Europa ist Innovationshub für 3D-Druck

Aus der Studie "Patente und additive Fertigung - Trends bei 3D-Druck-Technologien" geht hervor, dass 47 % (7 863) aller AM-Erfindungen, für die im Zeitraum 2010-2018 Patentanmeldungen beim EPA eingereicht worden sind,  auf europäische Länder entfallen. Europas führende Position ist vor allem auf den Beitrag Deutschlands zurückzuführen, das für 19 % (3 155) aller AM-Anmeldungen verantwortlich zeichnet.  Aber auch Spanien, Belgien, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und die Niederlande zeigen eine starke Spezialisierung in diesem Bereich. Im weltweiten Vergleich sind mit 35 % (5 747) der Anmeldungen jedoch die USA das Top-Herkunftsland.
Die Daten zeigen auch, dass AM-Technologien in zahlreichen Wirtschaftszweigen zum Einsatz kommen. Die größte Nachfrage nach Patenten für additive Fertigungsverfahren (4 018 Anmeldungen) verzeichnet seit 2010 der Gesundheitssektor, gefolgt von Energie und Verkehr (2 001 bzw. 961 Anmeldungen). Ein stark steigendes Anmeldeaufkommen ist ferner bei Industriewerkzeugen, in der Elektronik, im Bauwesen, bei Konsumgütern und sogar in der Lebensmittelbranche zu beobachten.
Diese Branchenvielfalt spiegelt sich auch im Profil der größten Anmelder beim EPA wider. Wie die Analyse zeigt, wurden rund 30 % (6 548) aller AM-Patentanmeldungen zwischen 2000 und 2018 von 25 Unternehmen eingereicht. Angeführt wird da Ranking von Unternehmen so unterschiedlicher Branchen wie Transport, Chemie und Pharma, IT, Elektronik, Bildverarbeitung und Konsumgüter sowie 3D-Druck selbst (Stratasys, 3D Systems, EOS) von den US-Firmen General Electric und United Technologies sowie dem deutschen Siemens-Konzern auf dem dritten Platz. Auch insgesamt dominieren bei den 25 führenden Anmeldern die USA und Europa mit jeweils elf bzw. acht Unternehmen.
Aus der Studie geht ferner hervor, dass zwar zwei Drittel der Patentanmeldungen für AM-Technologien von sehr großen Unternehmen eingereicht wurden. 10 % (2 148) stammten aber aus Unternehmen mit 15 bis 1 000 Beschäftigten, 12 % (2 584) von Einzelerfindern und kleinen Unternehmen mit weniger als 15 Beschäftigten sowie 11 % (2 448) von Universitäten, Krankenhäusern und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Diese drei Kategorien sind somit auch als wichtige Akteure der AM-Innovationslandschaft anzusehen.
Weitere Informationen finden sie unter: https://www.epo.org/news-events/news/2020/20200713_de.html
(Quelle: EPA)