Pressemitteilung 3. März 2026

Weltfrauentag: Frauen in digitalen Berufen deutlich unterrepräsentiert

Susanne Herre: „Wenn wir die digitale Transformation erfolgreich gestalten wollen, müssen wir deutlich mehr junge Frauen für diese Zukunftsfelder gewinnen“

„Frauen und Mädchen sind in IT- und KI-Berufen noch immer deutlich unterrepräsentiert – höchste Zeit, das zu ändern“, sagt Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart, anlässlich des Internationalen Weltfrauentags. „Die Technologien, die unsere Zukunft prägen, entstehen schon heute. Doch die Teams, die sie entwickeln, bilden unsere Gesellschaft noch nicht ausreichend ab. Das können und dürfen wir uns als Innovationsstandort nicht leisten.“
Dies belegen auch die aktuellen Ausbildungszahlen: Von derzeit rund 1.900 Auszubildenden im Beruf Fachinformatiker/-in – in den Fachrichtungen Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung – sind lediglich 226 weiblich. Das entspricht einem Frauenanteil von nur knapp zwölf Prozent. „Damit bleibt enormes Potenzial ungenutzt – gerade in Bereichen wie Softwareentwicklung oder Künstlicher Intelligenz, die unsere Arbeitswelt und unser Leben künftig maßgeblich prägen werden“, so Herre. „Wenn wir die digitale Transformation erfolgreich gestalten wollen, müssen wir deutlich mehr junge Frauen für diese Zukunftsfelder gewinnen.“

Warum Frauen in Technologieberufen entscheidend sind

Die IHK-Chefin ist überzeugt: Diverse Teams treffen bessere Entscheidungen und entwickeln innovativere Lösungen. Gerade bei KI-Systemen helfen unterschiedliche Perspektiven dabei, Verzerrungen zu vermeiden und Technologien zu schaffen, die die gesamte Gesellschaft berücksichtigen. „Wenn Frauen in der Entwicklung fehlen, fehlen wichtige Perspektiven. KI darf nicht einseitig geprägt sein“, betont Herre. „Mädchen und junge Frauen sollten ihr Potenzial selbstbewusst nutzen und sich digitale Berufe zutrauen. Künstliche Intelligenz wird ein zentraler Bestandteil unseres Alltags – und dafür brauchen wir weibliche Perspektiven.“

„IT bietet Zukunft – und Platz für Frauen“

Für Sabina Wegner, die seit September 2025 eine Ausbildung zu Fachinformatikerin für Systemintegration macht, ist der Beruf ein echter Zukunftsweg „Mir war wichtig, etwas zu erlernen, was es auch in zehn oder zwanzig Jahren noch gibt und bei dem ich später Beruf und Familie gut vereinbaren kann“, sagt die junge Frau. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice – gerade für Frauen mit Familie ein wichtiges Thema – sind in der IT-Branche gut umsetzbar.
In der Berufsschule ist Sabina Wegner die einzige Frau und in ihrem Team bei Hitradio antenne 1 sogar die erste Frau, die eine Ausbildung in diesem Bereich macht. Ihr Interesse für Technik begann früh. Vor ein paar Jahren hat sie sich sogar selbst das Programmieren beigebracht. „Informatik ist gar nicht so schwer, wie es immer dargestellt wird. Es ist spannend, unkompliziert und kreativ. Und wir brauchen definitiv mehr Frauen in dieser männlich dominierten IT-Welt“, betont die angehende Fachinformatikerin.
Das sagt auch Christin Aigner, die ihre Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung bei der W & W Informatik GmbH bereits abgeschlossen hat. „Ich war schon immer sehr technikbegeistert, aber habe mich lange davon abhalten lassen in die IT zu gehen, weil es oft als ein ‚Männerberuf‘ gilt.“ Heute ist sie froh, dass sie den Schritt gewagt hat, denn auch sie findet den Beruf sehr kreativ.

Hintergrund

Der Internationale Weltfrauentag wird weltweit am 8. März begangen. Er macht auf bestehende Ungleichheiten, Diskriminierung und die Bedeutung von Frauenrechten aufmerksam. Und setzt weltweit ein Zeichen für Gleichberechtigung und die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen.