Standortpolitik
IHK-Unternehmensbarometer 2025
Die Ergebnisse der Wahl zum 21. Deutschen Bundestag am 23. Februar 2025 zeigen, dass sich Deutschland erneut vor der Herausforderung sieht, eine stabile, demokratisch orientierte Regierungskoalition zu bilden. Aus Sicht unserer Unternehmen dürfen sich die etablierten Parteien jetzt nicht in gegenseitigen Schuldzuweisungen verlieren. Aus der Groko darf keine Deko werden – sofern sie kommt, brauchen wir vielmehr eine handlungsfähige Koalition, die mit frischen Impulsen die wirtschaftspolitische Zukunft aktiv gestaltet.
Gerade im Lahn-Dill-Kreis stehen wir vor großen Transformationsaufgaben: von der Modernisierung unserer Infrastruktur über den Ausbau innovativer Technologien bis hin zur Fachkräftesicherung. Die neue Regierung muss den Schwung der Wahl nutzen und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen – mit konkreten Zielen, klaren Zeitplänen und spürbarer Motivation. Ein „Weiter so“ ohne nachhaltige Konzepte würde nicht nur unsere heimischen Betriebe, sondern auch Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährden.
Aus hessenweiter Perspektive betonen auch andere Industrie- und Handelskammern die Dringlichkeit, Prioritäten klar zu setzen und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. An Lahn und Dill spiegelt sich das im jüngst erhobenen IHK-Unternehmensbarometer zur Bundestagswahl 2025 wider, etwa im Kostendruck durch Sozialabgaben, einem Mangel an digitaler Infrastruktur und allen voran bürokratischen Hürden und ewig langen Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Konkret sehen die Unternehmen die drängendsten politischen Aufgaben für die neue Regierung im Bürokratieabbau (97 Prozent), in der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren (82 Prozent) sowie in der Verbesserung der digitalen Infrastruktur (71 Prozent).
Grob die Hälfte aller für das IHK-Unternehmensbarometer im IHK-Bezirk Lahn-Dill Befragten stimmen voll und ganz diesen Aussagen zu:
“Die aktuelle Gestaltung der Energiewende führt zu Mehrkosten im Betrieb und senkt die Wettbewerbsfähigkeit meines Unternehmens.”
“Angesichts geopolitischer Herausforderungen und zunehmender Handelshemmnisse weltweit sollte sich die Bundesregierung zur Entlastung der Unternehmen verstärkt für Handelsabkommen der EU einsetzen.”
„Eine weitere Erhöhung von Substanzsteuern (z.B. Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Grundsteuer) würde meinem Unternehmen sehr schaden und möglicherweise sogar gefährden.“
Folglich bietet der Forderungskatalog des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) für Koalitionsverhandlungen einen Leitfaden, um Wachstum, Beschäftigung und Innovationskraft zu stärken.
5-Punkte-Plan der DIHK für eine starke Wirtschaftspolitik:
- Tempo – Deutschland muss schneller werden!
- Energieversorgung sichern und bezahlbar machen
- Bürokratie abbauen – Freiräume schaffen
- Fachkräftemangel bekämpfen
- Steuerliche Entlastungen und Investitionsanreize schaffen
Statt Dekoration brauchen wir in Berlin mutige Weichenstellungen, die alle Ebenen einbeziehen: Unternehmen, Kommunen, Länder und den Bund. Nur so schaffen wir echte Aufbruchstimmung und bleiben wirtschaftlich zukunftsfest. Für den Standort Lahn-Dill heißt das: Politik und Wirtschaft gemeinsam voranbringen – entschlossen, offen für neue Ideen und immer mit Blick auf das Wohl unserer gesamten Region.
Weitere Informationen zu den „5 Power-Punkte für Wachstum“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) finden Sie im Beitrag „Wirtschaft braucht klare Signale – IHK Lahn-Dill fordert verlässliche Rahmenbedingungen von neuer Bundesregierung“.
Methodik (BTW 25 - Unternehmensbarometer)
Grundlage der Auswertung sind 38 Antworten.
Diese verteilen sich auf die Wirtschaftszweige Industrie (39,5 Prozent), Baugewerbe (2,6 Prozent), Handel (5,3 Prozent), Dienstleistungen (50,0 Prozent) und Gastgewerbe (2,6 Prozent).
Nach Unternehmensgrößenklasse verteilen sich die Antworten wie folgt: 31,6 Prozent der Unternehmen beschäftigen 1- 19 Mitarbeiter, 47,4 Prozent 20-249, 13,2 Prozent 250-999 und 7,9 Prozent mehr als 1.000.
Darunter sind 44,7 Prozent der Unternehmen international aktiv.
Die Umfrage fand vom 27. Januar bis 5. Februar 2025 statt.
Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland in den letzten vier Jahren
Bewertung auf einer Skala von 1 bis 5: 1 = Wettbewerbsfähigkeit hat sich sehr verbessert bis 5 = Wettbewerbsfähigkeit hat sich sehr verschlechtert. In der Grafik wurden die Werte 1 und 2 als "Verbessert" dargestellt; die Werte 4 und 5 als "Verschlechtert".
Hinweis: Durch Anklicken der Grafik wird diese vollständig angezeigt.
Quelle: IHK-Unternehmensbarometer 2025