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Trotzdem ausbilden
Das neue Ausbildungsjahr startet erst im August, aber schon jetzt ist absehbar: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wird nochmals deutlich zurückgehen.
Der erwartbare Rückgang an neuen Ausbildungsvertragen ist kein Zeichen für eine sinkende Attraktivität der beruflichen Ausbildung. Im Gegenteil. Denn gleichzeitig ist die Zahl an Bewerberinnen und Bewerbern gestiegen. Abgesehen von der aktuellen Wirtschaftslage sind vor allem die mangelnden Berufsstartkompetenzen junger Menschen das Problem.
Lars Baumgürtel, Präsident der IHK Nord Westfalen und Geschäftsführender Gesellschafter der ZINQ GmbH & Co KG (Gelsenkirchen).
Aber gerade deshalb dürfen wir nicht nachlassen: Trotz schwacher Konjunktur und großer Unsicherheit appelliere ich an die Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region und im Münsterland: Bilden Sie weiter aus. Wer heute auf Ausbildung verzichtet, verschärft den Fachkräftemangel von morgen. Das gilt nicht nur allgemein, sondern auch für das eigene Unternehmen.
Viele Betriebe wissen das und gehen mit großem Engagement auf neuen Wegen dagegen an. Aber nicht alle öffnen ihre Ausbildung für neue Zielgruppen, werben intensiver um Nachwuchs und investieren mehr Zeit in Begleitung und Unterstützung.
Genau diesen Weg müssen wir aber gehen. Ausbildung bedeutet heute mehr denn je, junge Menschen zu entwickeln und auf ihrem Weg zu begleiten – es geht nicht darum, ob die Bewerbungsunterlagen perfekt sind, sondern darum, das Potenzial des Bewerbers zu erkennen.
Nur dann bleibt die betriebliche Ausbildung der wichtigste Faktor für den besten Weg in qualifizierte Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe. Wer heute ausbildet, investiert nicht nur in den eigenen Betrieb, sondern in die Zukunft unserer gesamten Region.
Lars Baumgürtel
Präsident der IHK Nord Westfalen
Präsident der IHK Nord Westfalen
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