IHK-Jahresbericht 2025
Nr. 6827008
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IHK-Ausschüsse

Berufsbildungsausschuss: Besondere Bedürfnisse Auszubildender begutachtet und integriert

Insbesondere der Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt und den Fortschritten beim Angebot von Berufssprachkursen für ausländische Auszubildende widmeten sich die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses im Jahr 2025 mit kritischer Betrachtung und lebhafter Diskussion. Auch der Stand des Projektes Bildungsketten sowie die Maßnahmen und Entwicklungen im Rahmen der Azubi-Bundeskampagne “Jetzt #könnenlernen“ wurden ausführlich begutachtet.
Einen zentralen Schwerpunkt der Sitzungen bildete die Vorstellung der Umfrageergebnisse zur Situation der Berufs- und Studienorientierung an den allgemeinbildenden Schulen im IHK-Bezirk. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet und der Vollversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss auch mit rechtlichen Themen.
So haben die Mitglieder unter anderem die Musterfeststellungsordnung beschlossen, welche das Verfahren zur Feststellung und Bescheinigung der individuellen beruflichen Handlungsfähigkeit regelt. Ziel des beruflichen Feststellungsverfahrens (Validierung) ist es, berufliche Potenziale sichtbar zu machen, qualifizierte Fachkräfte im Unternehmen zu halten und weiterzuentwickeln und somit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten.
Daneben verabschiedete der Ausschuss die besonderen Rechtsvorschriften für die Fortbildungsprüfung zum Geprüften Berufsspezialisten bzw. zur Geprüften Berufsspezialistin für Verteilnetztechnik.

Handelsausschuss: Partnerschaft zukunftsfähiger Innenstädte endlich arbeitsfähig

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Handelsausschusses war die Revitalisierung der Innenstädte Sachsen-Anhalts. Die seit drei Jahren währenden Bemühungen für eine “Partnerschaft für zukunftsfähige Innenstädte und Zentren in Sachsen-Anhalt” trug Früchte: Weitere innenstadtrelevante Partner wurden aufgenommen, eine Bestandsaufnahme aller bereits vorhandenen Initiativen, Aktivitäten und Maßnahmen für Innenstädte in Sachsen-Anhalt erarbeitet und auf deren Grundlage “Angebots-Lücken” identifiziert.
Neben strukturellen standen dabei auch aktuelle Herausforderungen wie die Absicherung öffentlicher Großveranstaltungen als besondere Innenstadtmagnete im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Wirtschafts-, Justiz- und Innenministerien sollen Grundlagen und Möglichkeiten geeigneter Sicherheitskonzepte erörtert werden.
Viel diskutiert haben die Ausschussmitglieder außerdem zu den Verstößen von Onlinemarktplätze aus Drittstaaten gegen fairen Wettbewerb. Die im DIHK-Positionspapier “Für fairen E-Commerce” aufgeführten gemeinsamen Forderungen gestaltete der Handelsausschuss aktiv mit. Sie sollen die Grundlage dafür bilden, das Thema in die politische Diskussion zu heben, um den Wettbewerb in Folge der dann zu findenden Maßnahmen fairer zu gestalten. Aufgrund der für diese Entscheidungen verantwortlichen politischen Ebene, der EU, ist dies jedoch erst längerfristig zu erwarten.

Ausschuss für Industrie, Agrar- und Baugewerbe: Rahmenbedingungen des Industriestandorts kritisch beleuchtet

