Ausbildung

Neuer Ausbildungsberuf: Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice

Dienstleister für die Mobilität von morgen. Kaufleute für Verkehrsservice verbinden Service, Beratung und kaufmännische Tätigkeiten in der Verkehrs- und Mobilitätsbranche. Der Beruf wurde ursprünglich im Jahr 1997 entwickelt und bislang vor allem im öffentlichen Personenverkehr ausgebildet.
Seitdem haben sich Tätigkeitsprofile, Kundenerwartungen und betriebliche Strukturen deutlich verändert. Insbesondere Entwicklungen wie Digitalisierung, neue Mobilitätsangebote sowie veränderte Anforderungen an Beratung, Service und Kommunikation prägen heute die Branche.
Vor diesem Hintergrund wurde der Ausbildungsberuf überarbeitet und modernisiert.

Neue Ausbildungsordnung ab August 2026

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien, den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis eine neue Ausbildungsordnung erarbeitet. Diese tritt zum 1. August 2026 in Kraft. Mit der Neuordnung erhält der Beruf auch eine neue Bezeichnung: „Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice“.
Die modernisierte Ausbildung greift aktuelle Entwicklungen der Mobilitätsbranche auf und passt das Berufsbild an veränderte Anforderungen in Unternehmen an.

Inhalte und Kompetenzen der modernisierten Ausbildung

Ein Schwerpunkt der neuen Ausbildungsordnung liegt auf der stärkeren Ausrichtung auf Mobilitätsdienstleistungen und deren Umsetzung. Darüber hinaus werden projektorientierte Arbeitsweisen sowie zusätzliche Kompetenzen vermittelt.
Zu den zentralen Inhalten gehören unter anderem:
  • Entwicklung und Umsetzung von Mobilitätsdienstleistungen
  • projektorientiertes Arbeiten
  • erweiterte Kompetenzen in Kommunikation und Fremdsprachen
  • professionelle Problem- und Konfliktlösung im Kundenkontakt
  • Deeskalationstechniken im Service- und Beratungsbereich
Auch der Umgang mit unterschiedlichen Personengruppen – beispielsweise mit mobilitätseingeschränkten Reisenden – wird im neuen Ausbildungsprofil stärker berücksichtigt.
Zudem wurde mit der integrativen Berufsbildposition „im Arbeitskontext kultursensibel handeln“ der zunehmenden Internationalität und Diversität in der Mobilitätsbranche Rechnung getragen. Darüber hinaus sind die im Jahr 2021 modernisierten Standardberufsbildpositionen vollständig integriert.

Änderungen in der Prüfungsstruktur

Neben den inhaltlichen Anpassungen wurde der Ausbildungsberuf auch strukturell neu gefasst.
Wesentliche Änderungen sind:
Im mündlichen Prüfungsteil wird künftig eine Gesprächssimulation eingesetzt. Damit können berufstypische Beratungs- und Verkaufsgespräche realitätsnah dargestellt und bewertet werden.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung stehen Kaufleuten für Mobilität und Verkehrsservice verschiedene berufliche und akademische Weiterbildungswege offen.
Mögliche Fortbildungsabschlüsse sind beispielsweise:
Diese Qualifikationen eröffnen zusätzliche Karriereperspektiven innerhalb der Mobilitäts- und Verkehrsbranche.

Umsetzung der neuen Ausbildungsordnung

Die modernisierte Ausbildungsordnung sowie der dazugehörige Rahmenlehrplan für den schulischen Teil der dualen Ausbildung lösen die bisherige Regelung aus dem Jahr 1997 ab.
Zur Unterstützung der Umsetzung wird das Bundesinstitut für Berufsbildung eine Umsetzungshilfe für die Ausbildungspraxis veröffentlichen. Diese erläutert die wichtigsten Neuerungen und enthält Hinweise zur Planung und Durchführung der Ausbildung.
Die Publikation erscheint voraussichtlich im Juni 2026 in der BIBB-Reihe „Ausbildung gestalten“ und wird kostenlos über die Internetseite des BIBB verfügbar sein.