Interview

Interview: Digital erfolgreich - Impulse und Methoden

Wie können Sie die Erweiterung Ihres Kerngeschäfts um vermarktbare Digitalangebote erfolgreich angehen? Die Experten Marcel Möstel und Dr. Sebastian Heger vom IoT-Dienstleister tresmo GmbH geben im Interview wichtigste Tipps.

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, um vermarktbare Digitalangebote zu schaffen?
Die wichtigste Voraussetzung für die Erschaffung vermarktbarer Digitalangebote ist es, das richtige Verständnis dafür zu entwickeln. Was sind eigentlich digitale Produkte und Dienstleistungen? Digitalisierung alleine um der Digitalisierung Willen ist wertlos aber teuer. Wichtig ist also zu verstehen, was ist das Ziel eines solchen Angebots und warum braucht mein Unternehmen das? Wie geht man ein solches Projekt richtig an und welche Kompetenzen brauche ich in meinem Projektteam und wer sind die richtigen Partner an meiner Seite?

Was sind die häufigsten Fehler/Fallstricke?
Wir begleiten seit fast zehn Jahren  IoT-, Cloud- und App-Initiativen in unterschiedlichsten Branchen. Dabei begegnen uns viele vermeidbare Fehler. Bei vielen Anfragen steht die Frage nach den technischen Möglichkeiten vor der Frage nach dem Kundennutzen. Wir treffen auf ein gewaltiges Buzzword-Bingo wie Edge, Predictive Maintenance oder Data Lake, aber häufig sind ganz zentrale Anforderungen nicht klar. Darüber hinaus begegnen uns auch klassische Fehler, wie falsche Kostenschätzungen oder -gewichtungen und eine zu späte und fehlende Integration wichtiger Partner. Manche Projekte erschaffen beispielsweise Digitalangebote ohne jemals mit ihrem Vertrieb gesprochen zu  haben oder die Frage zu klären, wer die Lösung letztlich eigentlich betreiben soll.
Am problematischsten ist jedoch eine mangelhafte Kultur in den Unternehmen. Insbesondere im Umgang mit Unschärfe. IoT-Initiativen werden häufig sehr linear betrachtet und genauso schrittweise geführt wie erprobte, klassische Produktentwicklungen. In digitalen Projekten stößt man so häufig auf strukturelle und kommunikative Probleme, die zum Scheitern führen. Deswegen ist das richtige Verständnis für die erfolgreiche Erschaffung von Digitalangeboten unheimlich wichtig. Man muss verstehen, dass es viele unbekannte Unbekannte gibt und wie man diese angeht. Dass das mit den richtigen Methoden  möglich ist, zeigen uns viele sehr erfolgreiche Unternehmen in der Digitalbranche. 

Wie und mit welchen Mitteln, ist der Einstieg in die digitale Produktwelt am besten zu schaffen?
Von Beginn an sind klare Ziele und klare Mehrwerte absolut maßgeblich. Alle Beteiligten müssen ein einheitliches Verständnis erlangen. Machen Sie sich klar, wer die Zielgruppe(n) des Angebots ist und welche Bedürfnisse diese wirklich hat. Mit Hilfe verschiedener Ansätze lassen sich eine kurze Time-to-Market realisieren und die konkreten Marktbedarfe oder Differenzierungspotenziale validieren. Dazu ist eine transparente und horizontale Kommunikation zwischen allen Team-Mitgliedern und beteiligten Partnern notwendig.
Was einleuchtend klingt, ist in der Realität aber gar nicht so einfach zu schaffen. Es gibt viele Ansätze und Methoden, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Oft wird “Agilität” als Allheilmittel angepriesen. Die Wahrheit ist, es kommt drauf an. Die richtige Methode in der individuellen Situation auszuwählen erfordert viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. 
Herausragende IoT-, Cloud- und App-Lösungen für eine digitale Welt für Menschen  zu erschaffen - das ist die Mission von tresmo. Es geht also auf jeden Fall um Digitalisierung. Aber was macht ihr denn ganz konkret?

