IHK-MAGAZIN
Nr. 7168452
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Energie: NordicTwinSeaZone

Modell für stabile Preise und industrielle Wertschöpfung

Die IHK Schleswig-Holstein hat ein Konzept für den Strom- und Wasserstoffmarkt vorgestellt, das die Nutzung von Erneuerbaren Energien effizienter macht und teure Markteingriffe reduziert.
Die zentrale Idee des Modells NordicTwin- SeaZone zum Strom- und Wasserstoffmarkt der IHK Schleswig-Holstein besteht darin, den nördlichsten Teil Deutschlands mit Schleswig- Holstein sowie Hamburg und Westdänemark zu einer Energiezone zu verbinden und dort einen gemeinsamen Strommarkt zu schaffen. So könnten Kosten durch effizientere Energienutzung in ganz Deutschland gesenkt und Platz für weitere erneuerbare Energien geschaffen werden.
Hintergrund des Konzeptes ist die aktuelle Situation auf dem Strommarkt: Der Strompreis ist in ganz Deutschland einheitlich, obwohl sich Erzeugung und Verbrauch regional stark unterscheiden. Besonders im Norden wird durch Windkraft häufig mehr Strom produziert als unmittelbar benötigt. Da die Stromleitungen in andere Regionen nicht ausreichend ausgebaut sind, kann dieser Strom nicht immer dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird. „In der Folge müssen Windkraft- und Solaranlagen zeitweise abgeschaltet werden, während in anderen Regionen gleichzeitig zusätzliche Kraftwerke eingesetzt werden. Dies verursacht unnötige Kosten und belastet das System“, sagt Jan Peter Grigat, Referent für Digitalisierung, Wasserstoff und Offshore-Energie bei der IHK Flensburg.
Innerhalb der NordicTwinSeaZone könnten wir Strompreisspitzen um rund 30 Prozent reduzieren und so Unternehmen und Haushalte spürbar entlasten.
Laut Modell kann eine gemeinsame Energiezone dabei helfen, dieses Ungleichgewicht zu verringern: Strom würde verstärkt dort genutzt werden, wo er entsteht. Das entlastet die Netze, reduziert Abschaltungen von Anlagen und senkt insgesamt die Kosten. „Innerhalb der NordicTwinSeaZone könnten wir Strompreisspitzen um rund 30 Prozent reduzieren und so Unternehmen und Haushalte spürbar entlasten. Zudem könnten die Stromkosten um etwa vier Prozent gesenkt werden. Für Deutschland wäre das ein signifikanter Wettbewerbsvorteil“, erklärt Grigat. Gleichzeitig sieht die IHK neue Möglichkeiten zur Wertschöpfung, etwa für die Herstellung von grünem Wasserstoff oder die Umstellung von Produktionsprozessen auf erneuerbare Energien. „Wir müssten Anlagen bis zu 75 Prozent weniger abregeln und könnten den Strom deutlich effizienter nutzen“, sagt der Referent. Langfristig kann dies neue wirtschaftliche Aktivitäten in der Region fördern. Damit wird der weitere Ausbau erneuerbarer Energien gestärkt. Darüber hinaus könnten Eingriffe in das Stromnetz reduziert werden, was zusätzliche Kosten spart. Grigat sagt: „Die Nutzung von heimisch erzeugter Energie würde die Abhängigkeit von Importen verringern. Gleichzeitig eröffnen sich Perspektiven zur besseren Speicherung von Energie, um sie zeitversetzt nutzen zu können. Dadurch wird die Energieversorgung stabiler und Preisschwankungen werden abgeschwächt.“
Mehr aus den Rubriken: Energie und Nachhaltigkeit
Autorin: Joana Detlefs
Veröffentlicht: Oktober 2026

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