Erkenntnisse der IHK-Kaufkraftanalyse 2026 für die Region Stuttgart
Hohe Kaufkraft, schwacher Handel – die Schere geht weiter auseinander
von Martin Eisenmann |
Aktualisiert am
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Die Kaufkraftanalyse der IHK Region Stuttgart untersucht detailliert wichtige Kaufkraftkennzahlen für die Region Stuttgart und ordnet diese in die Entwicklungen der letzten zehn Jahre ein. Die diesjährigen Zahlen zeigen Licht und Schatten. Während einige Werte im bundesweiten Vergleich noch positiv erscheinen, sieht man über einen längeren Zeitraum einen deutlich negativen Trend.
Die Region Stuttgart findet sich im Bundesvergleich der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft je Einwohner nur noch auf Platz 8 der IHK-Bezirke.
Die Region Stuttgart erreicht beim Umsatz im stationären Einzelhandel in Deutschland den dritten Platz.
Setzt man die stationären Einzelhandelsumsätze nicht nur ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, sondern berücksichtigt auch die Kaufkraft (Zentralität), so belegt die Region Stuttgart nur noch Platz 69 von 79 im bundesweiten IHK-Bezirke-Vergleich, das heißt die Zentralität des stationären Einzelhandels der Region Stuttgart hat sich schlechter als im Bundesdurchschnitt entwickelt.
Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft in der Region Stuttgart setzt ihren Trend fort und wächst immer langsamer.
Für einen erheblichen Teil des stationären Einzelhandels in der Region spitzt sich die Lage infolge dieser Entwicklungen zunehmend zu.
Die Innenstädte der Region stehen vor großen Herausforderungen, die von allen Akteuren gemeinsam gemeistert werden müssen.
Im Trendvergleich zu 2016 zeigt sich ein alarmierendes Bild:
Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft in der Region Stuttgart wächst seit Jahren unterdurchschnittlich, in den Mittelzentren trifft dies besonders auf Waiblingen, Böblingen und Esslingen zu.
Auch die Umsätze im stationären Handel je Einwohner liegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, mit den größten Rückgängen in Esslingen sowie schwächeren Entwicklungen in Göppingen, Stuttgart und Waiblingen.
Entsprechend sinkt die Zentralität, am stärksten in Esslingen, aber auch in Stuttgart und Göppingen
Einzelhandelsrelevante Kaufkraft
Wir haben uns für alle in dieser Studie verwendeten Zahlen als verlässliche Datenquelle der Michael Bauer Research GmbH, Nürnberg, bedient und daraus Zahlen für die Region Stuttgart und einige wenige Daten für Bundesvergleiche verarbeitet.
Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ist der Anteil des Einkommens, der rechnerisch für Ausgaben im stationären und im Online-Einzelhandel zur Verfügung steht.
In der Region Stuttgart hat sich die einzelhandelsrelevante Kaufkraft im Zehnjahres-Vergleich unterdurchschnittlich entwickelt. Bei den Mittelzentren besonders betroffen sind Waiblingen und Böblingen (6,3 Prozent weniger Zuwachs seit 2016 als im Bundesdurchschnitt) vor Esslingen (5,4 Prozent weniger). Stuttgart (3,1 Prozent weniger) verzeichnet ebenfalls einen Rückgang.
Im Großraum Stuttgart verfügen die Bewohner über rund 24 Milliarden Euro an einzelhandelsrelevanter Kaufkraft, die sie im stationären und im Versand- und Online-Handel ausgeben können.
Unter den Gemeinden über 10.000 Einwohnern liegen in der Region Stuttgart in absoluten Zahlen erwartungsgemäß die großen vorne: Stuttgart (gut 5,3 Milliarden Euro), Esslingen (823 Millionen Euro) und Ludwigsburg (779 Millionen Euro) führen die Liste an.
Die Region Stuttgart liegt auf dem achten Platz der IHK-Bezirke bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft je Einwohner im Vergleich zu noch Platz vier im Jahr 2016. Über 8.649 Euro verfügt statistisch gesehen jeder Einwohner, das sind knapp sechs Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt; 2016 waren das noch fast neun Prozent. Die Streubreite der IHK-Bezirke im Bundesgebiet reicht von fast 9.400 Euro für München bis zu rund 7.500 Euro für die Region Chemnitz (siehe dazu Tabelle 2 am Ende der Auswertung).
