Konjunktur Stadt Stuttgart
Nach wie vor lautet die Frage: Kommt der Aufschwung?
Die Stuttgarter Wirtschaft blickt branchenübergreifend so zuversichtlich nach vorn wie seit zwei Jahren nicht mehr, und auch die Investitionsbereitschaft steigt auf den höchsten Stand seither. Die Sorgen um geopolitische Spannungen und Energiepreise lassen nach, bleiben aber auf hohem Niveau. Bremsen bleiben die schwache Inlandsnachfrage, hohe Arbeits- und Energiekosten sowie ein anhaltender Stellenabbau in Industrie und Handel.
Gesamtwirtschaftliche Lage und Erwartungen
Der Lageindikator der Stadt Stuttgart verbessert sich leicht von +3 auf +5 Saldopunkte, allerdings bleibt die Polarisierung der Wirtschaft bestehen. 31 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, 26 Prozent als schlecht. Deutlich stärker hellen sich die Geschäftserwartungen auf. Knapp 30 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte, nachdem es im Frühsommer rund 20 Prozent waren. Gleichzeitig geht nur noch jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) von einer Verschlechterung aus, sodass der Erwartungsindikator entsprechend von -10 auf +8 Saldopunkte springt.
Im Vergleich zur Region Stuttgart hat die Landeshauptstadt Stuttgart ihren Vorsprung bei der aktuellen Geschäftslage eingebüßt. Beide Wirtschaftsräume erreichen mittlerweile +5 Saldopunkte, nachdem Stuttgart im Frühsommer noch um +7 Punkte vorne lag. Ursache ist die Wirtschaftsstruktur, denn aktuell profitiert die industriell geprägte Region stärker von der Erholung der Industrie, während sich die dienstleistungsgeprägte Stadt auf einem Lageplateau befindet. Bei den Zukunftsindikatoren bleibt Stuttgart jedoch klar im Vorteil, sowohl bei den Investitionsabsichten (+11 Saldopunkte) als auch bei den Beschäftigungsplänen (+9 Saldopunkte) liegen die Erwartungen deutlich über dem Niveau der Region.
| Indikator | Stadt Stuttgart | Region Stuttgart |
| Geschäftslage | +5 | +5 |
| Geschäftserwartung | +8 | +1 |
| Auftragseingang | -11 | -6 |
| Exporterwartung | +5 | +11 |
| Investitionserwartung | +9 | -2 |
| Beschäftigungserwartung | -8 | -17 |
Tabelle: IHK-Indikatoren; Saldo der Nennungen „gute Geschäftslage“ und „schlechte Geschäftslage“
Branchen im Fokus
Über alle Branchen hinweg zeigt sich ein einheitliches Muster: Die Erwartungen sind im Plus angekommen, die Lage entwickelt sich verhaltener.
Industrie
Die Stuttgarter Industrie befindet sich weiterhin im Abschwung, auch wenn sich die aktuelle Geschäftslage verbessert. Der Lageindikator steigt gegenüber dem Frühsommer von -19 auf -6 Saldopunkte und der Anteil der Unternehmen mit guter Geschäftslage wächst von 17 auf 26 Prozent.
Noch deutlicher fällt die Aufhellung beim Blick nach vorn aus. Die Geschäftserwartungen hebt sich von -6 auf +16 Saldopunkte und erreichen damit den höchsten Wert seit knapp drei Jahren. Aktuell rechnet nur noch jeder achte Betrieb (12 Prozent) mit einer Verschlechterung der Geschäftslage.
Von einer nachhaltigen Trendwende kann allerdings nicht gesprochen werden, denn der augenscheinliche Aufschwung erfolgt nach wie vor in Zeiten restriktiver Personalpolitik. Knapp die Hälfte der der Unternehmen (48 Prozent) gehen weiterhin von einem Stellenabbau aus und somit verharrt die Beschäftigungserwartung im negativen Bereich. Außerdem erwarten rund zwei Drittel der Betriebe (68 Prozent) rückläufige Exporte für die kommenden zwölf Monate.
Dienstleistung
Nach den verhaltenen Signalen im Frühsommer blickt die Dienstleistungswirtschaft deutlich optimistischer in die Zukunft. Der Erwartungsindikator steigt von -12 auf +8 Saldopunkte, und nahezu ein Drittel der Dienstleister (32 Prozent) rechnet in den kommenden Monaten mit besseren Geschäften.
