Zahlen und Fakten rund ums Gründen

DIHK Report Unternehmensgründung 2025: Mehrheit der Gründer unzufrieden mit Standortbedingungen

Der Gründungsstandort Deutschland verliert weiter deutlich an Attraktivität, das zeigt der aktuelle Report der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zum Thema. Demnach sind mittlerweile fast sechs von zehn Gründerinnen und Gründer unzufrieden mit den Rahmenbedingungen hierzulande – sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Gründungsdynamik verlieren heißt Zukunft verlieren
"Diese Entwicklung bereitet mir große Sorge, nicht nur als Präsident, sondern auch als Unternehmer", sagt DIHK-Präsident Peter Adrian. "Gründerinnen und Gründer sind ein Innovationsmotor unserer Volkswirtschaft. Wenn wir ihre Dynamik verlieren, verlieren wir Zukunft. Gerade junge Unternehmerinnen und Unternehmer sind es, die in schwierigen Zeiten Chancen erkennen und den Mut aufbringen, Neues zu wagen. Ihr Unternehmergeist verdient nicht nur Respekt, sondern auch bessere Rahmenbedingungen."
Hauptmotiv: zum Gründen berufen
Laut DIHK-Report bleibt die "unternehmerische Berufung" der entscheidende Antrieb zur Gründung. In rund zwei Dritteln der IHK-Gründungsberatungs-Gespräche geben Interessierte den Wunsch, Unternehmer zu sein, als Hauptmotiv zur Gründung an. Aber auch andere Faktoren gewinnen an Gewicht. Der Mangel an Erwerbsalternativen liegt als Motiv zur Gründung mit 34 Prozent so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bei den Gründerinnen spielt der Wunsch nach mehr Flexibilität, beispielsweise zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, traditionell eine überdurchschnittliche Rolle.
Ein Lichtblick ist das zunehmende Gründungsinteresse von Frauen. Mittlerweile lassen sich fast genauso viele Frauen wie Männer zum Thema Gründung beraten. Vor 20 Jahren lag der Anteil gerade bei etwas mehr als einem Drittel.
Bürokratieabbau ganz oben auf der Wunschliste
Die Gründerinnen und Gründer haben genaue Vorstellungen davon, wie Gründen wieder attraktiver werden kann: Nach Meinung von drei Vierteln der Befragten sind schnellere und einfachere Regularien nötig. Mehr als die Hälfte fordern ein einfacheres Steuerrecht. Weit oben auf der Liste der Gründenden stehen außerdem ein besserer Zugang zu öffentlichen Fördermitteln, mehr Verständnis für das Unternehmertum in der Gesellschaft und niedrigere Energiepreise.

Gründungsgeschehen in Bayerisch-Schwaben

Das Interesse an Unternehmensgründungen in Bayerisch-Schwaben hat leicht zugenommen, in der Region ist der Gründungsgeist stabil. Einen großen Anteil daran haben auch die Frauen. „Männer nutzen zwar öfter die Beratung, aber weibliche Gründungsinteressierte setzen ihre Ideen häufiger in die Tat um“, berichtet Heide Becker, Leiterin des Beratungszentrums Recht und Betriebswirtschaft der IHK Schwaben.