IHK-Konjunkturbericht Esslingen-Nürtingen Herbst 2022

Rezessionssorgen wachsen

Die Wirtschaft im Landkreis Esslingen startet mit ausgeprägtem Pessimismus ins letzte Quartal des Jahres. Bereits im Frühsommer waren die Erwartungen in den negativen Bereich gerutscht, nun werden die konjunkturellen Risiken – Energiepreise, Gasmangel, Inflation, Wertschöpfungsketten - von der regionalen Wirtschaft noch kritischer bewertet. Der Erwartungsindikator ist auf -34 Punkte gefallen.
Trotz aller dunklen Wolken am Horizont bewerten die Unternehmen die aktuelle Lage derzeit noch mehrheitlich positiv. (27 Prozent „gut“ gegenüber 16 Prozent „schlecht“) Im Frühsommer meldeten allerdings noch knapp 40 Prozent der Unternehmen eine gute Lage.

Ausblick & Einschätzung der Unternehmen

Die potenziellen Auswirkungen der Entwicklung in den kommenden Monaten sollte daher nicht unterschätzt werden. Die Schwierigkeiten für die Unternehmen sind vielfältig und Deutschland steht am Beginn einer Rezession. Die ersten Vorboten zeigen sich in den verhaltenen Investitionsplänen der Unternehmen mit einem bereits deutlich sichtbaren Nachfragerückgang in den Investitionsgüterbranchen sowie einem kräftigen Minus bei den Auftragseingängen aus dem Inland wie aus dem Ausland, vor allem bei der unseren Landkreis prägenden Industrie. Die immer noch verhältnismäßig hohe Kapazitätsauslastung in der Industrie beruht vor allem auf der Abarbeitung des Auftragsbestands, der auch durch Lieferengpässe der vergangenen Monate hervorgerufen wurde. Auch die Beschäftigungspläne der Esslinger Unternehmen weisen eine zunehmend negative Tendenz auf. Mehr als jedes fünfte Unternehmen geht für die kommenden 12 Monaten von einem Beschäftigtenabbau aus. Viel wird zudem davon abhängen, ob es in den nächsten Monaten zu einer tatsächlichen Energiemangellage mit möglichen Rationierungen/Abschaltungen bei Strom & Gas kommt. Auftragseingängen aus dem Inland wie aus dem Ausland, vor allem bei der unseren Landkreis prägenden Industrie. Die immer noch verhältnismäßig hohe Kapazitätsauslastung in der Industrie beruht vor allem auf der Abarbeitung des Auftragsbestands, der auch durch Lieferengpässe der vergangenen Monate hervorgerufen wurde. Auch die Beschäftigungspläne der Esslinger Unternehmen weisen eine zunehmend negative Tendenz auf. Mehr als jedes fünfte Unternehmen geht für die kommenden 12 Monaten von einem Beschäftigtenabbau aus. Viel wird zudem davon abhängen, ob es in den nächsten Monaten zu einer tatsächlichen Energiemangellage mit möglichen Rationierungen/Abschaltungen bei Strom & Gas kommt.

Branchen

Den deutlichsten Lageeinbruch hat die Industrie zu verzeichnen. Zu Jahresbeginn waren noch fast 60 Prozent der Unternehmen in einer guten Lage. Jetzt sieht sich die Branche angebotsseitig sowohl durch hohe Energiekosten als auch durch weiterhin fragile Wertschöpfungsketten unter Druck. Nachfrageseitig macht sich zunehmende Investitionszurückhaltung bemerkbar. Die Banken melden bereits im Herbst einen starken Rückgang bei den Investitionskrediten. Insgesamt 58 Prozent der Industrieunternehmen erwarten für die kommenden 12 Monate eine Verschlechterung der Geschäfte.
Der Handel ist mit hohen Verbraucherpreisen konfrontiert, die auf den Erträgen und der Nachfrage lasten. Nicht erfüllt hat sich die Hoffnung, dass die Verbraucher mit dem in der Pandemie zwangsgesparten Geld Konsum nachholen, statt es für Energierechnungen zurückzuhalten.
Auch die Dienstleistungsbranche kann sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Immerhin rund 30 Prozent der Unternehmen hatten im Frühsommer noch positive Erwartungen, nun ist auch hier der Indikator deutlich in den negativen Bereich gerutscht. Bei den personenbezogenen Dienstleistungen drückt auch die Sorge vor erneuten pandemiebedingten Einschränkungen auf die Stimmung. Weihnachten im Zeichen von Gasmangel und Coronavirus lassen nicht nur im Gastgewerbe eine verhaltene Nachfrage erwarten.

Risiken

Die Unternehmen im Kreis sehen sich in einem selbst im Vergleich zum Beginn der Coronapandemie nicht gekannten Ausmaß durch eine Vielzahl an Risiken in ihrer Entwicklung bedroht. Bei den Rohstoffkosten melden die Unternehmen eine leichte Entspannung gegenüber dem Frühsommer. Über 50 Prozent Nennungen liegen aber immer noch deutlich über den Werten von 2021.
Die Energiekostenprobleme haben dafür deutlich zugenommen. Dies betrifft keineswegs nur energieintensive Industriebranchen, sondern beispielsweise auch Handel und Gastgewerbe massiv.
Die Verunsicherung der Privathaushalte durch stark explodierende Energiekosten und hohe Inflationstraten schlagen sich in der Konsumnachfrage nieder und nähren auch die Sorge vor steigenden Arbeitskosten.
Der Fachkräftemangel bleibt weiterhin eines der größten Risiken, zum Teil auch wegen der Abwanderung der Beschäftigten in andere Branchen. In der Konjunkturumfrage für die Gesamtregion Stuttgart liegt der Fachkräftemangel sogar an Platz zwei der genannten Risiken.
Keine guten Noten bekommt die Wirtschaftspolitik mit dem größten Zuwachs bei den Nennungen als wirtschaftliches Risiko.