Rückblick

Unsere Aufgabe: Der südhessischen Wirtschaft eine Stimme geben

Die Sperrung der Zeller Brücke, die US-Zollpolitik und die tiefgreifenden Veränderungen durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz: Christian Jöst und Robert Lippmann blicken zurück auf 2025.
„Wirtschaftliche Stärke entsteht nicht von allein. Sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen, leistungsfähige Infrastrukturen, engagierte Unternehmen und gut ausgebildete Fachkräfte – und eine Region, die Veränderungen aktiv gestaltet. Genau daran haben wir auch 2025 gearbeitet.
Unser Auftrag ist klar: Wir geben unseren rund 65.000 Mitgliedsunternehmen in Südhessen eine Stimme, bringen Praxiserfahrungen in politische Entscheidungen ein und unterstützen Unternehmen durch Beratung, Bildung, Vernetzung und Service.
Wir mischen uns ein: Wenn bürokratische Hürden unsere Mitgliedsunternehmen über Gebühr belasten, haken wir nach, beziehen Stellung, untermauern unsere Positionen mit validen Daten, um gute und vor allem nachhaltige Lösungen mit den politischen Entscheidungsträgern herbeizuführen. Ein erfolgreicher Ansatz, wie das Beispiel „Zeller Brücke“ zeigt: Das „Odenwaldtempo“, mit dem dieses Bauvorhaben jetzt vorangetrieben wird, kann eine Blaupause für andere Infrastrukturprojekte sein – und zwar bundesweit. Weitere Themen in 2025 waren unter anderem die Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer oder die Versorgung mit den Rohstoffen aus der Region. Auch hier haben wir uns klar positioniert – die Verpackungssteuer ist in Darmstadt erstmal vom Tisch.
Fachkräfte sind das Herz unserer Wirtschaft – gleichzeitig fehlen sie in nahezu jeder Branche.
Eltern, die familienfreundliche Unternehmensstrukturen brauchen, um wieder in den Job einzusteigen, Beschäftigte ohne Berufsabschluss, die eine Nachqualifizierung benötigen oder ausländische Fachkräfte, die mit geringem Aufwand ins Unternehmen integriert werden können: Diese sogenannten „stillen Reserven“ wollen wir für Südhessen aktivieren. 2025 haben wir unsere Angebote und unsere Beratungskompetenzen noch einmal ausgebaut – unter anderem mit einer Inklusionsberatung für unsere Mitgliedsunternehmen.
Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sowie eine sich radikal verändernde Weltwirtschaft: Wir reagieren auf tiefgreifende Veränderungen und unterstützen unsere Mitgliedsunternehmen in herausfordernden Zeiten: Mit einem breiten Beratungsangebot und mit neuen Lehrgängen und Austauschformaten. Ein besonderes Projekt startete 2025 mit den „Circularity Scouts“. Das sind Azubis, die im eigenen Unternehmen gute Ideen für zirkuläres Wirtschaften entwickeln. Mit Vor-Ort-Workshops haben wir diese begleitet und sie so für die „Circular Economy“ fit gemacht.
Wer Unternehmen bei Transformation begleitet, muss auch die eigene Organisation kontinuierlich weiterentwickeln. Ein Baustein dafür ist das Zertifikat „auditberufundfamilie“, das die IHK Darmstadt 2025 erhalten hat.
Die Einführung weiterer digitaler Kundenschnittstellen insbesondere im Prüfungs- und Ausbildungsbereich und Pilotprojekte zur KI-gestützten Prozessautomatisierung stehen für unseren Anspruch, modern, effizient und serviceorientiert zu sein.
All dies gelingt nur dank des Engagements des Ehrenamts und unserer Mitarbeitenden. Sie bringen Wissen, Erfahrung und Haltung ein, setzen Beschlüsse um, beraten Unternehmen und sorgen täglich dafür, dass die IHK als verlässliche Partnerin wahrgenommen wird.
Wie jedes Firmengebäude, das in die Jahre gekommen ist, benötigt auch die IHK-Immobilie in Darmstadt eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung. Für die Bau- und Sanierungsmaßnahmen hat die Vollversammlung Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro genehmigt. Über die Planungen und baulichen Fortschritte werden wir unsere Mitglieder regelmäßig und transparent informieren.
Die Herausforderungen bleiben groß, aber die Gestaltungsbereitschaft in unserer Region ist es ebenso. Wenn Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenwirken, kann Südhessen seine Stärken ausbauen und neue Chancen nutzen. Wir werden diesen Weg entschlossen begleiten – mit klarer Stimme, offenem Ohr für unsere Mitglieder und dem Anspruch, konkrete Wirkung für Unternehmen und die Region zu erzielen.
Packen wir es gemeinsam an.”
Ihr
Christian Jöst und Robert Lippmann