Wir interpretieren uns als ganzheitlicher Partner für die Produktentwicklung und digitale Innovationen rund um das Internet der Dinge (IoT). Viele Dinge kann man heute bereits als “smarte” Produkte erwerben. Aber Vernetzung ohne Ziel und Plan ist sinn- und wertlos. Wichtig ist von Beginn an alle wichtigen Entscheidungen auf dem Radar zu haben und digitale Angebote zu konzipieren, die echten Nutzen bringen und einen Markt haben. Hier bringen wir viel Erfahrung ein, stellen die richtigen Fragen, zeigen gnadenlos ehrlich Lücken in Konzepten auf und übernehmen die Entwicklung der IoT- Cloud- und App-Lösung sowie die Koordination aller weiteren benötigten Partner. Vergleichbar mit einem Bauleiter, wenn Sie ihr Haus “schlüsselfertig” bauen lassen.
Aber wir bauen nicht nur “schlüsselfertige” Digitalangebote. Wir denken bereits bei der Konzeption über die operativen Herausforderungen nach und geben wichtige Hinweise, u.a. vertrieblicher und betrieblicher Natur sowie zu Marketing-Einsatz und Schulungsformaten. Alles für den digitalen Erfolg unserer Kunden. 

Nehmen wir mal ein Beispiel, das jeder kennt, den Thermomix. Welche Rolle hat tresmo bei der Entwicklung der intelligenten Funktionen gespielt?
Der Thermomix ist spätestens seit der dritten Generation ein echter Vorreiter in Sachen Automatisierung. Das sollte auch in einer digitalen Zukunft so bleiben. Es galt deshalb die Visionen von morgen schon heute in greif- und testbare Anwendungen und Konzepte zu gießen.
Wir bei tresmo forschten und entwickelten zusammen mit Vorwerk und ausgewählten Partnern an künftigen Angeboten und an einer innovativen Anwendung rund um das Produkt. In einem eng abgestimmten Team schaffte tresmo zudem über UX- und UI-Prototypen neue Interaktionskonzepte für eine neue Produktlinie. Im Bereich User Research validierten unsere Experten Ideen und Prototypen mittels moderner Testverfahren und erprobten diese gemeinsam mit verschiedenen Zielgruppen.
Die eng mit dem Thermomix verknüpfte Plattform Cookidoo ermöglicht den Zugang zu über 50.000 Rezepten und ist in zahlreichen Ländern und Sprachen verfügbar. Eine einfache Handhabung der Online-Angebote rund um den Thermomix ist demnach entscheidend über den Erfolg. Das interdisziplinäre Know-How von tresmo ermöglicht es, gewonnene Erkenntnisse schnell und zielgerichtet in den Entwicklungsprozess einfließen zu lassen. So verbindet tresmo das, was ohnehin zusammengehört: Design und Entwicklung.

Das hatte einen direkten B2C Bezug. Gibt es auch ein Beispiel für digitale Produkte im B2B Bereich, mit dem sich ein klassisches Produktionsunternehmen identifizieren kann?
Unser langjähriger Kunde Qio zum Beispiel ist Vermieter mobiler Heizzentralen. Die Anlagen schaffen zeitnah Abhilfe und überbrücken oft die vielen Monate bis zur Inbetriebnahme einer neuen stationären Heizung. Doch Mietheizungen hatten bis dato einen schwerwiegenden Mangel: Anlagenausfälle und -Wartungsbedarfe konnten nur an den Anlagen selbst festgestellt werden – dann waren die Gebäude häufig schon ausgekühlt und die Kunden unzufrieden.
Als Visionär in der Branche brachte Qio gemeinsam mit tresmo das Internet der Dinge in mobile Heizsysteme: Die Online-Plattform Qio Live bietet den Qio-Kunden volle Transparenz über die Betriebsdaten ihrer Heizzentralen via Smartphone oder PC. Auffälligkeiten im Anlagenbetrieb werden mittels Hinweis / Warnung per SMS oder Email zeitnah übermittelt und erläutert. Bei Störungen werden mögliche Fehlerquellen identifiziert und Lösungsansätze erläutert.
QioLive ist präzise an den Anforderungen der Kunden ausgerichtet und etabliert ein neues Niveau an Sicherheit und Transparenz im Betrieb mobiler Heizzentralen. Ein klarer Mehrwert und echtes Verkaufsargument. 
 
Besuchen Sie unser Event und lernen von den Experten, wie der Einstieg gelingt.
Digital erfolgreich – Impulse und Methoden auf dem Weg zu vermarktbaren Digitalangeboten rund um IoT und Ihr Kerngeschäft
21. Oktober 2021 | 10.00 bis 12.00 Uhr
IHK Schwaben | Stettenstraße 1+3 | 86150 Augsburg
Marcel Möstel | Head of Solutions | tresmo GmbH
Dr. Sebastian Heger | Solution Specialist | tresmo GmbH
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