Sonderauswertung der Bezirkskammer Rems-Murr

Wirtschaft im Rems-Murr-Kreis – Herbst 2026

Die Zuversicht kehrt zurück, doch viele Herausforderungen bleiben bestehen.

Konjunktur im Rems-Murr-Kreis: Stimmungsaufhellung, aber weiterhin viele Herausforderungen

Die Wirtschaft im Rems-Murr-Kreis zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung. Nach einer längeren Phase wirtschaftlicher Unsicherheit hellt sich die Stimmung in vielen Unternehmen leicht auf. Die Erwartungen an die kommenden Monate haben sich verbessert, und die Zahl der Betriebe, die von einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage ausgehen, nimmt ab. Positive Impulse kommen insbesondere von einer wieder anziehenden internationalen Nachfrage, Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie einer insgesamt etwas günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Gleichzeitig bleibt die aktuelle Situation für zahlreiche Unternehmen herausfordernd. Hohe Energie-, Arbeits- und Standortkosten, eine weiterhin verhaltene Inlandsnachfrage sowie geopolitische Unsicherheiten belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Viele Betriebe agieren deshalb weiterhin zurückhaltend bei Investitionen und Personalentscheidungen.
„Die Wirtschaft im Rems-Murr-Kreis gewinnt langsam wieder an Zuversicht. Von einem kräftigen oder selbsttragenden Aufschwung kann allerdings noch keine Rede sein. Positiv ist, dass weniger Unternehmen mit einer weiteren Verschlechterung rechnen. Gleichzeitig bleiben die Betriebe mit Blick auf ihre aktuelle Lage und die kommenden Monate zurückhaltend“, sagt Claus Paal, Präsident der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr
Für die kommenden Monate überwiegt dennoch die Hoffnung auf eine schrittweise Erholung. Vor allem exportorientierte Unternehmen sowie innovative Branchen könnten von den verbesserten Rahmenbedingungen profitieren. Ob daraus ein nachhaltiger Aufschwung entsteht, hängt jedoch maßgeblich von der Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland ab.
„Schimpfen und darauf warten, dass sich die Rahmenbedingungen verbessern, genügt nicht. Wir wissen, was wir können. Wir kennen unsere Stärken, unsere Produkte, Dienstleistungen und Technologien. Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen, aber wir dürfen unseren unternehmerischen Erfolg nicht davon abhängig machen, dass die Politik endlich handelt“, so Claus Paal
Aus Sicht der IHK bleibt es deshalb entscheidend, die Unternehmen durch investitions- und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu stärken, Bürokratie abzubauen und die Fachkräftesicherung konsequent voranzutreiben. Nur so können die Betriebe im Rems-Murr-Kreis die Chancen einer wirtschaftlichen Belebung nachhaltig nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.

Gesamtwirtschaft

Die Gesamtwirtschaftslage hat sich gegenüber dem Frühsommer durchschnittlich leicht verbessert. Als gut bewerten 23,2 Prozent (FS 23,9 Prozent) der befragten Unternehmen aus dem Rems-Murr-Kreis ihre Wirtschaftslage. Ihre aktuelle Lage als zufriedenstellend bewerten 50,4 Prozent (FS 47,5 Prozent). 26,5 Prozent der Unternehmen betrachten ihre Lage als schlecht. Im Frühsommer waren dies 28,6 Prozent.
Die Erwartungen für die kommenden 12 Monate zeigen im Moment ein leicht positives Bild. 19,4 Prozent (FS 19,7 Prozent) rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Mit einer Verschlechterung rechnen 22,8 Prozent (FS 25,5 Prozent) der befragten Unternehmen. 57,7 Prozent (FS 54,8 Prozent) der Unternehmen gehen zumindest von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus.
Die Ergebnisse im Einzelnen

Industrie

Aktuell bewerten 22,2 Prozent (FS 27,8 Prozent) der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut, eine schlechte Lage melden 37,5 Prozent (FS 35,6 Prozent). Mit befriedigenden Geschäften rechnen 40,3 Prozent (FS 36,7 Prozent).
Die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich weiter leicht verbessert.30,6 Prozent (FS 24,5 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, nur noch 9,7 Prozent (FS 16 Prozent) mit einer Verschlechterung. Mit gleichbleibenden Erwartungen von 59,7 Prozent (FS 59,6 Prozent) blicken die Unternehmen in die Zukunft.
Die Kapazitätsauslastung liegt weiterhin bei 77,3 Prozent (FS 77,3 Prozent)

Handel

Im Groß- und Einzelhandel betrachten fast doppelt so viele Unternehmen mit 25,6 Prozent (FS 13 Prozent) ihre Lage als gut. Zufrieden sind 41 Prozent (FS 54,3 Prozent). Schlecht bewerten ihre Lage 33,3 Prozent (FS 32,6 Prozent).
Die grundlegende Zurückhaltung der Kunden führt weiterhin dazu, dass 43,6 Prozent (FS 39,1 Prozent) der Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Situation erwarten. Mit gleichbleibenden Geschäften rechnen nur noch 43,6 Prozent (FS 54,3 Prozent). Eine Verbesserung erwarten immerhin 12,8 Prozent (FS 6,5 Prozent). Eine Änderung der wirtschaftlichen Situation ist weiterhin nicht in Sicht.

Dienstleistung

Es betrachten nur 21,6 Prozent (FS 28,5 Prozent) der befragten Unternehmen ihre Lage als gut. Zufrieden mit ihrer Lage zeigen sich immerhin 64,6 Prozent (FS 49,2 Prozent) der Unternehmen. 13,8 Prozent (FS 22,3 Prozent) bewerten ihre Lage als schlecht.
Hinsichtlich der Geschäftserwartung gehen nur noch 15,1 Prozent (FS 21,9 Prozent) der Unternehmen von einer Verbesserung in den kommenden 12 Monaten aus. 60 Prozent (FS 49,5 Prozent) gehen von gleichbleibenden und 24,9 Prozent (FS 28,6 Prozent) von schlechteren Ergebnissen aus.

Exporterwartungen

Der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden Exporten rechnen, hat sich mit 25,2 Prozent wieder deutlich verbessert (FS 15,7 Prozent). Der Anteil der Unternehmen mit stabilen Erwartungen liegt bei 51,8 Prozent (FS 59,7 Prozent). Der Anteil negativer Stimmen ist mit 23 Prozent (FS 24,6 Prozent) weiter leicht gesunken.
Weitere detaillierte Information zur konjunkturellen Einschätzung der Außenwirtschaftsentwicklung für die Region Stuttgart sind im Außenwirtschaftsbarometer der IHK Region Stuttgart enthalten, siehe hier.

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Risiken

Beschäftigungszahlen