Pressemitteilung 19. August 2026
IHK-Kaufkraftanalyse zeigt Herausforderungen für Handel und Innenstädte
Susanne Herre: „Die Kaufkraft in der Region bleibt stabil, doch der Anteil für den stationären Handel schrumpft.“
Die Region Stuttgart bringt trotz globaler und regionaler Herausforderungen beste Voraussetzungen mit: eine hohe Kaufkraft und attraktive Städte. Dennoch verstärken sich die wirtschaftlichen Probleme im stationären Einzelhandel zunehmend. Dies macht die aktuelle Kaufkraftanalyse der IHK Region Stuttgart deutlich. Die Aufgabe besteht nicht darin, zusätzliche Kaufkraft zu schaffen, sondern die vorhandene Kaufkraft in der Region zu halten.
„Trotz der schwierigen Lage in wichtigen Branchen unserer regionalen Wirtschaft verfügen die Menschen in der Region Stuttgart nach wie vor über eine hohe Kaufkraft. Gleichzeitig sehen wir, dass anteilig davon, immer weniger im stationären Handel vor Ort ankommt“, sagt Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. „Dies stellt viele Innenstädte und Ortszentren vor erhebliche strukturelle Herausforderungen. Leerstände nehmen zu, die Aufenthaltsqualität in den Städten leidet und sie verlieren an Lebendigkeit.“
„Trotz der schwierigen Lage in wichtigen Branchen unserer regionalen Wirtschaft verfügen die Menschen in der Region Stuttgart nach wie vor über eine hohe Kaufkraft. Gleichzeitig sehen wir, dass anteilig davon, immer weniger im stationären Handel vor Ort ankommt“, sagt Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. „Dies stellt viele Innenstädte und Ortszentren vor erhebliche strukturelle Herausforderungen. Leerstände nehmen zu, die Aufenthaltsqualität in den Städten leidet und sie verlieren an Lebendigkeit.“
24 Milliarden Euro zum Ausgeben
Im Großraum Stuttgart verfügen die Menschen über eine handelsrelevante Kaufkraft in Höhe von rund 24 Milliarden Euro. Dieses Geld könnte sowohl im stationären Einzelhandel als auch im Versand- und Onlinehandel ausgeben werden. Der stationäre Einzelhandel erwartet für 2026 einen Umsatz von rund 19,2 Milliarden Euro. Damit zählt die Region bundesweit zwar weiterhin zu den umsatzstärksten Handelsstandorten. Gemessen an der Einwohnerzahl fallen einzelne Ergebnisse aber deutlich schwächer aus.
Besonders sichtbar wird dies bei der Zentralitätskennziffer, die Kaufkraft und Einzelhandelsumsatz miteinander vergleicht. Mit einem Wert von 91,8 liegt die Region Stuttgart deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Das spricht dafür, dass ein erheblicher Teil der Kaufkraft entweder in andere Regionen oder in den Online-Handel abfließt.
Besonders sichtbar wird dies bei der Zentralitätskennziffer, die Kaufkraft und Einzelhandelsumsatz miteinander vergleicht. Mit einem Wert von 91,8 liegt die Region Stuttgart deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Das spricht dafür, dass ein erheblicher Teil der Kaufkraft entweder in andere Regionen oder in den Online-Handel abfließt.
Unterschiede in der Region
Innerhalb der Region zeigen sich erhebliche Unterschiede. Die höchste Kaufkraft je Einwohner weisen Gerlingen mit 10.586 Euro und Schwieberdingen mit 9.661 Euro auf. Das größte Kaufkraftvolumen entfällt auf Stuttgart mit 5,3 Milliarden Euro, gefolgt von Esslingen mit 823 Millionen Euro und Ludwigsburg mit 779 Millionen Euro.
Bei den Einzelhandelsumsätzen profitieren vor allem einige wenige starke Handelsstandorte. Den höchsten Umsatz je Einwohner erzielt Sindelfingen mit 12.725 Euro. Es folgen Ludwigsburg, Steinheim an der Murr, Backnang und Göppingen. Diese Städte ziehen Kaufkraft weit über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus an.
