Wirtschaftslage Rheinhessen Jahresbeginn 2026
Der internationale Handel wurde im vergangenen Jahr durch die US-Zollpolitik und Ausfuhrhemmnisse Chinas erschüttert. Das hat zusammen mit anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen im Inland auch in Rheinhessen Spuren hinterlassen. Das zeigt die IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026. Die Unternehmen blicken positiver in die Zukunft, während die Lagebeschreibung negativer als im Vorjahr ausfällt.
Kernergebnisse
- Geschäftsklima stabilisiert sich: Der Index steigt im Vergleich zum Herbst 2025 um 2 Punkte und erreicht damit das Vorjahresniveau von 94 Punkten.
- Geschäftslage bleibt verhalten.
- Geschäftserwartungen und Investitionsabsichten sind weniger pessimistisch als noch im Herbst.
- Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen bleiben das größte Sorgenkind.
- Rotstift bei Beschäftigung: 13 Prozent der Unternehmen planen personelle Kapazitäten aufzubauen, während 30 Prozent Stellen reduzieren wollen.
Geschäftsklimaindex
Der Geschäftsklimaindex, Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung, liegt für Rheinhessen mit 94 Punkten auf Vorjahresniveau. Er liegt weiterhin deutlich unter dem 10-jährigen Durchschnitt von 109 Punkten. Auch die Wachstumsschwelle von 100 Punkten erreicht er nicht. Der Klimaindex bildet sich aus dem Saldo der positiven und negativen Einschätzungen zu Geschäftslage und -erwartungen. Der Dienstleistungssektor ist die einzige Branche, die mit 104 Punkten ein Wachstum erwarten lässt. Das Geschäftsklima in der Industrie ist mit 84 Punkten das Schlusslicht der Branchen, dicht gefolgt vom Handel (85 Punkte).
Konjunkturindikatoren
(Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen)
Investitionen sind ein Seismograf für die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Zwar kalkulieren die Unternehmen erneut mit einem Rückgang der Umsätze und eigener Investitionen. Hoffnungsvoll stimmt, dass die Erwartungen jeweils leicht gestiegen sind. Zugleich werden die Unternehmen insgesamt ihr Personal reduzieren. Die Exporterwartungen bleiben verhalten.
Geschäftsrisiken
Bei der Risikowahrnehmung der Unternehmen zeigen sich Verschiebungen. Zu Jahresbeginn 2026 bewerten jeweils 62 Prozent der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und den Inlandsabsatz als die beiden größten Geschäftsrisiken für die kommenden zwölf Monate. Beide haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, während der Fachkräftemangel von 64 Prozent im Herbst 2023 auf jetzt 42 Prozent in der Risikowahrnehmung erheblich fällt. Weitere bedeutende Risiken sind Arbeitskosten (58 Prozent) und die Energie- und Rohstoffpreise (42 Prozent).
„Bis zu einem nachhaltigen Aufschwung ist es aber noch ein weiter Weg. Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl verbindet die Wirtschaft die Hoffnung auf bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Damit wir wieder Wachstum sehen, braucht es auch in Rheinhessen entschlossenes politisches Handeln. Vor allem bei Infrastrukturvorhaben müssen Planungs- und Genehmigungsprozesse deutlich schneller werden.“
Im Rahmen der repräsentativen IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 wurden 732 Unternehmen aller Größen und Branchen in Rheinhessen befragt.