Pro Einwohner nimmt in der Region wie in den Vorjahren Gerlingen (mit 10.586 Euro beziehungsweise einer Kennziffer von 129,2 bei Deutschland = 100) den ersten Platz ein vor Schwieberdingen (mit 9.661 Euro pro Kopf beziehungsweise einer Kennziffer von 118,0). In acht weiteren Standorten verfügen die Einwohner allesamt über 9.000 Euro. Am unteren Ende der Rangliste liegen Geislingen an der Steige (Kennziffer 88,6), Murrhardt (Kennziffer 91,0) und Eislingen an der Fils (Kennziffer 92,1), die aber immer noch nicht weit unter dem Bundesdurchschnitt liegen.
Einordnung der IHK Region Stuttgart: Trotz weiterhin steigender einzelhandelsrelevanter Kaufkraft –wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß als in der Vergangenheit – nehmen die stationären Handelsbetriebe eine zunehmende Kaufzurückhaltung der Kunden wahr. Die Kunden und Kundinnen spüren die zum Teil stark gestiegenen Preise in einigen Bereichen und erleben unsichere wirtschaftliche Verhältnisse und reagieren darauf mit verhaltener Kauflust. Dies sind weiterhin Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie darauffolgender internationaler Konflikte (Ukraine, Naher Osten) mit den damit verbundenen Problemen für Lieferketten und hoher Energie- und Rohstoffkosten, dies sind aber auch der zunehmende Online-Handel, die Handelskonflikte mit den USA und die insgesamt lahmende Weltwirtschaft.
Einzelhandelsumsatz
Die Region Stuttgart belegt beim Pro-Kopf Umsatz im stationären Einzelhandel lediglich Rang 47 von 79 IHK-Bezirken. Etwa 6.930 Euro nehmen die stationären Händler pro Einwohner ein, was 217 Euro weniger sind als im Bundesdurchschnitt. Bei diesem Indikator schneiden im Bundesgebiet viele eher städtisch geprägte Regionen besser ab, was bei genauer Betrachtung nicht verwundert. Auch grenznahe IHK-Bezirke wie Hochrhein-Bodensee (mit der Nähe zur Schweiz auf Platz eins) schneiden gut ab. Viele große Kammerbezirke schaffen respektable Plätze – Hamburg (2. Platz) und Düsseldorf (3. Platz) liegen vorn, Frankfurt/Main, München, Köln und Berlin verteilen sich zwischen den Rängen fünf und elf. Die Region Stuttgart rutscht hier aber deutlich nach hinten und findet sich nur noch auf dem 47. von 79 Plätzen (siehe dazu Tabelle 4 am Ende des Textes).
In der Region Stuttgart liegen naturgemäß die großen Standorte auch beim absoluten Umsatz des stationären Einzelhandels vorn – die Landeshauptstadt mit über 5,1 Milliarden Euro mit großem Abstand vor Ludwigsburg (etwas mehr als eine Milliarde Euro) und Sindelfingen (etwa 780 Millionen Euro). Schlusslicht ist Schwaikheim – hier bringt es der örtliche Einzelhandel nur auf knapp 24 Millionen Euro Umsatz.
Interessanter ist allerdings der Vergleich pro Einwohner: Hier liegt Sindelfingen (über 12.700 Euro beziehungsweise Kennziffer 178,0 bei Deutschland = 100) vor Ludwigsburg (knapp 11.300 Euro beziehungsweise. Kennziffer 157,6), Steinheim (rund 11.200 Euro beziehungsweise Kennziffer 156,7) und Backnang (gut 11.100 Euro beziehungsweise Kennziffer 155,7). Mit etwas Abstand folgt Göppingen (Kennziffer 149,1). Hier finden sich große Teile des Einzelhandels außerhalb der Innenstädte. Diese großen Flächen ziehen Kaufkraft aus anderen Gemeinden ab und führen zu einer Umsatzverlagerung an solche Standorte. Die Kehrseite dazu bilden Orte wie Schwaikheim: Mit einem Pro-Kopf-Umsatz von gut 2.300 Euro und einer Umsatz-Kennziffer von nur etwa 33 zeigen sie, dass in einigen Kommunen der Region die Versorgung der Bevölkerung nur noch untergeordnet vor Ort erfolgt. Hier ist insbesondere der Themenbereich der Nahversorgung bedeutsam, den auch die IHK im Blick hat.