Die Herausforderungen und Chancen des Industriestandorts Sachsen-Anhalt standen 2025 schwerpunktmäßig im Mittelpunkt der Arbeit des Industrieausschusses.
Diskutiert wurde zu Themen wie Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 4667 KB), Energieversorgung und zur Transformation der Industrie im Strukturwandel. Dazu gehörte auch ein Blick auf den Aufbau des neuen Centers for Transformation of the Chemistry (CTC) und dessen Bedeutung für die chemische Industrie sowie eine Diskussion um Strategien, wie Industrieunternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig bleiben können.
Durch den regelmäßigen Austausch mit Politik und Verwaltung und das Einbringen praxisnaher Perspektiven und Beiträge, wie einer aktuellen Übersicht der Berichtspflichten von Unternehmen, leistete der Ausschuss einen konkreten Beitrag dazu, praktische Herausforderungen in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.
Bereits vollzogene Entlastungen wie die Abschaffung der Gasspeicherumlage, die Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe sowie Änderungen auf EU-Ebene wie das OMNIBUS-Programm gilt es nun zu beobachten und ihre Auswirkungen zu prüfen.
Maßnahmen, die bereits thematisiert aber noch nicht umgesetzt wurden, wie Erleichterungen beim Energieeffizienzgesetz und die Senkung der Stromsteuer, will der Ausschuss weiterhin einfordern, um eine wettbewerbsstärkende Wirtschaftspolitik voranzutreiben.

Tourismusausschuss: Grundsatzpositionen zur Stärkung des Wirtschaftsfaktors Tourismus erarbeitet

Der Tourismusausschuss der IHK Halle-Dessau befasste sich im Jahr 2025 schwerpunktmäßig mit der Erarbeitung der “Tourismuspolitischen Grundsatzpositionen (PDF-Datei · 8110 KB)”, die Ende September von der IHK-Vollversammlung verabschiedet und an die tourismuspolitischen Entscheidungsträger auf kommunaler, Landkreis- und Landesebene übermittelt wurden.
Ziel und Anliegen des Positionspapiers: den Tourismus als bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Sachsen-Anhalt anzuerkennen und eine aktive, branchenübergreifende Tourismuspolitik auf Landes- und kommunaler Ebene einzufordern. Zentrale Handlungsfelder sind der Ausbau und die Sicherung der touristischen Infrastruktur, das strategische Standortmarketing und die Förderung neuer Ansiedlungen (v. a. Beherbergungs- und Freizeitwirtschaft), die Gewinnung und Bindung von Fachkräften, der Bürokratieabbau und die Sicherung einer nachhaltigen Tourismusfinanzierung.
Weitere Themen, mit denen sich die Ausschussmitglieder befasst haben, waren die Findung und Bindung von Fach- und Arbeitskräften im Tourismus, die bessere Erreichbarkeit touristischer Ziele, die Unternehmenssicherung und -nachfolge im Gastgewerbe sowie Servicequalität und Barrierefreiheit im Tourismus. Als Datenbasis dazu dienten die IHK-Saisonumfrage Tourismus sowie das IHK-Freizeitbarometer (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 7847 KB).

Verkehrsausschuss: Mehrfach zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur beigetragen

Im Mittelpunkt der Arbeit des Verkehrsausschusses stand 2025 die Mitwirkung an strategischen Planungen zur Verbesserung der verkehrlichen Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt. Dabei begleitete der Ausschuss zum Beispiel die Erarbeitung des neuen ÖPNV-Landesplans 2027/28 und brachte Anregungen zu Finanzierungsfragen, Qualitätsvorgaben und landesweiten Standards ein. Diese Arbeit wird auch nach 2025 andauern und voraussichtlich 2027 in eine abschließende Stellungnahme münden.
Auch die Diskussion zur A 143 Westumfahrung Halle (Saale) haben die Ausschussmitglieder thematisiert und durch eine aktive Medienarbeit begleitet. Aufgrund absehbarer Verzögerungen lud der Ausschuss einen Vertreter der DEGES ein, Einblick in den Stand der Arbeiten zu geben und um diesen zugleich auf die Bedeutung einer zeitnahen Verkehrsfreigabe für die regionale Wirtschaft aufmerksam zu machen.
Im August zeigte sich ein Erfolg der Ausschussarbeit zu Jahresbeginn: In Folge eines Strategiegesprächs zur angespannten Situation des Taxigewerbes mit dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales ergab sich eine Flexibilisierung bei der bisher obligatorischen Taxifarbe, die zu einer Kostenersparnis von etwa 3.000 Euro je Fahrzeug und damit zur Minderung des Kostendrucks auf die Taxi-Unternehmen führt.
In Summe leistete der Verkehrsausschuss 2025 damit einen aktiven Beitrag dazu, die Wirtschaft frühzeitig in zentrale Planungsprozesse einzubinden.
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