Konjunktur zum Jahresbeginn 2026
Mit angezogener Handbremse ins neue Jahr
Der konjunkturelle Aufschwung ist auch zu Jahresbeginn 2026 noch nicht wirklich in Sicht. Die wirtschaftliche Lage im Bezirk der IHK Lahn-Dill präsentiert sich zwar etwas positiver, aber nach wie vor sehr verhalten optimistisch und wirkt weiter eingebremst. Bestehende und aufkeimende Krisen bremsen die Unternehmen ein und bürden ihnen zahlreiche Herausforderungen auf. Zu nennen sind beispielhaft nachlassende Inlandsnachfrage, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und auch die Verunsicherung durch handels- und geopolitische Unwägbarkeiten. Das dringend erwartete Wirtschaftswachstum bleibt somit aus, der Aufschwung vorerst fragil.Eine Analyse von Armin Kuplent
Referat Konjunktur
Die Konjunktur auf einen Blick
- Geschäftsklima: In der heimischen Wirtschaft ändert der Klimaindex seine Richtung und steigt zum Jahresbeginn 2026 um sechs Punkte auf einen Wert von 92. Er positioniert sich damit zwar besser als zur Herbstumfrage 2025, bleibt aber weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten.
- Geschäftslage: Der Saldo aus positiven und negativen Antworten zur Beurteilung der aktuellen Lage ergibt ein Minus von 6 Prozent. Die Beurteilung der Geschäftslage verbessert sich somit um fünf Prozentpunkte.
- Erwartungen: Auch der Saldo zu den Erwartungen in zukünftige Geschäfte legt etwas zu. Er steigt von minus 18 Prozent auf minus 10 Prozent in der Befragung zu Jahresbeginn.
- Beschäftigung: Die Beschäftigungsabsichten zeigen sich weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Der Antwortsaldo zum Jahresbeginn 2026 verbessert sich zwar zur Vorumfrage um 7 Prozentpunkte, bleibt aber mit minus 12 Punkten im negativen Bereich.
- Investitionen: Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen für die nächsten 12 Monate weist aufwärts, zeigt sich allerdings saldiert weiterhin eingetrübt. In dem von Zurückhaltung bestimmten Ergebnis erreicht der Saldo zu Jahresbeginn minus 11 Prozent, nach minus 20 Prozent zum Herbst 2025.
- Export: Der Einfluss zahlreicher geopolitischer Ereignisse und Unsicherheiten beeinflusst in hohem Maße die Exporterwartungen. Der Saldo hat sich zum Jahresanfang 2026 leicht von minus 22 Prozent auf minus 9 Prozent verbessert. Allerdings liegt er nach wie vor im negativen Bereich.
- Risiken: In der Umfrage zu Jahresbeginn 2026 stehen mit 60 Prozent der Nennungen schwierige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen an der Spitze des Risikorankings. Die Sorge um eine rückläufige Inlandsnachfrage sowie steigende Arbeitskosten teilen sich mit jeweils 55 Prozent den zweiten Platz. Mit kritischem Blick verfolgt die heimische Wirtschaft weiterhin die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise. Dieses Risiko folgt mit 50 Prozent der Antworten. Platz vier im Ranking nimmt, wie bereits in der Vorumfrage, mit 42 Prozent der Nennungen das Dauerrisiko Fachkräftemangel ein.
Den ausführlichen wirtschaftlichen Lagebericht zum Jahresbeginn 2026 finden Sie unter “Weitere Informationen”