Auch bei den Umsätzen im stationären Einzelhandel ist die Entwicklung in der Region Stuttgart im Zehnjahres-Vergleich deutlich schlechter als im Bundesschnitt. Hierbei muss Esslingen den stärksten relativen Rückschritt seit 2016 verzeichnen (23 Prozent schlechter als im Bundesdurchschnitt). Stark ist die unterdurchschnittliche Entwicklung auch in Göppingen, Stuttgart und Waiblingen (12,5 bis 11,8 Prozent).
Trotz der dramatischen Lage im stationären Einzelhandel liegt die Region Stuttgart in absoluten Zahlen auf dem dritten Platz, was den Umsatz im stationären Einzelhandel betrifft. Gut 19,2 Milliarden Euro klingeln in den Kassen der regionalen Händler. Nur Oberbayern und Berlin liegen noch vor der Region (siehe dazu Tabelle 3 am Ende der Auswertung).
Einordnung der IHK Region Stuttgart: Zwar verzeichnet die einzelhandelsrelevante Kaufkraft der Region Stuttgart seit Jahren geringere Wachstumsraten, ist aber weiterhin im Bundesvergleich überdurchschnittlich stark. Trotzdem überträgt sie sich nicht wie gewünscht in einen starken Einzelhandelsumsatz. Dies rührt daher, dass Kundinnen und Kunden verunsichert sind, was ihre Einkommenssituation angeht. Die Inflation, Mitte 2026 zwar wieder in überschaubareren Größenordnungen, aber immer noch mit Unsicherheit verbunden, und die immer noch hohen Energiepreise schüren Ängste, die sich in Kaufzurückhaltung, vor allem beim mittel- und langfristigen Bedarf, ausprägt. Anschaffungen werden zurückgestellt. Gerade innenstadtrelevante Sortimente sind davon überproportional betroffen.
Einzelhandelszentralität
Die Einzelhandelszentralität ist eine Messzahl für die relative Attraktivität eines Gebietes als Einzelhandelsstandort. Sie errechnet sich aus dem Verhältnis der Indizes von Einzelhandelsumsatz und einzelhandelsrelevanter Kaufkraft (multipliziert mit 100). Im Gegensatz zum Einzelhandelsumsatz (nur stationär) ist bei der Einzelhandelszentralität durch die Einbeziehung der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft auch der Online- und Versandhandel enthalten, daher ist der Abfluss in den Online-Handel bereits eingepreist und Gebiete verzeichnen auch bei einem Wert von 100 mehr Kaufkraftabflüsse als -zuflüsse. Aufgrund der gewachsenen Bedeutung des Online-Handels verzeichnen alle Städte mit einer Einzelhandelszentralität von nicht mehr als 114,6 (Stand 2026) in absoluten Werten einen Kaufkraftabfluss.
Die Region Stuttgart liegt im Bundesvergleich der Regionen mit einer Kennziffer von 91,8 (Deutschland = 100) nur auf Rang 69 von 79, wenn man die stationären Umsätze nicht nur ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt, sondern dabei auch die Kaufkraft der ansässigen Bevölkerung berücksichtigt. Die Region Stuttgart mit ihrer überdurchschnittlichen Kaufkraft schneidet daher in diesem Ranking schlechter ab als bei den Umsätzen. In Baden-Württemberg schafft es die Region Hochrhein-Bodensee (Zentralitätskennziffer 118,5) mit ihrer Nähe zu den kaufkräftigen Schweizer Kunden auf Platz eins des Bundesrankings. Auch alle anderen großen Kammerbezirke schaffen respektable Plätze – Hamburg (6. Platz) und Berlin (8. Platz) liegen mit vorn, München etwas hinter den ersten vier Großen. Die Region Stuttgart aber liegt abgeschlagen auf dem 69. von 79 Plätzen (siehe dazu Tabelle 5 am Ende des Textes).
Innerhalb der Region Stuttgart ist die Rangfolge bei der Zentralität derjenigen der Umsätze ähnlich. Auch hier liegen die schon bei den Umsätzen erwähnten fünf Standorte vorn; alle liegen bei einer Kennziffer von über oder um 150. Auch Schwaikheim als Schlusslicht bei den Umsätzen pro Einwohner bleibt am Ende der Zentralitätsrangliste; die Kennziffer liegt hier wegen der im Vergleich zum Bund höheren Kaufkraft allerdings bei etwa 31.
Im Zehnjahres-Vergleich hat die Zentralität an vielen Standorten der Region im Vergleich mit Gesamtdeutschland abgenommen. Bei der Zentralität musste Esslingen die meisten Federn lassen (Rückgang um 18,6 Prozent!). Starke Rückgänge waren auch in Stuttgart und Göppingen zu verzeichnen (je knapp minus zehn Prozent).
