Pressemitteilung 1. September 2026
Internationale Azubis stärken den Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg
Internationale Azubis stärken den Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg
Junge Menschen aus der Ukraine und anderen Ländern tragen zunehmend zur Stärkung des Ausbildungsmarkts in Baden-Württemberg bei. Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres waren bei den baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern 836 neu eingetragene Ausbildungsverträge mit ukrainischen Staatsangehörigen registriert. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt ist das ein Zuwachs von rund 27 Prozent (179 Verträge).
Auch junge Menschen aus anderen Herkunftsländern finden über die duale Ausbildung zunehmend ihren Weg in die Unternehmen. Insgesamt wurden zum Stichtag 1.661 neue Ausbildungsverträge mit jungen Menschen aus zehn ausgewählten Herkunftsländern registriert. Neben der Ukraine sind darunter Syrien mit 283, Afghanistan mit 269 und Irak mit 112 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 1.444 Verträge – ein Plus von 15 Prozent.
„Die Entwicklung zeigt, dass wir mit unseren Integrationsbemühungen auf dem richtigen Weg sind. Immer mehr junge Menschen, die aus der Ukraine oder anderen Ländern zu uns gekommen sind, finden über die duale Ausbildung eine berufliche Perspektive. Gleichzeitig gewinnen unsere Unternehmen Nachwuchs und künftige Fachkräfte. Integration und Fachkräftesicherung gehören deshalb zusammen“, sagt Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart, die innerhalb des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages federführend für das Thema Berufliche Bildung und Fachkräfte ist.
Internationale Nachwuchskräfte gewinnen an Bedeutung
Wie relevant dieser Beitrag inzwischen ist, zeigt der Blick auf den gesamten Ausbildungs-markt: Von den landesweit 31.413 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen entfallen rund 5,3 Prozent (1.661) auf junge Menschen aus den zehn ausgewerteten Herkunftsländern.
Mehr als 3.700 Azubis aus zehn Herkunftsländern
Dass internationale Auszubildende bereits heute eine wichtige Rolle spielen, zeigt auch der Blick auf den gesamten Ausbildungsbestand. Derzeit absolvieren in Baden-Württemberg 3.721 junge Menschen aus den zehn ausgewiesenen Herkunftsländern eine IHK-Ausbildung. Die größte Gruppe bilden mit 1.819 Auszubildenden ukrainische Staatsangehörige. Hinzu kommen unter anderem 657 Auszubildende aus Syrien, 570 aus Afghanistan und 274 aus dem Irak. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren 2.812 beziehungsweise 1.103 ukrainische Auszubildende registriert.
Weltoffenheit ist ein Standortfaktor
Mit Blick auf den demografischen Wandel wird es für die Unternehmen immer wichtiger, junge Menschen aus dem Ausland für eine Ausbildung zu gewinnen und langfristig als Fachkräfte zu halten. Dazu gehören Unterstützung bei Sprache, Ausbildung und Beruf ebenso wie gute Rahmenbedingungen für Integration. „Weltoffenheit, Respekt und ein klares Bekenntnis zu unserer demokratischen Gesellschaft sind für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort unverzichtbar. Junge Menschen, die hier lernen, arbeiten und Verantwortung übernehmen wollen, müssen spüren: Ihr seid hier willkommen und gehört dazu“, sagt Herre.
Die Zahlen im Überblick
- Bei den baden-württembergischen IHKs wurden 2026 bislang 1.661 neue Ausbildungsverträge mit Staatsangehörigen aus Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Eritrea, Nigeria, Pakistan, Somalia, Gambia und der Ukraine registriert. Davon entfallen 836 auf ukrainische Staatsangehörige, 283 auf syrische und 269 auf afghanische Staatsangehörige.
- Insgesamt absolvieren aktuell 3.721 junge Menschen aus diesen zehn Herkunftsländern eine IHK-Ausbildung in Baden-Württemberg. Darunter sind 1.819 ukrainische, 657 syrische und 570 afghanische Staatsangehörige.
- Hinweis zur Statistik: Die Auswertung umfasst die zehn genannten Staatsangehörigkeiten und bildet daher nicht sämtliche ausländischen Auszubildenden in Baden-Württemberg ab.
- Die Zahlen wurden zum 26. August 2026 erhoben.