Geschäftsbericht 2025/2026
Standort
Unsere Wirtschaft stagniert seit sechs Jahren. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik erleben wir: Wachstum ist nicht selbstverständlich. Hausgemachte Probleme blockieren unsere Wirtschaft. Energie ist zu knapp und dadurch teuer. Die Bürokratie erschwert Investitionen. Gute Forschung führt selten zu neuen Geschäftsmodellen. Doch hausgemacht bedeutet: Das können wir ändern. Unsere IHK setzt sich dafür ein, dass die Politik konkrete Lösungen entwickelt – schnell und langfristig. Wir stehen mit vielen Vorschlägen bereit. Die neuen Räte und Bürgermeister in NRW müssen daran genauso mitwirken wie Landes- und Bundesregierung.
Standortanalyse – Wie wirtschaftsfreundlich ist der Niederrhein?
Das haben wir gemeinsam mit Unternehmen aus der Region geprüft. Sie haben über 30 Standortfaktoren bewertet. Darunter Abgaben, Bürokratie und Zustand der Straßen. Die Analyse zeigt, wo Städte stark sind und was besser werden muss. Der Niederrhein ist eine lebenswerte Region mit tollen Freizeitangeboten. Doch bei Gewerbesteuern oder Verwaltungsprozessen ist noch viel Potential. Im Vergleich zur letzten Befragung vor fünf Jahren hat sich zu wenig getan. Wir geben Empfehlungen für die politische Arbeit vor Ort. Dazu sprechen wir mit Bürgermeistern und Räten.
Realsteuern – Hebesätze steigen, Wirtschaft leidet
Mit Sorge sehen wir, dass vermehrt Steuererhöhungen auf der Tagesordnung der kommunalen Räte stehen. Vor allem im Kreis Kleve haben viele Städte höhere Hebesätze beschlossen. Das belastet Betriebe. Wir erwarten, dass die Politik entlastet statt mehr belastet. Kommunen müssen ihre Ausgaben in den Griff bekommen. Haushaltslöcher dürfen nicht auf Kosten der Unternehmen gestopft werden. So sichern wir Investitionen, Arbeitsplätze und Wachstum am Niederrhein.
Kommunalwahl in NRW: Wirtschaft braucht starke Partner
Kommunen entscheiden über Gewerbesteuern, Flächen und Infrastruktur. Sie prägen den Betriebsalltag und sind erste Ansprechpartner für die Betriebe. Trotzdem wird ihre Bedeutung von der Gesellschaft oft unterschätzt. Wir haben Positionen der Wirtschaft für die Politik vor Ort formuliert. Acht Punkte für die nächsten fünf Jahre: Darunter Steuern, Bürokratie und Transformation. Wir setzen auf Vorfahrt für Wirtschaft, weniger Abgaben und eine gute Anbindung. Fachkräfte sollen sich willkommen fühlen.
Wir stehen Bürgermeistern und Räten beratend zur Seite und gehen in den Austausch. Werfen Sie einen Blick in unseren 8-Punkte-Plan.
Mit der Politik im Gespräch: Regional und bundesweit
50 Unternehmer diskutierten mit den Bundestagsabgeordneten Sascha van Beek und Mahmut Özdemir sowie mit Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, über die Lage der Wirtschaft.
50 Unternehmer diskutierten mit den Bundestagsabgeordneten Sascha van Beek und Mahmut Özdemir sowie mit Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, über die Lage der Wirtschaft.
Regelmäßig treffen wir Vertreter von Ministerien und Abgeordnete in Land und Bund. So bringen wir Unternehmer an einen Tisch mit politischen Entscheidern. Sie können auf direktem Weg berichten, wo der Schuh drückt. 2025 sprachen wir mit Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Auch bei Regierungspräsident Thomas Schürmann sowie den Landräten aus den Kreisen Kleve und Wesel platzierten wir unsere Forderungen. Mit einer Unternehmerdelegation reisten wir nach Berlin und brachten die Anliegen unserer Region in die Bundespolitik. Bei jedem Termin machten wir deutlich: Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, mehr Gewerbeflächen und bezahlbare Energie sind entscheidend.
Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer tauschten sich auf ihrer Delegationsreise nach Berlin mit verschiedenen Politikern, unter anderem Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, aus.
Mehr Fläche wagen
Ohne Raum für neue Hallen oder Büros können Unternehmen nicht wachsen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Investitionen wichtig. Sie schaffen Vertrauen, sichern Arbeitsplätze und sorgen für einen attraktiven Standort.
Kommunen brauchen Spielraum für neue Gewerbeflächen. Bereits geplante Gebiete müssen Betriebe schneller nutzen können. Das beinhaltet: Bestehende Gewerbegebiete ausbauen und Brachflächen zügiger entwickeln. Dafür setzen wir uns ein.
2025 haben wir zu 170 Planungs-, Bauantrags- und sonstigen Genehmigungsverfahren Stellungnahmen abgegeben.
Unternehmen brauchen Verlässlichkeit
Unternehmen brauchen einen sicheren Rahmen, um investieren und Arbeitsplätze erhalten zu können. Häufig entstehen Konflikte, wenn neue Wohngebiete an bestehendes Gewerbe heranrücken. Für die Unternehmen besteht das Risiko, dass sie durch Lärmschutzvorschriften in ihrer Tätigkeit eingeschränkt werden. Wichtig ist: Bestehende Genehmigungen müssen gelten. Wer nicht verlässlich planen kann, investiert nicht in die Zukunft. Wir machen uns für klare Regeln stark. Und setzen uns über Beteiligungsverfahren dafür ein, dass Betriebe an ihren bisherigen Standorten uneingeschränkt weiterarbeiten können.
