Wirtschaftslagebericht Herbst 2026
Aufhellung, aber kein stabiler Aufwärtstrend
Nach dem konjunkturellen Einbruch im Frühsommer zeigt sich im Herbst 2026 eine Aufhellung, besonders ausgeprägt in der Industrie.
„Der Frühsommer-Rückschlag, auch in Folge des Krieges in Nahost, scheint überwunden. Für einen wirklichen Aufschwung fehlt es aber noch an Nachfrageimpulsen und Zuversicht in der Breite, bei gleichzeitig zu hoher Kostenbelastung“, so Bezirkskammerpräsident Axel Kunkel mit Blick auf die Umfrageergebnisse im Landkreis.
Im Vergleich zum Frühsommer ist der Anteil der „gut“ Lagebewertungen von rund 18 auf 32 Prozent gestiegen. Der Anteil der „schlecht“ Rückmeldungen ist von 29 auf 20 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz ist im Vergleich zum Herbst 2025 bei mehr Unternehmen gestiegen als gefallen (38 zu 35 Prozent). Bei der Frage nach der derzeitigen Tendenz beim Auftragseingang geben rund 27 Prozent „steigend“ und 31 Prozent „fallend“ an. Das ist eine deutliche Entspannung gegenüber dem Frühsommer, als es 19 zu 39 Prozent Rückmeldungen gab. Die Geschäftserwartungen für die nächsten 12 Monate fallen mit 21 Prozent „verbessern“ und 28 Prozent „verschlechtern“ Angaben besser aus als zuletzt (12 zu 35 Prozent), sind mit Blick auf die Geschäftsrisiken aber noch recht verhalten.
Die schwache Inlandsnachfrage, die hohen Energiepreise und Arbeitskosten sowie die geopolitischen Spannungen sind dabei die Top-Nennungen (67/61/52/49 Prozent). Das hat auch zur Folge, dass die inländischen Investitionspläne der Unternehmen mit 18 Prozent „zunehmen“ und 29 Prozent „abnehmen“ Rückmeldungen zurückhaltend bleiben. Eine steigende Beschäftigtenzahl erwarten lediglich rund 9, eine fallende dagegen 31 Prozent der Unternehmen.
„Das Zusammenwirken von hohen Energiepreisen, Arbeitskosten und Steuern sowie zu viel Bürokratie ist ein eindeutiger Standortnachteil und hemmt Investitionen hier bei uns. Diese strukturellen Bremsen müssen endlich gelöst werden“, fordert Kunkel.
Beim Blick in die Branchen zeigen sich in der Industrie mit 41 Prozent „gut“ und 19 Prozent „schlecht“ Angaben deutlich verbesserte Lagebewertungen. Deren Geschäftserwartungen sind mit 27 Prozent „verbessern“ und 22 Prozent „verschlechtern“ Rückmeldungen aber nur vorsichtig optimistisch. Im Baugewerbe bremsen hohe Baupreise und erschwerte Finanzierungsbedingungen die Nachfrage. Im sehr heterogenen Dienstleistungssektor liegt der Saldowert aus „gut“ minus „schlecht“ Lageangaben mit knapp 20 Prozentpunkten wieder deutlicher im Plus, nach 5 im Frühsommer. Verbesserte Lagebewertungen kommen insbesondere von Ingenieurbüros und Beratungsspezialisten. Das Gastgewerbe spürt die verbreitete Konsumzurückhaltung und muss zudem gestiegene Kosten verkraften. Der Einzelhandel beklagt verbreitet ein zurückhaltendes Kaufverhalten seiner Kunden. Der produktionsverbindende Großhandel profitiert von einer verbesserten Nachfrage aus der Industrie, aber noch nicht aus der Bauwirtschaft.
An der Herbst-Umfrage der IHK Region Stuttgart haben im Zeitraum 14. September bis 2. Oktober 2026 insgesamt 823 Unternehmen teilgenommen, darunter 142 aus dem IHK-Bezirk Ludwigsburg.
Den ausführlichen Wirtschaftslagebericht Herbst 2026 der IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne zur Verfügung.