Corona-Krise

Tipps zur Wiedereröffnung im Gastgewerbe

Bei der Wiedereröffnung der Betriebe für Gäste sind einige Dinge zu beachten. Nachfolgend finden Sie Hilfestellungen und Tipps, die Sie bei der Wiedereröffnung unterstützen sollen. Diese Seite wurde gemeinsam mit dem DEHOGA Hessen und Mitgliedern unseres Tourismus- und Freizeitnetzwerks entwickelt.
Tipp:
In unserem Leitfaden „Mit Perspektive aus der Krise“ (PDF-Datei · 1240 KB) finden Sie Checklisten und Ideensammlungen, die Sie dabei unterstützen sollen, Ihren Betrieb krisenfest aufzustellen und Denkanstöße für die zukünftige Ausrichtung geben.

Auf unserer Webseite finden Sie Informationen zu den aktuell gültigen Corona-Regeln im Gastgewerbe.
Hinweis:
Einige Kommunen kommen dem Gastgewerbe zum Beispiel im Bereich der Nutzung von Flächen für die Außengastronomie entgegen. Informieren Sie sich hierzu bei Ihrer Gemeinde.

Information über die Wiedereröffnung

Zeigen Sie deutlich, dass Sie wieder geöffnet haben. Zum Beispiel durch Beleuchtung oder Aufsteller und nutzen Sie alle Kanäle, um Ihre Gäste über Ihre Wiedereröffnung zu informieren.
  • Aktualisierung Ihrer Webseite
  • Social Media Kanäle
  • Aktualisierung des Google-my-business-Eintrags
  • Newsletter
  • Plattformen Ihres Gewerbevereins, der Stadt / Gemeinde oder des Landkreises
  • ggf. Anzeigen
  • ….

Hygiene und Lüften

Grundsätzliches Ziel ist, die Ansteckungsgefahren zu minimieren beziehungsweise auszuschließen. Die AHA+L-Regel – Abstand, Hygiene, Maskentragen im Alltag und Lüften – ist hier zum wichtigsten Grundsatz geworden.
Bitte beachten Sie, dass dies lediglich Hinweise sein können. Die Anordnungen und Vorgaben der zuständigen Behörden vor Ort (Gesundheitsämter, Ordnungsämter) sind rechtlich wirksam und müssen befolgt werden.

Gefährdungsbeurteilung

Die Handreichung der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe hilft Ihnen dabei, die durch Corona hinzugekommen Gefahren in Ihrem Betrieb zu ermitteln und gibt Hilfestellungen, wie Sie diesen entgegenwirken können. Dabei geht es sowohl um die betriebsinterne Arbeit Ihrer Mitarbeiter als auch um den Kontakt mit den Gästen und betriebsfremden Personen wie Lieferanten.

Lüften

Das richtige Lüften hat in Zeiten von Corona eine ganz besondere Bedeutung gewonnen.
Wie dies durch Stoßlüften, Technische Lüftung und Luftreinigung sicher erfolgen kann, dazu hat die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) einen Leitfaden erstellt.
Ebenfalls gibt die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe Hinweise zu lüftungstechnischen Maßnahmen in Räumen des Gastgewerbes.
Der BGN-Lüftungsrechner hilft Ihnen dabei, bezogen auf Personenanzahl und Raumgröße die Lüftungsintervalle zu berechnen. Der Rechner liegt auch als App vor und ist im App-Store zu finden unter „BGN-Lüftungs-App“.

Stilllegung und Wiederinbetriebnahme von Trinkwasser-Installationen

Wenn Trinkwasser-Installationen nicht genutzt wurden, kann das Risiko einer Verkeimung mit Legionellen und anderen pathogenen Keimen erhöht sein. 
Der Leitfaden der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe gibt Hinweise, was Sie nach einer vorrübergehenden Stilllegung der Trinkwasserinstallation zu beachten haben. Denken Sie ebenfalls an die Trinkwasseruntersuchung.

Reinigung der Getränkeschankanlagen

Bei langer Stillstandzeit müssen die Schankanlagen grundliegend gereinigt werden. Dies gilt sowohl für alkoholische als auch nicht-alkoholische Getränke. Informationen hierzu finden Sie beispielsweise beim Deutschen Brauer Bund.