Einordnung der IHK Region Stuttgart: Die leicht steigende einzelhandelsrelevante Kaufkraft kann die dramatischen Verluste im Einzelhandelsumsatz nicht ausgleichen. Dies wird besonders anhand der Einzelhandelszentralität deutlich. Die Kundinnen und Kunden achten zunehmend auf Preise und reduzieren ihre Ausgaben. Möglicherweise verstärkt dies auch den Preisvergleich und Konsum im Online-Handel.
Allgemeine Situation an den Standorten der Region Stuttgart
An vielen Standorten fallen die Kennzahlen und allgemein die Rahmenbedingungen für den stationären Einzelhandel nicht ermutigend aus. Aber auch an Standorten mit scheinbar guten Kennziffern liegt einiges im Argen, und die Situation vieler stationärer Einzelhandelsbetriebe hat sich im Verlauf der letzten Jahre zugespitzt. Teils mussten auch namhafte Traditionsbetriebe aufgeben, was an diesen Standorten zu spürbaren Lücken im Handelsbesatz geführt hat.
Gehen aber wichtige Frequenzbringer im stationären Einzelhandel verloren, wirkt sich dies wieder negativ auf die Besucherzahlen und die Umsatzentwicklung der verbleibenden Einzelhandelsbetriebe aus.
2. Kennzahlen 2026 der Kommunen der Region Stuttgart über 10.000 Einwohner
Tabelle 2: Deutschlandweiter Vergleich der EH-Kaufkraftkennziffern über alle 79 IHK-Bezirke
In diese Tabelle einbezogen wurden die Rangplätze 1-3, die 7 bedeutendsten Kammerbezirke sowie der letzte Platz:
Rang
IHK-Bezirk
Bevölkerung
einzelhandelsrelevante Kaufkraft 2026
stationärer Einzelhandelsumsatz 2026
Zentralitäts-kennziffer
Prognose 2026 Jahres-durchschnitt
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
EH-Kaufkraft-Index D = 100
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
Umsatz-kennziffer D = 100
2026 D = 100
1
IHK für München und Oberbayern
4.766.050
44.672,49
9.373
114,4
37.944,77
7.961
111,4
97,3
2
IHK zu Berlin
3.686.845
29.806,85
8.085
98,7
28.572,04
7.750
108,4
109,8
3
IHK Region Stuttgart
2.771.767
23.973,81
8.649
105,6
19.210,41
6.931
97,0
91,8
4
IHK Hannover
2.569.428
20.849,37
8.114
99,1
18.981,63
7.387
103,4
104,3
5
IHK zu Köln
2.222.987
19.015,47
8.554
104,4
17.523,63
7.883
110,3
105,6
6
IHK Nord Westfalen
2.652.185
21.074,28
7.946
97,0
17.340,67
6.538
91,5
94,3
7
HK Hamburg
1.864.472
16.362,56
8.776
107,2
15.891,49
8.523
119,2
111,3
Tabelle 3: Deutschlandweiter Vergleich der Umsatzkennziffern über alle 79 IHK-Bezirke
In diese Tabelle einbezogen wurden die Rangplätze 1-3, die 7 bedeutendsten Kammerbezirke sowie der letzte Platz
Rang
IHK-Bezirk
Bevölkerung
einzelhandelsrelevante Kaufkraft 2026
stationärer Einzelhandelsumsatz 2026
Zentralitäts-kennziffer
Prognose 2026 Jahres-durchschnitt
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
EH-Kaufkraft-Index D = 100
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
Umsatz-kennziffer D = 100
2026 D = 100
1
IHK Hochrhein-Bodensee
700.623
6.097,41
8.703
106,3
6.307,12
9.002
125,9
118,5
2
HK Hamburg
1.864.472
16.362,56
8.776
107,2
15.891,49
8.523
119,2
111,3
3
IHK zu Düsseldorf
1.106.343
9.964,73
9.007
110,0
9.226,20
8.339
116,7
106,1
5
IHK Frankfurt am Main
1.216.837
11.117,87
9.137
111,6
9.885,99
8.124
113,7
101,9
7
IHK für München und Oberbayern
4.766.050
44.672,49
