IHK-Pressemitteilung vom 3. März 2022

IHK schaltet Beratungs-Hotline für Unternehmen

Wirtschaft zeigt großes Verständnis für Sanktionen

„Ich bin immer noch zutiefst erschüttert über die russische Invasion in der Ukraine“, sagt Marjoke Breuning, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart zur aktuellen Situation in der Ukraine. „Seit Beginn des Konflikts haben wir eine Task-Force gebildet mit dem Ziel, die Mitgliedsbetriebe bestmöglich zu unterstützen, zu informieren und zu begleiten. Der Beratungsbedarf ist in der letzten Woche stark angestiegen“, so Breuning weiter. Deshalb hat die IHK eine Hotline für Unternehmen der Region geschaltet, die unter +49 711 2005-1407 erreichbar ist. Dort werden vielfältige Fragen zum Warenverkehr, den Sanktionen, Personalthemen und zum Zahlungsverkehr in den Krisengebieten beantwortet. Die Unternehmensfragen beziehen sich bisher im Wesentlichen auf konkrete Fragen zu Gehaltszahlungen in die Ukraine und nach Russland, zum Einreiseverfahren, Umgang mit laufenden Vorgängen, Fortsetzung von Geschäftsbeziehungen oder ausstehende Forderungen. „Eins signalisieren die Betriebe in den Gesprächen: die Unternehmerinnen und Unternehmer haben trotz der schwerwiegenden Konsequenzen großes Verständnis für die Sanktionen“, sagt die IHK-Präsidentin.
Neben der IHK-Hotline plant die IHK Region Stuttgart mit einigen baden-württembergischen Kammern im Verbund weitere Informationsveranstaltungen. Die erste virtuelle Veranstaltung findet am 9. März um 10:00 Uhr statt. Interessierte Unternehmen können sich auf unserer Homepage anmelden.
„Wir müssen davon ausgehen, dass der Handel mit Russland sukzessive zum Erliegen kommt. Das wird einige Betriebe hart treffen“, so Marjoke Breuning. Nach Angaben des statistischen Landesamtes wurden aus Baden-Württemberg im vergangenen Jahr Waren im Wert von 3,8 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Das waren ca. 32 Prozent mehr als 2020. Gut 1,1 Milliarden Euro davon beziehen sich auf Waren aus den Bereichen Maschinenbau, Kraftwagen und Kraftwagenteile. Damit belegte Russland den 16. Platz in der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner des Landes. Beim Import belegte Russland den 22. Rang.
Importiert wurden laut statistischem Landesamt Güter im Wert von 2 Milliarden Euro. Die Importe bestehen weitgehend aus Erdöl und Erdgas sowie Metalle und Kohle.
Und auch der Handel mit der Ukraine wird durch die kriegerischen Handlungen weiter eingeschränkt. 
Die Auswertungen des statistischen Landesamts zeigen, dass die Ukraine mit einem Anteil von 0,3 Prozent an den baden-württembergischen Exporten auf Platz 45 der wichtigsten Handelspartner rangiert. Wichtigste Waren sind auch hier Maschinen sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile. Unter den wichtigsten Importpartnern liegt die Ukraine auf Rang 55 mit einem Anteil von 0,1 Prozent an den Importen.