Tourismus

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo) in der Tourismuswirtschaft

Die EU-Richtlinie EmpCo regelt europaweit einheitlich, wie mit Umweltaussagen umgegangen werden muss. Jedes EU-Land setzt sie in nationales Recht um – in Deutschland geschieht das über eine Anpassung des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG).
Begriffe wie "nachhaltiger Urlaub", "klimaneutrales Hotel" oder "grüne Anreise" sind ab dem 27. September 2026 nur noch mit belastbarem Nachweis erlaubt. Wichtig zu wissen: Die EmpCo-Richtlinie verbietet Nachhaltigkeitskommunikation nicht grundsätzlich. Wer seine Aussagen konkret und nachweisbar gestaltet, darf weiterhin damit werben.

Was bedeutet das für Betriebe?

  • Kommunikation prüfen. Nachhaltigkeitsaussagen auf Websites, Imagebroschüren, Social Media, Messeauftritten, B2B-Material für Reiseveranstalter, Speisekarten, Zimmermappen und so weiter brauchen einen sichtbaren Bezug im selben Medium: statt "regional & nachhaltig" lieber "Rindfleisch aus Weidehaltung von Hof XY, 30 km entfernt.
  • Bio- oder Regionalanteile beziffern, wenn nicht die ganze Karte betroffen ist: statt "Bio-Frühstück" besser "Frühstücksbuffet mit mindestens 60 % Bio-Zutaten".
  • Prüfen, ob eigene Gütesiegel durch anerkannte Zertifizierungen ersetzt werden müssen (zum Beispiel Viabono, Green Key, EU Ecolabel, DEHOGA Umweltzeichen) – oder klar als unverbindliche Angaben kennzeichnen.
  • Lieferketten und Nachweise dokumentieren, damit Herkunfts- und Regionalangaben belegbar sind. Wer mit regionaler Herkunft, Bio-Zertifizierung oder energetischer Sanierung wirbt, sollte die Belege griffbereit haben.

Weiterführende Unterstützung

Nachhaltigkeit in Unternehmen

Das Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen ist überall präsent. Es bezieht sich auf die Bereiche Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Gesellschaft. Nachhaltigkeit betrifft jeden. Egal in welcher Position. Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wirtschaften schon nachhaltig. Aber sie berichten selten darüber. So bleibt eine gute Möglichkeit zur positiven Außendarstellung ungenutzt.
Hier finden Sie Informationen, wie vor allem KMU das Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen umsetzen und darüber berichten können.

Kostenloses Energiecoaching

Die Energieeinsparpotenziale von Unternehmen aller Größenordnungen sind meist nicht ausreichend ausgeschöpft. Im Rahmen des IHK-Energiecoaching informieren wir Sie kostenlos über Möglichkeiten und Potenziale eines optimierten Energieeinsatzes in Ihrem Unternehmen.

Energie sparen schafft Handlungsspielraum

Die Preisexplosion bei Strom, Gas, Öl, Kohle & Co. trifft fast jedes Unternehmen empfindlich. Zudem ist – auch wenn sich Deutschlands Gasspeicher zurzeit wieder füllen – die mittelfristige Energieversorgung der deutschen Wirtschaft nicht gesichert. Spätestens zu Beginn der Heizperiode im Herbst/Winter 2022 wird es nicht nur auf jede zusätzlich produzierte Kilowattstunde Energie ankommen. Auch jede eingesparte Kilowattstunde trägt dazu bei, die Versorgungssicherheit der regionalen Wirtschaft länger zu gewährleisten. Weitere Hinweise und Informationen rund um das Energie sparen.

Handlungsempfehlungen zum Energiesparen

Die DEHOGA hat ein Merkblatt der Energiekampagne Gastgewerbe erstellt, in dem zahlreiche Handlungsempfehlungen zur Senkung der Energiekosten zusammengefasst sind. Viele weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie zudem auf der Website der Energiekampagne.

DZT-Leitfaden für Nachhaltigkeitskommunikation

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat anlässlich der neuen EmpCo-Richtlinie einen Handlungsleitfaden für eine verständliche und glaubwürdige Nachhaltigkeits-kommunikation herausgebracht. Ab September 2026 gelten europaweit verbindliche Regeln, die Greenwashing vorbeugen und transparente Umweltaussagen fördern sollen. Der Leitfaden zeigt Touristiker, wie Nachhaltigkeit rechtskonform und zugleich inspirierend vermittelt werden kann: konkret statt vage, belegt statt behauptet. Er empfiehlt klare Aussagen mit überprüfbaren Fakten, den Verzicht auf Eigenlabel und unrealistische Zukunftsversprechen sowie konsistente Kommunikation über alle Kanäle. So wird Nachhaltigkeit zur echten Qualitäts- und Vertrauensbotschaft im Tourismus.

