IHK in den Medien

Wie wirkt sich der Krieg im Iran auf die regionale Wirtschaft aus?

Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts sind laut Peter Volkmann, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Handel, Dienstleistungen, Tourismus, Außenwirtschaft für die Unternehmen nicht abschließend einschätzbar, aber die Risiken und Unsicherheiten steigen umso mehr, je länger der Konflikt andauern sollte.
Die Straße von Hormus kann von Schiffen aktuell nicht mehr passiert werden, wodurch die Öl- und Erdgashäfen im Persischen Golf vom Weltmarkt abgeschnitten sind. Aufgrund anderer Bezugsmärkte sind Lieferengpässe hierzulande sehr unwahrscheinlich, die Preiseffekte sind aber deutlich spürbar, da Öl und Gas global nachgefragte Rohstoffe sind und die Preisbildung sich weltweit nach Angebot und Nachfrage richtet.
Vor allen für kleine und mittlere Unternehmen sind steigende Energie- und Rohstoffpreise eine zusätzliche Belastung, die bei engen Margen die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen können. Länger anhaltende Unterbrechungen im Schiffs- und Flugverkehr im Nahen Osten können zudem die Logistik und Lieferketten stören: Verzögerungen, höhere Frachtraten oder Ausfälle bei Vorprodukten sind möglich.
Da die Energiepreise die Preise vieler anderer Produkte, etwa Lebensmittel oder Transportdienstleistungen, nicht nur unmittelbar beeinflussen können, sind weitere Preissteigerungen und höhere Inflationsrisiken möglich, aktuell allerdings noch nicht absehbar.

Wirtschaftsbeziehungen der regionalen Unternehmen in den Nahen Osten

Unser Volkswirt Mario Rothaupt teilte zu den Wirtschaftsbeziehungen der regionalen Unternehmen in den Nahen Osten mit:
Sanktionsbedingt fand im Jahr 2024 kein nennenswerter Handel mit der Islamischen Republik Iran statt: Lediglich Waren im Wert von 652 TEUR wurden exportiert und für 833 TEUR importiert. Der Anteil des Irans an den Exporten Mecklenburg-Vorpommern lag damit bei 0,007 Prozent bzw. der Importe MVs bei 0,009 Prozent.
Insgesamt spielte der Nahe Osten außenwirtschaftlich für Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2024 keine große Rolle: Waren im Wert von 157,3 Mio. EUR wurden exportiert und für 43,9 Millionen EUR importiert. Der Anteil des Nahen Ostens an den Exporten Mecklenburg-Vorpommerns lag damit bei 1,7 Prozent bzw. der Importe Mecklenburg-Vorpommern bei 0,49 Prozent.
In den Nahen Osten wurden vorwiegend Erzeugnisse der Landwirtschaft und Jagd (38 Mio. EUR), Maschinen (36 Mio. EUR) und Nahrungsmittel und Futtermittel (29 Mio. EUR) exportiert.
Die Einfuhren aus dem Nahen Osten kamen hauptsächlich aus den Warengruppen Kokereierzeugnisse und Mineralölerzeugnisse (17 Mio. EUR), Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse (8 Mio. EUR) und Chemische Erzeugnisse (5 Mio. EUR).
[Naher Osten hier: Kuwait, Bahrain, Oman, Katar, Saudi-Arabien, VAE, Jemen; Israel, Jordanien, Libanon, Syrien; Iran, Irak; ohne Türkei, Ägypten und Palästina]
Die rein außenhandelsstatistische Betrachtung würde jedoch dem Einfluss der Region auf den Welthandel nicht gerecht werden, da das Rote Meer als Route für die globale Wirtschaftsseefahrt von herausragender Bedeutung ist.

Berichterstattung

Der Nordkurier nahm diese Infos ebenfalls in seinem Beitrag am 8. März 2026 auf.