9.373
114,4
37.944,77
7.961
111,4
97,3
10
IHK zu Köln
2.222.987
19.015,47
8.554
104,4
17.523,63
7.883
110,3
105,6
11
IHK zu Berlin
3.686.845
29.806,85
8.085
98,7
28.572,04
7.750
108,4
109,8
47
IHK Region Stuttgart
2.771.767
23.973,81
8.649
105,6
19.210,41
6.931
97,0
91,8
79
IHK Lippe zu Detmold
345.310
2.736,67
7.925
96,8
1.795,22
5.199
72,7
75,2
Tabelle 4:Deutschlandweiter Vergleich der Umsatzkennziffern über alle 79 IHK-Bezirke
In diese Tabelle einbezogen wurden die Rangplätze 1-3, die 7 bedeutendsten Kammerbezirke sowie der letzte Platz
Rang
IHK-Bezirk
Bevölkerung
einzelhandelsrelevante Kaufkraft 2026
stationärer Einzelhandelsumsatz 2026
Zentralitäts-kennziffer
Prognose 2026 Jahres-durchschnitt
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
EH-Kaufkraft-Index D = 100
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
Umsatz-kennziffer D = 100
2026 D = 100
1
IHK Hochrhein-Bodensee
700.623
6.097,41
8.703
106,3
6.307,12
9.002
125,9
118,5
2
HK Hamburg
1.864.472
16.362,56
8.776
107,2
15.891,49
8.523
119,2
111,3
3
IHK zu Düsseldorf
1.106.343
9.964,73
9.007
110,0
9.226,20
8.339
116,7
106,1
5
IHK Frankfurt am Main
1.216.837
11.117,87
9.137
111,6
9.885,99
8.124
113,7
101,9
7
IHK für München und Oberbayern
4.766.050
44.672,49
9.373
114,4
37.944,77
7.961
111,4
97,3
10
IHK zu Köln
2.222.987
19.015,47
8.554
104,4
17.523,63
7.883
110,3
105,6
11
IHK zu Berlin
3.686.845
29.806,85
8.085
98,7
28.572,04
7.750
108,4
109,8
47
IHK Region Stuttgart
2.771.767
23.973,81
8.649
105,6
19.210,41
6.931
97,0
91,8
79
IHK Lippe zu Detmold
345.310
2.736,67
7.925
96,8
1.795,22
5.199
72,7
75,2
Tabelle 5: Deutschlandweiter Vergleich der Zentralitätskennziffern über alle 79 IHK-Bezirke
In diese Tabelle einbezogen wurden die Rangplätze 1-3, die 7 bedeutendsten Kammerbezirke sowie der letzte Platz
Rang
IHK-Bezirk
Bevölkerung
einzelhandelsrelevante Kaufkraft 2026
stationärer Einzelhandelsumsatz 2026
Zentralitäts-kennziffer
Prognose 2026 Jahres-durchschnitt
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
EH-Kaufkraft-Index D = 100
in Mio. Euro
Euro pro Kopf
Umsatz-kennziffer D = 100
2026 D = 100
1
IHK Hochrhein-Bodensee
700.623
6.097,41
8.703
106,3
6.307,12
9.002
125,9
118,5
2
IHK zu Flensburg
605.565
4.904,59
8.099
98,9
5.047,13
8.335
116,6
117,9
3
IHK für Ostfriesland und Papenburg
499.495
3.778,66
7.565
92,4
3.828,88
7.665
107,2
116,1
6
HK Hamburg
1.864.472
16.362,56
8.776
107,2
15.891,49
8.523
119,2
111,3
8
IHK zu Berlin
3.686.845
29.806,85
8.085
98,7
28.572,04
7.750
108,4
109,8
15
IHK zu Düsseldorf
1.106.343
9.964,73
9.007
110,0
9.226,20
8.339
116,7
106,1
18
IHK zu Köln
2.222.987
19.015,47
8.554
104,4
17.523,63
7.883
110,3
105,6
28
IHK Frankfurt am Main
1.216.837
11.117,87
9.137
111,6
9.885,99
8.124
113,7
101,9
47
IHK für München und Oberbayern
4.766.050
44.672,49
9.373
114,4
37.944,77
7.961
111,4
97,3
Bitte beachten Sie: Zum Verständnis der Werte ist die Kenntnis der zugrundeliegenden Definitionen wichtig; siehe dazu die Grundlagen im letzten Abschnitt „Berechnung der Kennzahlen“. Insbesondere ist zu beachten, dass die Kaufkraftwerte auch Ausgaben im Online-Handel umfassen, die Umsätze dagegen nur diejenigen im stationären Einzelhandel.
