IHK Ulm
Dienste: Stagnation auf gutem Niveau
Der Service in der IHK-Region Ulm ist im Frühjahr 2026 gut unterwegs. Anders als befürchtet sind die Umsätze, die Gewinnsituation sowie der Auftragsbestand im Schnitt aller Dienstleistungssparten konstant geblieben. Dass dieses trotz zunehmender Belastungen gelungen ist, hat die Zufriedenheit in der Branche etwas zunehmen lassen. Zwar ist der Anteil der Dienstleister in schlechter Verfassung nahezu stabil geblieben (11 Prozent). Gut es aktuell jedoch mehr Unternehmen (45 Prozent, +sieben Prozentpunkte) als noch zu Jahresbeginn.
Überdurchschnittlich gut laufen weiterhin die Geschäfte der Finanzdienstleister. Die Beratungsdienste sind ebenfalls überwiegend zufrieden. Nachgelassen haben dagegen die Geschäfte der Personendienste aufgrund der angespannten Verbraucherstimmung. Auch die Logistik steht unter Druck. Die enorm gestiegenen Dieselpreise schlagen nach und nach auf die Branche durch. Angesichts einer anhaltend schwachen Nachfrage aus Industrie und Bau sind hier die Aussichten düster. Das gilt auch für die Werbung sowie die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften angesichts der schwachen Konjunktur sowie der allgemein abwärts tendierenden Personalpläne. Noch schwieriger ist die Situation im Hotel- und Gaststättengewerbe. Zwar hat die Mehrwertsteuersenkung für Speisen und Getränke vielen Betrieben Luft verschafft, jedoch belasten steigende Kosten (Sozialabgaben, Energiekosten, Lebensmittel).
Die weitere Abschwächung der gesamtwirtschlichen Aktivität in Folge des Iran-Krieges, denen die deutsche Politik eher ratlos zuschaut, bekommen auch die meisten Dienstleister zu spüren. Zwar haben sich die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate im Vergleich zum Jahresauftakt etwas verbessert. Es blicken mit einem Anteil von 17 Prozent jedoch immer noch mehr Unternehmen skeptisch nach vorn als zuversichtlich (elf Prozent). Die große Mehrheit der Dienstleister rechnet mit stagnierenden Geschäften (72 Prozent), immerhin für die meisten Betriebe auf hohem Niveau.
Sorgen bereitet dem Service insbesondere die künftige Entwicklung der Energiekosten, der Arbeitskosten sowie der Mangel an Fachkräftemangel. Um diese Kostensteigerungen zu kompensieren, planen viele Dienstleister verstärkt notwendige Ersatzinvestitionen für die eigene Digitalisierung sowie Ressourceneffizienz investieren. Als Beschäftigungsmotor fällt der Service dagegen weiterhin aus, der Personalbestand dürfte in etwa gleichbleiben.
