Ein Mann mit Arbeitskleidung und Helm ist im Vordergrund. Im Hintergrund eine Offshore-Plattform und das Meer.
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Durchstarter

Vom Kranservice zur digitalen Wartung

Sein Knowhow rund um Krantechnik hat Martin Lange in die Selbstständigkeit geführt. Mit der Umwandlung seines Unternehmens Cranelog Solutions in eine GmbH stellt der gebürtige Stralsunder nun die Weichen für den nächsten Entwicklungsschritt. Neben seinen Serviceleistungen rund um Krantechnik spezialisiert und entwickelt der Gründer gemeinsam mit einem Rostocker Startup eine App, die Wartungsprozesse effizienter machen soll.
Krane und alles, was damit zusammenhängt, faszinieren Martin Lange seit vielen Jahren. Berufliche Stationen bei Unternehmen wie Liebherr und Palfinger Marine verschafften ihm umfassende Erfahrungen in der Krantechnik. 2023 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete Cranelog Solutions.
Das Unternehmen bietet Wartungs- und Instandhaltungsleistungen sowie technische Dienstleistungen rund um Krane an. Hinzu kommt inzwischen ein weiteres Geschäftsfeld: die Versorgung mit Ersatzteilen. Bis März 2026 war Cranelog Solutions als GbR organisiert, inzwischen erfolgt die Umwandlung in eine GmbH.
Der Weg zu neuen Aufträgen ist für einen spezialisierten Einzelunternehmer jedoch nicht immer einfach, sagt Martin Lange. Große Auftraggeber würden ihre Projekte häufig als Komplettpakete an Generaldienstleister vergeben. „Deswegen funktioniert es für mich über Firmenpartner besser“, sagt Martin Lange. Als Subunternehmer übernimmt er beispielsweise Wartungsarbeiten und kann dabei gleichzeitig neue Kontakte knüpfen. Nicht selten entstehen daraus direkte Kundenbeziehungen.
Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt derzeit auf Rügen. Rund 80 Prozent seiner Aufträge erledigt er nach eigenen Angaben dort. „Auf dem Mukran Port kennt man mich mittlerweile gut“, sagt er. Von Vorteil ist deshalb auch sein Lager auf dem Stralsunder Werftgelände. Dort lagert nicht nur das Equipment für seine Einsätze, sondern auch eine wachsende Auswahl an Ersatzteilen. „Die Nachfrage danach wurde immer mehr“, berichtet Lange. Durch seinen stetig wachsenden Vorrat kann er Kunden schneller unterstützen und sein Angebot erweitern.
An die Gründung seines Unternehmens sei er, wie er selbst sagt, „mit einer gewissen Naivität“ herangegangen. Unterstützung erhielt er unter anderem von der IHK zu Rostock. „Ich habe der IHK den Businessplan vorgestellt und wurde dort sehr gut beraten. Außerdem habe ich mir sehr viel Input aus meinem privaten Umfeld geholt“, erzählt er. Eine Vorlage für sein Geschäftsmodell habe es jedoch nicht gegeben.
Ein Mann mit Arbeitskleidung hantiert mit Krantechnik.
Um sich in der dynamischen Offshorebranche zu behaupten, setzt Martin Lange auf kontinuierliche Marktbeobachtung und Weiterbildung. © Cranelog Solutions
Neben der operativen Arbeit entsteht gerade noch ein weiteres Geschäftsfeld: Gemeinsam mit dem Rostocker Startup Adaept Engineering arbeitet Martin Lange derzeit an einer App, die Wartungsprozesse digital unterstützen soll. Ziel ist es, Maschinen anhand ihres tatsächlichen Zustands zu bewerten und Wartungsmaßnahmen bedarfsgerecht zu planen.
„So wie es aktuell abläuft, verlieren wir in Sachen Wartung eher den Überblick darüber, was die Maschine wirklich braucht“, sagt er. Starre Wartungspläne führten aus seiner Sicht häufig dazu, dass Bauteile vorsorglich ersetzt würden, obwohl dies technisch noch nicht notwendig sei. „Nur weil die Checkliste sagt, es muss etwas ausgetauscht werden, heißt das nicht, dass das auch tatsächlich so ist.“ Die geplante Anwendung soll deshalb einen realitätsnahen Blick auf den Zustand der Maschine ermöglichen. Gerade im Offshore-Bereich entstünden viele Schäden nicht durch intensive Nutzung, sondern weil Anlagen über längere Zeit stillstünden.
Um sich in der dynamischen Offshorebranche zu behaupten, setzt Martin Lange auf kontinuierliche Marktbeobachtung und Weiterbildung. „Die Karten werden regelmäßig neu gemischt, deswegen muss ich immer darüber im Bilde sein, wer der aktuelle Ansprechpartner für bestimmte Projekte ist“, sagt er. Die Plattform LinkedIn sei dabei sein wichtigstes Werkzeug, ergänzt durch Fachveranstaltungen und den regelmäßigen Austausch mit Branchenpartnern.
Auch künftig soll Cranelog Solutions weiter wachsen – allerdings mit Augenmaß. Ende des Jahres möchte Martin Lange seinen ersten Mitarbeiter einstellen, langfristig sollen zwei bis drei weitere Fachkräfte das Team ergänzen. Gleichzeitig setzt er weiterhin auf Kooperationen. „Ich weiß, ich kann nicht immer für alles der Spezialist sein und bediene mich dann auch gern anderer Expertise.“ Für ihn ist genau das ein Erfolgsfaktor: Spezialisierung dort, wo sie Mehrwert schafft, und Zusammenarbeit dort, wo unterschiedliche Kompetenzen gefragt sind.

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