3. Schlussfolgerungen
Handelsbetriebe wie auch Standorte benötigen Planungssicherheit und ein positives Umfeld, in dem sie agieren können. Die IHK Region Stuttgart unterstützt Städte und Gemeinden dabei gern begleitend und beratend – wie natürlich auch und vor allem ihre Mitgliedsunternehmen.
Berechnung der Kennzahlen
Einzelhandelsrelevante Kaufkraft
Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ist derjenige Teil der allgemeinen Kaufkraft, der von der Bevölkerung am Wohnort tatsächlich im Einzelhandel (einschließlich Online- und Versandhandel) ausgegeben wird. Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen (Einkommen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, inklusive empfangener Transferleistungen) der Bevölkerung einer Region. Grundlage für die Berechnung ist die Summe aller abhängig und selbständig erzielten Nettoeinkünfte einer Region, ermittelt aus der amtlichen Lohn- und Einkommenssteuerstatistik. Hinzugerechnet werden sonstige Erwerbseinkommen und Transfereinkommen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kinder- und Wohngeld, Renten sowie BAföG. Der Anteil des Einkommens, der im Einzelhandel ausgegeben wird, kann den amtlichen Einkommens- und Verbrauchsstichproben entnommen und mit Hilfe von Regionaldaten zu Einkommensklassen und soziodemografischen Kategorien ermittelt werden. Mit Hilfe von Regionaldaten zu Einkommensklassen und soziodemographischen Kategorien wird die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ermittelt. Basierend auf den Fortschreibungen dieser Daten werden die einzelhandelsrelevante Kaufkraft sowie die Kaufkraftkennziffern für das aktuelle Jahr prognostiziert.
In diesen Werten ist die gesamte einzelhandelsrelevante Kaufkraft enthalten, inklusive der Kaufkraft, die nicht im stationären Einzelhandel ausgegeben wird, also auch die für Online-Einkäufe und Ausgaben im Ausland.
Einzelhandelsumsatz
Im Gegensatz zur einzelhandelsrelevanten Kaufkraft sind im Einzelhandelsumsatz nur die im örtlichen (Einkaufsort!) stationären Einzelhandel getätigten Umsätze zu Endverbraucherpreisen, inklusive Bäckereien, Konditoreien und Metzgereien sowie Factory Outlet Centern enthalten. Weder der Internet- und Online-Handel, noch der Einzelhandel mit Kfz, Krafträdern oder Tankstellen sind Bestandteil der Berechnung. Ermittelt werden der Einzelhandelsumsatz sowie die Umsatzkennziffern auf Basis von Auswertungen vor allem der Einzelhandels-Gutachten der BBE/CIMA-Gruppe und zahlreichen einschlägigen aktuellen amtlichen Statistiken, Desk Research-Recherchen und Handelsdatenbanken. Die Umsätze der Apotheken und Sanitätshäuser sind auf das Segment Selbstmedikation/Ergänzungssortiment (also ohne Arzneimittelverordnungsvolumen GKV, PKV und Sonstige) beschränkt. Da bei der Einzelhandelsrelevanten Kaufkraft als Definition der im stationären Einzelhandel erzielte Umsatz zu Endverbraucherpreisen, inklusive Internet- und Versandhandel, zugrunde gelegt wird, beim stationären Einzelhandelsumsatz die Internet- und Versandhandelsumsätze jedoch nicht berücksichtigt werden (Ort des Kaufaktes und Point of Sale sind beim Internet- und Versandhandel nicht identisch), liegt die Bundessumme bei der Einzelhandelsrelevanten Kaufkraft höher als beim Einzelhandelsumsatz (um den Faktor 1,144).
Zentralitätskennziffer
Die Zentralitätskennziffer zeigt die Kaufkraftbindung einer Stadt oder Gemeinde an und gibt den Netto-Kaufkraftzufluss von oder -abfluss nach außen an. Die Zentralitätswerte stellen also jeweils Saldoangaben dar, die sich aus der Verrechnung von Zu- und Abflüssen eines Einkaufstandortes ergeben. Bei einem Wert über 100 gilt, dass die Kaufkraftzuflüsse aus dem Umland die Kaufkraftabflüsse aus dem Stadtgebiet (um den generellen Abfluss ins Internet von 14,4 Prozent bereinigt) übersteigen. Bei einem Wert unter 100 überwiegen die Abflüsse an das Umland die Zuflüsse von dort.
Berechnung: