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Didaktische Kompetenz in Perfektion
Wer von Technik begeistert ist, findet hier sein Glück: Die G.U.N.T. Gerätebau GmbH in Barsbüttel entwickelt Versuchsanlagen und Lern-Software für das praktische Arbeiten in der Ausbildung.
Berufsschüler in der GUNT Technical Academy in Barsbüttel
Solche Überlegungen stellten Anfang der siebziger Jahre die späteren G.U.N.T.-Gründer an. Auf Grundlage ihrer Entwürfe wurden zwei kleinformatige Testapparaturen für eine Gewerbeschule in Hamburg gebaut. Diesen ersten Prototypen für die Werkstoffprüfung und Regelungstechnik folgten weitere und 1977 bezog die G.U.N.T. Gerätebau GmbH ihre ersten Geschäftsräume in Billstedt. In den achtziger Jahren verlagerte das Unternehmen seinen Sitz in ein neues Gewerbegebiet nach Barsbüttel im Kreis Stormarn.
Der Anbieter von Lehrsystemen für die technische Ausbildung produziert Betriebsanlagen zur praktischen Demonstration – vom Tisch- und Kleingerät zur Wasseraufbereitung oder Kühlung bis zu einem dreißig Meter langen Wind- und Strömungskanal für die Bundesanstalt für Wasserwirtschaft oder einer Mini-Raffinerie für die Veredelung von Rohöl. Hierfür musste auf dem Firmengelände eine ganze Fabrikhalle leergeräumt werden. Aktuelles Produkt-Highlight sind Geräte, mit denen Azubis und Studierende verschiedene Verfahren der Wasserstoffaufbereitung trainieren können. Inklusive des Zubehörs umfasst das eigene Geräteprogramm in sechs Produktkategorien über 1.000 Systeme – verteilt auf mehr als fünfzig Themenbereiche.
Christian Heckmann, Geschäftsführer von G.U.N.T., mit Sales Manager Henry Heckmann (rechts)
„Dabei steht für uns immer der Prozess und nicht das Produkt im Vordergrund“, betont Henry Heckmann, Sales Manager im Export und Enkel des Firmengründers. Kunden sind neben Berufsschulen das Lehrpersonal von Universitäten, Fachhochschulen und Ausbildungswerkstätten von Betrieben sowie Ingenieure in Forschungslaboren. Das G.U.N.T-Servicepersonal installiert die Geräte, nimmt sie in Betrieb und bietet eine Einweisung vor Ort oder Schulungen, Webinare und Seminare in der firmeneigenen Academy oder in Trainingscentern im In-und Ausland an.
Für den Gebrauch der Versuchsanlagen stellt G.U.N.T. außerdem umfangreiches digitales Lehr- und Lernmaterial zur Verfügung. Die Nutzer erhalten Montage- und Demontage-Anleitungen, können Experimente im Unterricht sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten selber durchführen. Für Studieneinrichtungen orientieren sich die Gebrauchsanweisungen an den Curricula, sodass auf dieser Grundlage sogar Prüfungen und Einstellungstests stattfinden. „Wir sind mit unserer Fokussierung auf digitales Lernen und das Ingenieurswesen eindeutiger Marktführer in Deutschland“, so der 30-jährige Henry Heckmann. Er gehört zu den 50 Prozent der Belegschaft, die ein Ingenieurstudium absolviert hat.
Ein weiterer Wettbewerbsvorteil ist für ihn die Fertigungstiefe von mehr als 90 Prozent: „Für Konstruktion und Design haben wir eigene Abteilungen, die Bedienungsanleitungen schreiben wir selbst und sogar die Fertigung von Blechen geschieht bei uns in Eigenregie.“
Marketingleiter Georg Veit treibt die Internationalisierung des Maschinenbauers voran. Schon drei Jahre nach der Gründung schuf G.U.N.T. erste Exportmärkte in Südafrika und der arabischen Welt. Heute hat der norddeutsche Mittelständler 60 Vertriebspartner weltweit und macht circa 85 Prozent seines Umsatzes im Export. Eine gewisse Sorge bereitet dem studierten Ingenieur jedoch das nachlassende Interesse für technische Unterrichtsfächer und Studiengänge, was auch Auswirkungen auf staatliche Fördergelder habe. Zudem wünscht sich Veit mehr Flexibilität des starren dualen Berufsbildungssystems, das mehr Zeit für Projekte und praktische Anwendungen erlauben würde. Die Expansion seines Arbeitgebers hält trotzdem bis jetzt weiter an: Seit 2012 ist die G.U.N.T.-Belegschaft von 100 auf 140 Beschäftigte angestiegen.
Autor: Dr. Jörn Arfs
Veröffentlicht: 30. März 2026
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