Ein Schloss mit hellgelber Fassade.
Nr. 7196770
Ein Schloss mit hellgelber Fassade.
Regional verankert

Wirtschaftsförderung im Barockschloss

In Griebenow entsteht rund um das historische Schloss eine neue Vernetzungsstelle für Unternehmen, Touristen und die regionale Wirtschaft. Der zuständige Verein will damit die Entwicklung des ländlichen Raums voranbringen.
Das kleine Dorf Griebenow liegt an einer Landkreisgrenze. Es gehört noch zu Vorpommern-Rügen, ein Dorf weiter beginnt bereits der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Für den Verein Barockschloss zu Griebenow ist diese Lage mehr als eine geografische Besonderheit. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung und der weiteren Entwicklung des Schlosses.
Wer erstmal hier ist, schaut sich auch an, was die umliegenden Orte noch zu bieten haben und informiert sich dann bei uns über Handwerksbetriebe, Gastronomie und Handelsunternehmen, die einen Besuch wert sind.
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das historische Barockschloss zu erhalten und weiterzuentwickeln. Seit 2019 wird das Gebäude saniert, Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Im Frühjahr 2027 soll auch die Außenanlage fertiggestellt werden.
Für die Umsetzung der umfangreichen Maßnahmen sind zahlreiche Fördermittel notwendig. Diese erhält der Verein in Abstimmung mit den beiden Landkreisen und der Hansestadt Greifswald – eine besondere Konstellation, die sich aus der Lage des Schlosses ergibt.

Vernetzungsstelle für regionale Unternehmen

Das Schloss ist einerseits ein kultureller Anziehungspunkt. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt, von klassischen Konzerten über 90er-Jahre-Partys bis zum Herbstmarkt im Oktober. Aber auch die regionale Wirtschaft soll künftig stärker von dem historischen Ort profitieren. „Es ist in unserer extra ländlichen Region schwierig, Unternehmen zusammenzubringen. Daher hatten wir die Idee, eine Vernetzungsstelle für die regionale Wirtschaft einzurichten“, berichtet Maria Roth, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Barockschloss zu Griebenow.
Ein erster Schritt ist bereits gemacht: Bei einer Auftakttagung kamen Unternehmen aus der Region zusammen. Anfang 2027 soll das Format wiederholt werden. Die geplante Vernetzungsstelle soll im unteren Bereich des Schlosses entstehen. Unternehmen können dort ihre Produkte, Flyer und weitere Informationen präsentieren. Eine Ansprechpartnerin vor Ort soll zudem den Austausch zwischen Betrieben und Interessierten fördern.

Wirtschaft profitiert auch von Kulturtouristen

Die wirtschaftliche Struktur der Region ist vor allem durch Handel und Gastronomie geprägt. „Wir haben hier vor allem Kleingewerbetreibende“, sagt Kurt Günther, ebenfalls Vorstandsmitglied des Vereins. Gerade für diese Unternehmen könne die Vernetzung eine Chance sein, gemeinsam sichtbarer zu werden.
Dabei soll auch der Tourismus eine wichtige Rolle spielen. Ab 2027 wird das Barockschloss Teil der Baltic Manors Route. Diese soll die verschiedenen Schlösser, Guts- und Herrenhäuser in den ländlichen Gebieten rund um die Ostsee bekannter machen. Einerseits sollen die Besucherinnen und Besucher ein gesteigertes Verständnis für die Notwendigkeit des Denkmalschutzes entwickeln, andererseits soll die Route sie dazu animieren, auch abseits der Küstenregion interessante Orte zu entdecken.
Unsere Vereinsmitglieder waren unterwegs und haben die Regionale Vernetzungsstelle bei den Betrieben publik gemacht. Wir haben viel Zuspruch und Material bekommen.
„Wir laufen unter der Überschrift Kunst und Kultur“, sagt Maria Roth. Der Wirtschaft soll das Konzept aber ebenfalls zugutekommen. „Wer erstmal hier ist, schaut sich auch an, was die umliegenden Orte noch zu bieten haben und informiert sich dann bei uns über Handwerksbetriebe, Gastronomie und Handelsunternehmen, die einen Besuch wert sind“, fügt Kurt Günther hinzu.
Die Vernetzungsstelle soll Unternehmen dabei unterstützen, diese zusätzliche Aufmerksamkeit zu nutzen. „Unsere Vereinsmitglieder waren unterwegs und haben das Vorhaben bei den Betrieben publik gemacht. Wir haben viel Zuspruch und Material bekommen“, berichtet Günther.

Unternehmen können sich einmieten

Auch über die Vernetzung kleinerer regionaler Betriebe hinaus möchte der Verein Unternehmen für den Standort gewinnen. Im West- und Ostflügel des Schlosses stehen Büroräume zur Vermietung. Beide Bereiche verfügen über einen Serverschrank, sanitäre Anlagen und einen Küchenbereich. Mehrere miteinander verbundene Räume bieten Platz für Arbeitsplätze, Workshops oder kleinere Teamveranstaltungen. „Wir haben darauf geachtet, dass alles den Anforderungen an modernes Arbeiten angepasst ist“, sagt Günther.
Der Verein würde die Flächen am liebsten komplett an jeweils ein Unternehmen vermieten. Möglich ist aber auch eine Einzelvermietung. Eine Nutzung als Coworking-Space schließt der Verein hingegen aus. „Das haben wir diskutiert. Es wäre eine Alternative, aber für den Verein ist eine Dauervermietung organisatorisch besser zu gewährleisten.“
Zum Schlossgelände gehören außerdem zwei Nebengebäude. Eines wird von der Diakonie genutzt, das andere befindet sich ebenfalls im Besitz des Vereins. Der unsanierte Flachbau links vor dem Schloss ist derzeit noch nicht nutzbar. Perspektivisch soll dort eine historische Markthalle entstehen, die ebenfalls regionale Unternehmen einbindet.
„Dazu sind wir in Gesprächen mit den beiden Landkreisen und dem Greifswalder Oberbürgermeister“, sagt Roth. Bis zur Umsetzung dürfte es allerdings noch dauern. Zunächst konzentriert sich der Verein auf die Eröffnung der Vernetzungsstelle – und darauf, das Barockschloss Griebenow als kulturellen und wirtschaftlichen Anlaufpunkt für die Region weiter zu etablieren.
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