Wirtschaftsspiegel
Nr. 7175286
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Standort & Politik

Zwölf Kommunen erhöhen Gewerbesteuer

Zwölf der 78 Städte und Gemeinden im IHK-Bezirk Nord Westfalen haben 2026 den Hebesatz der Gewerbesteuer angehoben. In 66 Kommunen bleibt er unverändert. Eine Senkung gab es in diesem Jahr nirgendwo.
Im Durchschnitt liegt der Hebesatz in Nord-Westfalen bei 447 Prozent. Damit liegt die Region unter dem NRW-Durchschnitt von 474 Prozent, aber über dem bundesweiten Durchschnitt von 438 Prozent.

Große Unterschiede im Münsterland

Der Standort beeinflusst die Steuerlast erheblich. Im Kreis Steinfurt zeigt sich dies besonders deutlich: In Wettringen liegt der Hebesatz bei 375 Prozent, in Westerkappeln bei 500 Prozent. Für ein Unternehmen mit einem Gewerbeertrag von 100.000 Euro bedeutet das einen Unterschied von mehr als 4.000 Euro pro Jahr.
„Das sind Kosten, die Unternehmen bei Standortentscheidungen und Investitionsplänen berücksichtigen“, sagt Dr. Fabian Schleithoff, IHK-Geschäftsbereichsleiter Regionalpolitik Münsterland und Volkswirtschaft.
Die höchsten Hebesätze im Münsterland haben Westerkappeln (500 Prozent), Tecklenburg (485 Prozent) sowie Ibbenbüren und Lienen (je 481 Prozent). Besonders stark erhöht haben Dülmen (+44 Punkte auf 479 Prozent), Rheine (+30 auf 460 Prozent) und Recke (+22 auf 444 Prozent).

Marl liegt bei 530 Prozent

In der Emscher-Lippe-Region sind die Hebesätze stabil geblieben. Am höchsten liegen sie in Marl mit 530 Prozent, Recklinghausen mit 520 Prozent und Dorsten mit 505 Prozent.
IHK-Vizepräsident Bernd Eßer warnt davor, kommunale Finanzprobleme über höhere Gewerbesteuern zu lösen. Höhere Standortkosten könnten Investitionsentscheidungen beeinflussen und die wirtschaftliche Basis der Kommunen langfristig schwächen.
Alle Gewerbesteuer-Hebesätze der Kommunen im IHK-Bezirk lassen sich im IHK-Wirtschaftsatlas vergleichen.

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