Jahresbilanz 2025: Rückgang der neu eingetragenen Ausbildungsverträge in IHK-Berufen

01/2026 vom 5. Januar 2026
Im Oldenburger Land wurden im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungswirtschaft im Jahr 2025 3986 neu abgeschlossene Ausbildungs-verträge registriert, was einem Minus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Entwicklung differenziert sich nach Berufsgruppen: Im Bereich der gewerblich-technischen Berufe reduzierte sich die Zahl der Verträge leicht um 0,1 Prozent auf 1448 Verträge, während die kaufmännischen Berufe einen Rückgang von 3,1 Prozent (2538 Verträge) verzeichneten. Besonders hervorzuheben ist, dass die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge im gewerblich-technischen Bereich trotz sinkender Zahlen die zweithöchste seit 2016 ist. Dies unterstreicht die anhaltende Bedeutung gewerblich-technischer Ausbildungen für die regionale Fachkräftesicherung.
Die Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. So verzeichnet der Landkreis Friesland eine deutliche Steigerung um 31,7 Prozent, maßgeblich getragen durch starke Zuwächse in der Gastronomie und in den Metallberufen. Demgegenüber steht die Stadt Wilhelmshaven mit einem Minus der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 16,8 Prozent, der vor allem auf deutliche Einbußen im Handel, der Gastronomie sowie in der Elektro- und Metallindustrie zurückzuführen ist.
„Viele Ausbildungsbetriebe hätten zusätzliche Auszubildende eingestellt, wenn geeignete Bewerberinnen und Bewerber beziehungsweise überhaupt Bewerbungen vorhanden gewesen wären. Häufige Defizite in der Ausbildungsreife – insbesondere in Mathematik, in der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und in der Belastbarkeit – erschweren die Besetzung offener Plätze“, sagt Dr. Torsten Slink, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK. „Gleichzeitig zeigen Studien, dass rund 45 Prozent der jungen Menschen noch unentschlossen in Bezug auf ihren beruflichen Werdegang sind und etwa 20 Prozent zunächst ohne weitere Qualifikation arbeiten möchten. Vor diesem Hintergrund ist eine deutlich verbesserte und praxisnahe Berufsorientierung an Schulen und in der Übergangsberatung die zentrale Lösung: Nur so können wir junge Menschen und deren Eltern besser informieren, ihre Ausbildungsreife stärken und die Passung zwischen Angebot und Nachfrage in der Region nachhaltig verbessern.“
Die Ausbildung soll 2026 starten? Auf der Website www.meine-ausbildung-in-niedersachsen.de der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern werden alle freien Ausbildungsplätze in Niedersachsen gebündelt. Aktuell finden Nutzerinnen und Nutzer dort mit Hilfe einer KI mehr als 23.000 freie Ausbildungsplätze. Nicht nur aus Industrie, Handel, Dienstleistungen, sondern auch aus Handwerk, Heilberufen und Pflege in über 300 unterschiedlichen Ausbildungsberufen.
2024 2025 Veränderung
Stadt Delmenhorst
143 148 3,5 %
Stadt Oldenburg
908 894 - 1,5 %
Stadt Wilhelmshaven
345 287 -16,8 %
Landkreis Ammerland
429 432 0,7 %
Landkreis Cloppenburg
636 584 - 8,2 %
Landkreis Friesland
271 357 31,7 %
Landkreis Oldenburg
315 328 4,1 %
Landkreis Vechta
678 635 -6,3 %
Landkreis Wesermarsch
344 321 -6,7 %