Diese Zuversicht prägt auch die Unternehmensplanungen, denn die Investitionserwartungen steigen ebenfalls von -5 auf +9 Saldopunkte in den positiven Bereich, während die Beschäftigungsabsichten den Sprung von -6 im Frühsommer nur bis -1 Saldopunkte schaffen.
Gleichzeitig erweist sich die Geschäftslage als bemerkenswert konstant. Mit +14 Saldopunkten im Herbst bewegt sich der Lageindikator fast exakt auf dem Niveau des Frühjahrs von +13.
Diese Zuversicht prägt auch die Unternehmensplanungen, denn die Investitionserwartungen steigen ebenfalls von -5 auf +9 Saldopunkte in den positiven Bereich, während die Beschäftigungsabsichten den Sprung von -6 im Frühsommer nur bis -1 Saldopunkte schaffen.
Gleichzeitig erweist sich die Geschäftslage als bemerkenswert konstant. Mit +14 Saldopunkten im Herbst bewegt sich der Lageindikator fast exakt auf dem Niveau des Frühjahrs von +13.
Handel
Der Handel löst sich zwar vom Tiefpunkt des Frühsommers, bleibt jedoch weiterhin die schwächste Branche der Stadt.
Mehr als die Hälfte der Handelsunternehmen (54 Prozent) bewertet ihre Geschäftslage nach wie vor als schlecht. Gleichzeitig beurteilen inzwischen drei von zehn Betrieben (29 Prozent) ihre Lage als gut, nachdem im Frühsommer kein einziges Unternehmen diese Einschätzung geteilt hatte. Entsprechend verbessert sich der Lageindikator deutlich von -60 auf -25 Saldopunkte, bleibt damit aber weiterhin klar im negativen Bereich.
Mehr als die Hälfte der Handelsunternehmen (54 Prozent) bewertet ihre Geschäftslage nach wie vor als schlecht. Gleichzeitig beurteilen inzwischen drei von zehn Betrieben (29 Prozent) ihre Lage als gut, nachdem im Frühsommer kein einziges Unternehmen diese Einschätzung geteilt hatte. Entsprechend verbessert sich der Lageindikator deutlich von -60 auf -25 Saldopunkte, bleibt damit aber weiterhin klar im negativen Bereich.
Dennoch schlagen sich diese zarten Erholungssignale inzwischen in den Geschäftserwartungen nieder. Ein Drittel der Händler (33 Prozent) rechnet in den kommenden Monaten mit besseren Geschäften, wodurch der Erwartungsindikator von -7 auf +21 Saldopunkte springt und den Zehnjahresdurchschnitt von +6 Saldopunkten deutlich übertrifft.
Beim Personal bleibt der Handel hingegen zurückhaltend. Zwar verbessert sich der Beschäftigungsindikator von -43 auf -22 Saldopunkte, signalisiert jedoch weiterhin einen anhaltenden Stellenabbau.
Risikofaktoren und Investitionsbereitschaft im Fokus
Risiken
Die Risikolandschaft entspannt sich leicht, ohne dass sich das Tableau grundlegend verschiebt.
Die geopolitischen Spannungen verlieren am stärksten an Gewicht und sinken von 51 auf 43 Prozent. Auch die Energiekosten (von 51 auf 47 Prozent) und Lieferkettenprobleme (von 13 auf 11 Prozent) werden etwas seltener genannt. Die Energiepreise bleiben damit aber fast doppelt so häufig ein Risiko wie vor einem Jahr (27 Prozent).
Allerdings bestehen die strukturellen Belastungen unverändert. Die schwache Inlandsnachfrage ist mit 66 Prozent weiterhin das größte Risiko, gefolgt von den hohen Arbeitskosten (52 Prozent). Wirtschaftspolitische Unsicherheiten (41 Prozent) und der Fachkräftemangel (34 Prozent) zählen ebenfalls zu den zentralen Risikofaktoren.
Die geopolitischen Spannungen verlieren am stärksten an Gewicht und sinken von 51 auf 43 Prozent. Auch die Energiekosten (von 51 auf 47 Prozent) und Lieferkettenprobleme (von 13 auf 11 Prozent) werden etwas seltener genannt. Die Energiepreise bleiben damit aber fast doppelt so häufig ein Risiko wie vor einem Jahr (27 Prozent).
