Berufe A bis Z

Chemikant/-in

Welche Arbeitsgebiete sind typisch für den Beruf?

Chemikanten und Chemikantinnen arbeiten in Produktionsbetrieben der chemischen Industrie sowie verwandter Industrien (z. B. Kunststoff- Kautschuk-, Mineralölverarbeitung, Wirkstoffproduktion, Entsorgungswirtschaft) ; Tätigkeitsfelder sind: Herstellen, Aufbereiten und Verarbeiten chemischer Stoffe und Zubereitungen; Bedienen und Überwachen von Produktionsanlagen; Wartung und Instandhaltung sowie chemisch-technische Arbeiten.

Welche beruflichen Fähigkeiten werden erlangt?

Die Berufsausbildung gliedert sich in:

  1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
  2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
  3. Betriebliche Maßnahmen zum verantwortlichen Handeln (Responsible Care):
    1. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
    2. Anlagensicherheit,
    3. Umweltschutz,
    4. Einsetzen von Energieträgern,
    5. Umgehen mit Arbeitsgeräten und -mitteln einschließlich Pflege und Wartung,
    6. Qualitätsmanagement, Kundenorientierung,
    7. Kostenorientiertes Handeln;
  4. Arbeitsorganisation und Kommunikation:
    1. Planen und Steuern von Prozess-, Betriebs- und Arbeitsabläufen,
    2. Arbeiten im Team,
    3. Informationsbeschaffung, Dokumentation,
    4. Kommunikations- und Informationssysteme;
  5. Umgehen mit Arbeitsstoffen und Bestimmen von Stoffkonstanten,
  6. Verfahrenstechnische Grundoperationen,
  7. Installationstechnische Arbeiten,
  8. Instandhaltung von Fördermitteln,
  9. Messtechnik,
  10. Betreiben von Produktionsanlagen,
  11. Thermische und mechanische Verfahrenstechnik,
  12. Instandhaltung von Produktionseinrichtungen,
  13. Steuer- und Regelungstechnik,
  14. Optimieren von Produktionsabläufen;
  1. Produktionsverfahren,
  2. Verarbeitungstechnik,
  3. Vereinigen von Stoffen,
  4. Trocknen,
  5. Zerkleinern,
  6. Extrahieren,
  7. Klassieren und Sortieren,
  8. Entstauben,
  9. Pneumatik und Hydraulik,
  10. Rohrsystemtechnik,
  11. Elektrotechnik,
  12. Automatisierungstechnik,
  13. Umwelttechnik,
  14. Labortechnik,
  15. Qualitätsmanagement,
  16. Logistik, Transport und Lagerung,
  17. Kälte- und Tieftemperaturtechnik,
  18. Anwenden produktionsbezogener mikrobiologischer Arbeitstechniken,
  19. Internationale Kompetenz,
  20. Digitalisierung und vernetzte Produktion.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Regelausbildungszeit ist 3,5 Jahre (42 Monate).

Nach welcher Ausbildungsordnung wird ausgebildet?

Die Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Chemikanten/zur Chemikantin vom 20.03.2018
Inkrafttreten: 20.03.2018

Welche ist die zuständige Berufsschule?

Für Ausbildungsunternehmen in Landkreisen
Zuständige Berufsschule
Beschulungsform
Brandenburg a.d.H. (BRB)
Potsdam (P)
Potsdam-Mittelmark (PM)
Teltow-Fläming (TF)
Oberstufenzentrum Lausitz
Abteilung 1 im SeeCampus Niederlausitz
Lauchhammerstr. 33
01987 Schwarzheide
Wochenblock
Havelland (HVL)
Oberhavel (OHV)
Ostprignitz-Ruppin (OPR)
Prignitz (PR)
OSZ Uckermark - Abteilung 3
Passower Chaussee 97 a
16303 Schwedt (Oder)
Wochenblock

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Abschlussprüfung findet in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen, Teil 1 und Teil 2, im Rahmen einer gestreckten Abschlussprüfung statt.

Abschlussprüfung Teil 1

Die Ergebnisse der gestreckten Abschlussprüfung Teil 1 gehen zu 40% in das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung ein.
Prüfungsfach Dauer und Art Gewichtung
Schriftlicher Teil
Praktischer Teil
195 Minuten
7 Stunden
40%

Abschlussprüfung Teil 2

Die Ergebnisse der gestreckten Abschlussprüfung Teil 1 gehen zu 60% in das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung ein.
Prüfungsfach Dauer und Art Gewichtung
Schriftlicher Teil
Praktischer Teil
240 Minuten
7 Stunden
60%

Ablauf der mündlichen/praktischen Prüfung

Für den Prüfungsbereich Produktions- oder Verarbeitungsprozess bestehen folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll nachweisen, dass er
  1. einen mindestens eine Wahlqualifikation berücksichtigenden Produktions- oder Verarbeitungsprozess mit mindestens zwei verfahrenstechnischen Grundoperationen, mindestens einer Regelungs- oder Steuerungsaufgabe und mit mindestens einer anlagentechnischen Inspektions- oder Wartungsarbeit durchführen,
  2. Aufträge analysieren und Informationen beschaffen,
  3. Arbeitsmittel festlegen,
  4. Arbeitsabläufe selbstständig und wirtschaftlich planen,
  5. Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen auswählen und ergreifen sowie
  6. Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren kann;

Zusatzqualifikation

Laut Ausbildungsordnung ist keine Zusatzqualifikation möglich.

Wann findet die Prüfung statt?

Die Prüfungszeitpunkte sind in der Ausbildungsordnung geregelt:
Prüfungsteil Prüfungszeitpunkt
Abschlussprüfung Teil 1
Im vierten Ausbildungshalbjahr
Abschlussprüfung Teil 2
Am Ende der Berufsausbildung
Die Prüfungszeitpunkte werden durch die zuständige Stelle (IHK Potsdam) festgelegt. Die festgelegten Prüfungszeitpunkte werden mit Eintragungsbestätigung des Ausbildungsvertrages mitgeteilt.
Die schriftliche Prüfung findet an bundeseinheitlichen Terminen statt. Informationen zu Prüfungsterminen Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle (IHK-PAL)
Die Termine der mündlichen/praktischen Prüfung teilt die zuständige Stelle (IHK Potsdam) 4-6 Wochen vor Termin mit.

Wie ist der Berufsabschluss dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zuzuordnen?

Dieser Abschluss ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) dem Niveau 4 zugeordnet.

Welche Fortbildungsmöglichkeiten habe ich?

Fortbildung Einordnung im DQR
Gepr. Industriemeister/-in Fachrichtung Chemie
DQR 6
Industriemeister/-in (Gepr.) - Fachrichtung Pharmazie
DQR 6