Energie - 25.08.2026

EU treibt Elektrifizierung voran

Die EU-Kommission hat Ihren Aktionsplan zur Elektrifizierung vorgestellt. Ziel des Plans ist, fossile Energien zunehmend durch Strom zu ersetzen. Davon betroffen sind vor allem Industrie, Verkehr und Gebäude. Dabei wird auch auf eine Weiterentwicklung der Stromnetze und der Netzentgelte gesetzt.
Der Aktionsplan zur Elektrifizierung der EU-Kommission ist eine Mitteilung. Er selbst führt keine neuen Pflichten für Unternehmen ein.

Mehr Strom im Energiemix

Strom deckt heute etwa 23 Prozent des Energiebedarfs in der EU ab. Laut EU-Kommission stagniert dieser Anteil jedoch seit etwa zehn Jahren. Nun soll erneut Schwung in die Elektrifizierung kommen. Bis 2040 soll dafür der Anteil auf 46 Prozent steigen.
Zeitbereich Aktueller Stand oder Ziel
Stromanteil heute 23 Prozent
Referenzwert 2030 32 Prozent
Richtwert 2040 46 Prozent

Strom soll attraktiver werden

Ein besonderes Hemmnis sieht die Kommission beim Verhältnis von Strom- und Gaspreisen. Dieses belief sich laut statistischem Bundesamt für Nicht-Haushalte im 2. Halbjahr 2025 in Deutschland auf ungefähr 3:1. Elektrische Lösungen können demnach aufgrund der vergleichsweise hohen Stromkosten wirtschaftlich benachteiligt sein. Die EU-Kommission möchte deshalb unter anderem über Netzentgelte, Steuern, mehr Flexibilität und Speicher gegensteuern.

Industrie besonders im Blick

Die Industrie verbraucht fast ein Viertel der Energie in der EU. Folglich sieht die EU-Kommission besonders hier großes Potenzial für eine Elektrifizierung. Dabei verweist sie auf Möglichkeiten mit denen bereits heute industrielle Prozesse elektrifiziert werden könnten. Dazu zählen unter anderem industrielle Wärmepumpen, oder bei höheren benötigten Temperaturen Widerstandsheizungen und Elektrolichtbogenöfen. Für solche Investitionen und Anpassungen plant die EU-Kommission weitere Unterstützung. Noch voraussichtlich Ende 2026 soll eine zweite Auktion für industrielle Wärme starten. Zudem prüft die Kommission einen EU-weiten Mechanismus zur Bündelung industrieller Stromnachfrage. Dieser soll den Zugang zu CO₂-armer Energie verbessern und finanzielle Risiken bei sogenannten “Power Purchase Agreements”, kurz PPA, verringern.

Das Problem mit dem Stromnetz

Mehr Elektrifizierung bedeutet gleichzeitig einen höheren Bedarf an leistungsfähigen Stromnetzen. Schon heute reichen die verfügbaren Netzkapazitäten nicht überall für neue Anschlussanfragen aus. Verzögerungen beim Netzausbau und lange Wartschlangen für Netzanschlüsse sind mögliche Folgen.
Der Plan setzt deshalb auf Speicher und einen flexiblen Stromverbrauch. Unternehmen und andere Verbraucher sollen demzufolge Strom stärker dann nutzen können, wenn er günstig verfügbar ist und das Netz dies zulässt. Der schnellere Ausbau intelligenter Messsysteme soll hierfür eine wichtige technische Grundlage schaffen.

Quellen und weitere Informationen: