung des Berufsabschlusses bis zur Unterstützung bei der Integration.
Bei den monatlichen Recruiting-Days lernen Unternehmen im virtuellen Speeddating-Format geeignete Kandidatinnen und Kandidaten kennen. Ein Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr hat bereits zwei vietnamesischen Köchen/Küchenfachkräften eine Einstellungszusage erteilt.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.
Mit UBAconnect die passende internationale Fachkraft finden
Die IHK Essen unterstützt das Projekt Unternehmen Berufsanerkennung bei der Umsetzung von UBAconnect.
In dem Projekt haben Unternehmen die Möglichkeit, Fachkräfte mit bereits teilanerkanntem ausländischem Berufsabschluss zunächst befristet einzustellen und sie im Rahmen einer sogenannten Anpassungsqualifizierung gezielt bei der Nachqualifizierung zu begleiten. Ziel ist die volle Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation in Deutschland – und perspektivisch die langfristige Bindung einer qualifizierten Fachkraft an das eigene Unternehmen. Durch die enge Begleitung im betrieblichen Alltag lernen Unternehmen die neuen Mitarbeitenden frühzeitig kennen, können sie passgenau für ihre Aufgaben qualifizieren und prüfen, ob eine dauerhafte Zusammenarbeit sinnvoll ist. zu übernehmen.
Weitere Informationen zum Projekt und zum Unternehmensnetzwerk erhalten Sie hier: https://www.unternehmen-berufsanerkennung.de/netzwerk
Ausbildungskonsens MEO: Austausch stärken – Partnerschaft leben
Der Ausbildungskonsens MEO mit unseren Partnern – darunter die Agentur für Arbeit, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Städte Mülheim an der Ruhr, Essen und Oberhausen, die Kreishandwerkerschaften sowie weitere Akteure der beruflichen Bildung – wurde 2025 neu aufgestellt, um den Austausch noch enger und verbindlicher zu gestalten. Ziel ist es, die partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter zu stärken und gemeinsame Aktivitäten zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses besser aufeinander abzustimmen.
Neben den zweimal im Jahr stattfindenden strategisch ausgerichteten Treffen findet nun ein monatliches digitales Update statt. In diesem Format tauschen sich die Partner kurzfristig über aktuelle Entwicklungen am Ausbildungsmarkt aus und informieren sich gegenseitig über eigene Veranstaltungen und Projekte.
Ausbildung digital: Effiziente Prozesse
Im Jahr 2025 wurden die digitalen Services im Ausbildungsbereich der IHK Essen konsequent weiterentwickelt. Mit dem Start des „Asta-Infocenters“ im März begann das strukturierte Onboarding der Ausbildungsbetriebe. Begleitende Sprechstunden unterstützten die Unternehmen bei der Einführung und werden auch 2026 fortgeführt. Über 800 Ausbildungsbetriebe nutzen das Angebot schon. Das „Azubi-Infocenter“ ist als verlässlicher Bestandteil der digitalen Infrastruktur für die Auszubildenden selbst etabliert.
Ein weiterer Meilenstein war der flächendeckende Rollout von „DiPa Ausbildung“, wodurch die digitale Einreichung von Projektanträgen und -dokumentationen etabliert und das bisherige System schrittweise abgelöst wurde. In Verbindung mit dem Asta-Infocenter gewinnt auch die „Online-Prüfungsanmeldung“ zunehmend an Bedeutung; parallel wurden analoge Prozesse effizient umgestellt. Die „PrüferApp“ wird kontinuierlich ausgebaut und soll 2026 um digitale Bewertungsbögen für mündliche Prüfungen ergänzt werden. Auch die „Online-Verzeichnisführung“ trägt mit beschleunigten, medienbruchfreien Prozessen dazu bei, Verwaltungsabläufe weiter zu vereinfachen – perspektivisch ist die vollständige digitale Einreichung von Ausbildungsverträgen vorgesehen.