Allerdings bestehen die strukturellen Belastungen unverändert. Die schwache Inlandsnachfrage ist mit 66 Prozent weiterhin das größte Risiko, gefolgt von den hohen Arbeitskosten (52 Prozent). Wirtschaftspolitische Unsicherheiten (41 Prozent) und der Fachkräftemangel (34 Prozent) zählen ebenfalls zu den zentralen Risikofaktoren.
Investitionen
Die Unternehmen öffnen wieder ihre Budgets. Nach -1 Saldopunkt im Frühsommer steigen die Investitionserwartungen auf +9 Saldopunkte, den höchsten Wert seit zwei Jahren. Knapp ein Drittel der Unternehmen (31 Prozent) plant höhere Inlandsinvestitionen, 48 Prozent wollen ihre Ausgaben konstant halten, 22 Prozent rechnen mit sinkenden Investitionen.
Inhaltlich stehen weiterhin Digitalisierung (65 Prozent) und Ersatzbedarf (60,8 Prozent) im Fokus, gefolgt von Innovationen (44 Prozent). Wohingegen vor einem Jahr nur 8 Prozent der investierende Unternehmen eine Kapazitätserweiterung anvisierte, plant dies mittlerweile jedes Vierte (21 Prozent) , was dem 10-Jahres-Durchschnitt (20 Prozent) entspricht.
Inhaltlich stehen weiterhin Digitalisierung (65 Prozent) und Ersatzbedarf (60,8 Prozent) im Fokus, gefolgt von Innovationen (44 Prozent). Wohingegen vor einem Jahr nur 8 Prozent der investierende Unternehmen eine Kapazitätserweiterung anvisierte, plant dies mittlerweile jedes Vierte (21 Prozent) , was dem 10-Jahres-Durchschnitt (20 Prozent) entspricht.
Fazit
Die Zuversicht kehrt quer durch alle Branchen zurück, die Unternehmen investieren wieder. Die leichte Entspannung bei geopolitischen Risiken und Energiepreisen zeigt Wirkung.
Ob daraus ein tragfähiger Aufschwung wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Die aktuelle Lage zieht bislang nur langsam nach, und auf dem Arbeitsmarkt kommt die Erholung noch nicht an. Schwache Inlandsnachfrage, hohe Arbeits- und Energiekosten sowie die eingetrübten Exportaussichten der Industrie bleiben die zentralen Belastungsfaktoren. Gelingt hier eine spürbare Entlastung, kann sich die Erholung verfestigen. Bleiben die Risiken bestehen oder kommen gar Neue hinzu, droht die neue Zuversicht schnell wieder zu schwinden.
Ob daraus ein tragfähiger Aufschwung wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Die aktuelle Lage zieht bislang nur langsam nach, und auf dem Arbeitsmarkt kommt die Erholung noch nicht an. Schwache Inlandsnachfrage, hohe Arbeits- und Energiekosten sowie die eingetrübten Exportaussichten der Industrie bleiben die zentralen Belastungsfaktoren. Gelingt hier eine spürbare Entlastung, kann sich die Erholung verfestigen. Bleiben die Risiken bestehen oder kommen gar Neue hinzu, droht die neue Zuversicht schnell wieder zu schwinden.
Über die Umfrage:
Diese Auswertung beruht auf der IHK-Konjunkturumfrage, an welcher zwischen dem 14. September und 2. Oktober 2026 insgesamt 823 Unternehmen aus der Region teilgenommen haben – darunter 169 Unternehmen aus der Stadt Stuttgart.
Die IHK-Konjunkturumfrage ist mehr als nur ein Stimmungsbarometer – sie ist ein direkter Draht zur Wirtschaftspolitik. Ihr Unternehmen möchte auch an der IHK-Konjunkturumfrage teilnehmen? Sie können sich gerne mit einer formlosen E-Mail an konjunktur@stuttgart.ihk.de anmelden.
Diese Auswertung beruht auf der IHK-Konjunkturumfrage, an welcher zwischen dem 14. September und 2. Oktober 2026 insgesamt 823 Unternehmen aus der Region teilgenommen haben – darunter 169 Unternehmen aus der Stadt Stuttgart.
Die IHK-Konjunkturumfrage ist mehr als nur ein Stimmungsbarometer – sie ist ein direkter Draht zur Wirtschaftspolitik. Ihr Unternehmen möchte auch an der IHK-Konjunkturumfrage teilnehmen? Sie können sich gerne mit einer formlosen E-Mail an konjunktur@stuttgart.ihk.de anmelden.