Hygienekonzept

Überprüfen Sie Ihr Hygienekonzept kritisch. Ist dieses noch aktuell? Können Vorgehensweisen zur Umsetzung des Hygienekonzepts aus dem vergangenen Jahr vielleicht optimiert werden, dass sie besser in Ihren betrieblichen Ablauf passen? Müssen gegebenenfalls Hilfsmittel wie beispielsweise Desinfektionsmittel oder -spender rechtzeitig besorgt werden?
Hygienekonzepte müssen nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts erstellt und überwacht werden. Hygienekonzepte müssen im Einzelfall geeignet sein, die Übertragung des Virus zu verhindern bzw. das Infektionsrisiko erheblich zu reduzieren. Alle erforderlichen Maßnahmen sind zu ergreifen. Pauschale Vorgaben für geeignete Hygienekonzepte können aufgrund der Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalls nicht gemacht werden. Bei der Erstellung des Hygienekonzepts gilt es drei Bestandteile im Betrieb kritisch zu überprüfen und dafür geeignete Maßnahmen zu entwickeln:
  • Hygiene
  • Steuerung des Zutritts und
  • Vermeidung von Warteschlangen 
Grundsätzlich sollten folgende Mindestanforderungen und weitere Maßnahmen erfüllt werden, die dem speziellen Infektionsrisiko im Einzelfall Rechnung tragen:
  • der gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen kann eingehalten wer-den oder es sind Trennvorrichtungen aufgebaut. Der Mindestabstand gilt nicht zwischen Angehörigen zweier Hausstände, Genesenen oder vollständig Geimpften.
  • Persönliche Nahkontakte vermeiden (etwa Händeschütteln oder Umarmung zur Begrüßung),
  • Hygieneregeln einhalten (Händewaschen, Hust- und Nies-Etiquette),
  • Hygieneartikel, insbesondere Desinfektionsmittel, zur Verfügung stellen,
  • Mund-Nasen-Bedeckung oder medizinische Maske tragen, falls es im Einzelfall notwendig ist (die Bedeckungspflichten der Verordnungen bleiben hiervon unberührt),
  • regelmäßige Desinfektion von Händekontaktflächen (zum Beispiel Türklinken),
  • regelmäßiges intensives Lüften von Räumen; Bevorzugung von Kontakten im Freien.
Darüber hinaus:
  • Regeln Sie das Vorgehen beim Einlass bzw. beim Empfang der Gäste (Überprüfung der Zugangsberechtigung bzw. Testdurchführung vor Ort, Kontaktdatenerfassung,...).
  • Weisen Sie Ihre Gäste mit Aushängen auf die geltenden Regeln hin.
  • Weisen Sie Ihre Mitarbeiter mit Aushängen auf die geltenden Regeln hin und schulen Sie die Mitarbeiter zu den aktuellen Regeln und Ihrem Hygienekonzept.
  • Legen Sie eine Wegeführung fest, um Engstellen zu vermeiden.
Weitere hilfreiche Informationen zur Hygiene im Betrieb finden Sie auf der Webseite der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe.

Digitale Tools und Lösungen

Bei der Umsetzung der Gesundheits- und Hygieneanforderungen können digitale Lösungen eine große Unterstützung sein. Viele der Lösungsanbieter sitzen sogar direkt in unserer Region. Ergänzend bietet die Plattform der Deutschen Industrie- und Handelskammer eine Unterstützung, mögliche Anbieter zu finden.

Mitarbeiter

Für die Wiedereröffnung ist das Personal Grundvoraussetzung. Wie können Mitarbeiter während der Zeit der Schließung an den Betrieb gebunden werden? Wie kann man das Team-Gefühl erhalten? Was kann nach dieser langen Schließungszeit zur Mitarbeitermotivation beitragen?
Hier finden Sie einige Ideen:
Gemeinsam die Wiedereröffnung vorbereiten: Bevor die ersten Gäste kommen, gibt es einiges zu tun. Hier können die Mitarbeiter schon mit einbezogen werden. Dies fördert auch das Teambuilding.
  • Gemeinsames Aufräumen, Putzen und Gläserspülen
  • Wenn Sie ein neues Kassen- oder Reservierungssystem angeschafft haben, schulen Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig hierzu.
  • Wenn Sie Ihre Speise- und Getränkekarte oder auch die Preise angepasst haben, informieren Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig. Vielleicht bietet sich auch ein kleines Teamevent an, bei dem neue Gerichte gemeinsam gekocht oder Getränke verköstigt werden.
  • Schulen Sie Ihre Mitarbeiter zu Ihrem Hygienekonzept bzw. binden Sie diese gegebenenfalls schon bei der Überarbeitung mit ein.
Mitarbeiter einbinden: Binden Sie Ihre Mitarbeiter in geeignete Entscheidungen und Aktionen ein. Dies ist auch während der Zeit der Schließung von besonderer Bedeutung. Mitarbeiter fühlen sich so wertgeschätzt und eigenverantwortliches Arbeiten steigert die Motivation.
  • Falls Sie beispielsweise den Thekenbereich umgestalten, können Sie Ihre Mitarbeiter nach deren Vorstellungen befragen. So lassen sich gegebenenfalls auch Arbeitsprozesse optimieren.
  • Wenn Sie Social Media-affine Mitarbeiter haben, können diese in Abstimmung mit Ihnen Ihre Social Media Kanäle bespielen. Vielleicht haben Ihre Mitarbeiter ganz neue wertvolle Ideen für Ihre Social Media-Kommunikation.
  • Nutzen Sie die weiteren Stärken Ihrer Mitarbeiter und bieten Sie Ihnen an, weitere Aufgaben zu übernehmen, etwa die Dekoration Ihres Gastraums, die gestalterische Umsetzung der Speisekarte oder die Organisation eines Teamevents
  • Gegebenenfalls können Ihre Mitarbeiter in Rücksprache mit Ihnen eigenständig ihre Dienstpläne erarbeiten.
Team-Events:
  • etwa gemeinsames Kochen
Während der Schließung:
  • Regelmäßig Kontakt zu den Mitarbeitern pflegen persönlich, telefonisch oder über Messenger
  • Mitarbeiter „exklusiv“ informieren: Wenn es eine besondere Veränderung in Ihrem Betrieb gibt, sollten die Mitarbeiter als erstes davon erfahren und nicht über Ihre Social Media Kanäle oder auf anderem Wege.
  • Mitarbeiter wechselseitig einsetzen, dass der Kontakt zu möglichst vielen Mitarbeitern gehalten wird.
  • Mitarbeiter anderweitig einsetzen, etwa zur Auslieferung, wenn Sie einen Lieferservice eingeführt haben.