11.11.2022

Immer mehr Betriebe melden eine schwierige Finanzlage

Probleme im Hotel- und Gaststättengewerbe besonders groß
Der Blick in die Gewinn- und Verlustrechnung ist bei zunehmend weniger Betrieben erfreulich. Immer mehr Betriebe melden eine schwierige Finanzlage. In der Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken 3. Quartal 2022 beschreibt rund ein Drittel (32 %) aller regionalen Unternehmen seine Finanzierungssituation als problematisch. Im Frühsommer waren es 27 %, zu Jahresbeginn 2022 noch rund ein Viertel (26 %).
Alarmierend ist nicht nur die steigende Zahl der betroffenen Unternehmen. Auch der Anstieg quer über alle Branchen ist besorgniserregend. Es geht hier um Existenz und Substanz der regionalen Wirtschaft.
Im Branchenvergleich hat sich die Finanzlage gegenüber dem Frühsommer 2022 vor allem im Großhandel, in der Industrie und bei den Dienstleistungen verschlechtert. Im Frühsommer 2022 hatte ein Fünftel der Großhändler und jeweils ein Viertel der Industrie und der Dienstleister über Finanzierungsprobleme berichtet. Nun sind es 29 % der Großhändler und fast ein Drittel in der Industrie und im Dienstleistungssektor.
Problematisch gesehen wird von den Unternehmen am häufigsten der Eigenkapitalrückgang (15 % Prozent über alle Branchen hinweg nach 12 % im Frühjahr 2022). Derzeit werden also die Polster in den Unternehmen aufgezehrt.
Innovations- und Investitionspotenziale begrenzt
Dass weiterhin ein bedeutender Teil der Unternehmen von Liquiditätsengpässen berichtet (11 %), ist den kräftig steigenden Preisen vor allem für Energie, aber auch für Rohstoffe, Vorprodukte und Logistikleistungen geschuldet.
Im Vergleich zum Frühjahr 2022 hat auch der Anteil der Unternehmen zugenommen, die sich Forderungsausfällen gegenübersehen (6 % nach zuvor 4 %). Viele Unternehmen hatten sich bereits zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie stärker verschuldet. Nun sehen sie sich mit verschärften Kreditvergaberichtlinien der Banken und steigenden Zinsen konfrontiert. Auch der Zugang zu Finanzierungen wird deshalb zunehmend schwieriger.
Lage im Hotel- und Gaststättengewerbe besonders problematisch
Besonders schlecht ist die finanzielle Lage im Hotel- und Gaststättengewerbe. Hier liegt der Anteil der Unternehmen, die ihre aktuelle Finanzlage als problematisch beschreiben, mit 54 % stark über dem Durchschnitt von 32 %.
Eine "drohende Insolvenz" befürchten 8 % der Gastrobetriebe. Deutlich mehr als im Schnitt der Gesamtwirtschaft mit 1 %. 46 % der Unternehmen sehen sich einem Eigenkapitalrückgang gegenüber. Der Anteil derjenigen, die von Liquiditätsengpässen berichten, liegt bei mehr als einem Fünftel (22 %).