Besonders deutlich wird dies bei der Zentralität. Spitzenreiter der Region ist Sindelfingen mit einer Kennziffer von 172,5. Es folgen Ludwigsburg mit 153,4 und Göppingen mit 151,6. Viele andere Kommunen erreichen dagegen deutlich niedrigere Werte und verlieren Kaufkraft sowohl an benachbarte Einkaufsstandorte als auch an den Online-Handel.
Bei den Einzelhandelsumsätzen profitieren vor allem einige wenige starke Handelsstandorte. Den höchsten Umsatz je Einwohner erzielt Sindelfingen mit 12.725 Euro. Es folgen Ludwigsburg, Steinheim an der Murr, Backnang und Göppingen. Diese Städte ziehen Kaufkraft weit über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus an.
Besonders deutlich wird dies bei der Zentralität. Spitzenreiter der Region ist Sindelfingen mit einer Kennziffer von 172,5. Es folgen Ludwigsburg mit 153,4 und Göppingen mit 151,6. Viele andere Kommunen erreichen dagegen deutlich niedrigere Werte und verlieren Kaufkraft sowohl an benachbarte Einkaufsstandorte als auch an den Online-Handel.
Langfristig deutliche Rückgänge
Sorge bereitet der IHK vor allem die langfristige Entwicklung. Seit 2016 hat sich die Kaufkraft in der Region Stuttgart schwächer entwickelt als im Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen sind die Mittelzentren Waiblingen, Böblingen und Esslingen. Auch bei den Einzelhandelsumsätzen und der Zentralität verzeichnen Esslingen, Stuttgart und Göppingen deutliche Rückgänge.
Nach Einschätzung der IHK tragen die anhaltende Kaufzurückhaltung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher, wirtschaftliche Unsicherheiten und die zunehmende Verlagerung von Einkäufen in den Online-Handel zu dieser Entwicklung bei. Die Folgen sind vielerorts sichtbar: Leerstände nehmen zu und wichtiger Frequenzbringer gehen verloren.
„Wenn wir auch zukünftig attraktive und belebte Innenstädte wollen, müssen alle Akteure an einem Strang ziehen: Handel, Gastronomie, Städte und Kommunen ebenso wie die Verbraucherinnen und Verbraucher. Das vorhandene Geld muss wieder in den Innenstädten und Ortzentren der Region ankommen. Dafür brauchen wir attraktive und gut erreichbare Zentren, die mehr bieten als reine Einkaufsmöglichkeiten. Die Umnutzung von Leerständen, Veranstaltungen und Erlebnisangebote sowie innovative Handelskonzepte können dazu beitragen, die Innenstädte nachhaltig zu stärken", sagt Susanne Herre.
Nach Einschätzung der IHK tragen die anhaltende Kaufzurückhaltung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher, wirtschaftliche Unsicherheiten und die zunehmende Verlagerung von Einkäufen in den Online-Handel zu dieser Entwicklung bei. Die Folgen sind vielerorts sichtbar: Leerstände nehmen zu und wichtiger Frequenzbringer gehen verloren.
„Wenn wir auch zukünftig attraktive und belebte Innenstädte wollen, müssen alle Akteure an einem Strang ziehen: Handel, Gastronomie, Städte und Kommunen ebenso wie die Verbraucherinnen und Verbraucher. Das vorhandene Geld muss wieder in den Innenstädten und Ortzentren der Region ankommen. Dafür brauchen wir attraktive und gut erreichbare Zentren, die mehr bieten als reine Einkaufsmöglichkeiten. Die Umnutzung von Leerständen, Veranstaltungen und Erlebnisangebote sowie innovative Handelskonzepte können dazu beitragen, die Innenstädte nachhaltig zu stärken", sagt Susanne Herre.
Hintergrundinformationen
Die ausführliche Analyse finden Sie im Artikel „Hohe Kaufkraft, schwacher Handel – die Schere geht weiter auseinander“