Praxisleitfaden Nachhaltigkeit für Tourismusdestinationen

Der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) hat die zweite, aktualisierte Auflage seines Praxisleitfadens zur nachhaltigen Entwicklung von Tourismusdestinationen veröffentlicht. Der Leitfaden unterstützt Tourismusstandorte dabei, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und konkrete Maßnahmen in den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Verantwortung umzusetzen.

Kieler Mehrwegverbund

Im Juli 2026 ist der Kieler Mehrwegverbund gestartet, eine Initiative zur Steigerung der Mehrwegquote in der Stadt bei To-Go-Getränkebechern.

Kommunale Verpackungssteuer

Hohe Kosten für Betriebe, Kommunen und Verbraucher, aber nur geringer ökologischer Nutzen: Eine von der DIHK und weiteren Verbänden in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt, was kommunale Verpackungssteuern wirklich bringen.
Die Studie "Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern" wurde von der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH gemeinsam mit dem ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH erstellt. Grundlage sind umfangreiche Marktdaten, Auswertungen der GVM-Datenbanken, Experteninterviews sowie Vor-Ort-Recherchen in Kommunen mit bestehender Verpackungssteuer. Auftraggeber der Studie sind die DIHK, die Allianz Verpackung und Umwelt (AVU), der Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS), die Papierindustrie, der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI), der Handelsverband Deutschland (HDE), der Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV) sowie die Arbeitsgemeinschaft für Serviceverpackungen (PRO-S-PACK).
Die IHK Schleswig-Holstein spricht sich gegen die Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer aus. Wir erkennen die Notwendigkeit an, das in Teilen vorhandene Abfallproblem in Kommunen anzugehen und sind offen für alternative Lösungen. Eine Verpackungssteuer ist nach unserer Auffassung jedoch als Problemlösung ungeeignet, da sie erhebliche wirtschaftliche und bürokratische Belastungen nach sich zieht, ohne den gewünschten Umwelteffekt sicherzustellen.

Digitalisierung in Unternehmen

Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet touristischen Unternehmen neue Möglichkeiten, wettbewerbsfähig zu bleiben und auf die Erwartungen digitaler Gäste zu reagieren.
Das Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus unterstützt kleine und mittlere Unternehmen der Tourismusbranche bei den Themen digitale Transformation und Nachhaltigkeit.
Entdecken Sie kompakte Beispiele aus Tourismus, Gastronomie und Hotellerie. Die OnePager zeigen, wie Betriebe gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus digitale Lösungen erfolgreich umsetzen. Von Online-Buchung über KI-gestützte Gästekommunikation bis zu smarten Abläufen: Sie erhalten verständliche Einblicke in praxiserprobte Maßnahmen, die sich schnell übertragen lassen.

Förderhinweis

Das Mittelstand-Digital Netzwerk bietet mit den Mittelstand-Digital Zentren und der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von konkreten Praxisbeispielen und passgenauen, anbieterneutralen Angeboten zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenfreie Nutzung.

Broschüre: Digital erfolgreich im Tourismus

Die Broschüre des Mittelstand-Digital Zentrums Tourismus zeigt, was Digitalisierung im Tourismus bereits bewirkt. Mit klaren Zahlen, erfolgreichen Projekten und praxisnahen Materialien für touristische Unternehmen. Neben 11 Good Practices bietet sie einen Blick auf Zukunftstrends sowie pointierte "Stimmen aus der Branche“, die einordnen, wo der Tourismus heute digital steht und welche nächsten Schritte wichtig sind.

Digitale Vermarktung für Ferienunterkünfte: Neuer Leitfaden zeigt einfache Wege zu mehr Buchungen

Wie werden Ferienwohnungen und Ferienhäuser online besser sichtbar? Unser neuer Leitfaden zeigt praxisnah, wie digitale Vermarktung, Preisgestaltung und Gästeerlebnis zusammenspielen.

Webinar-Aufzeichnungen

Aufzeichnung vom 19. März 2026
In diesem Webinar zeigt Ihnen Kassian Alexander Goukassian, Gründer & CEO der falkemedia Group und des AI-Ready Campus, wie Unternehmer, Führungskräfte und Teams KI als praktischen Hebel in ihren Alltag integrieren.
Aufzeichnung vom 23. April 2026
In diesem Webinar zeigt Ihnen Matthias Wirz, Geschäftsführer von AccessGO, kompakt und praxisnah, welche Anforderungen konkret gelten und welche Schritte jetzt entscheidend sind, um Rechtskonformität zu erreichen. Die rechtlichen Vorgaben werden verständlich erklärt und anhand typischer Beispiele aus der Praxis eingeordnet.