Konjunktur zum Frühsommer 2026
Verunsicherung bremst Investitionen und Wachstum
„Die deutsche Wirtschaft taumelt im Takt einer tiefen Strukturkrise: Hohe Energiepreise, Bürokratie und schwache Nachfrage bringen den Konjunkturmotor aus dem Rhythmus. Aus ‚We will rock you‘ ist ein schmerzhaftes ‚We are rocking on the edge‘ geworden.“Eine Analyse von Armin Kuplent
Referat Konjunktur
Konjunktur in Kürze
- Geschäftsklima
Die Auswertung vermittelt Sorgenfalten. In der heimischen Wirtschaft fällt der Klimaindex zum Frühsommer um zehn Punkte auf einen Wert von 82 Punkten. Er entfernt sich deutlich weiter von der Wachstumsschwelle von 100 Punkten. - Geschäftslage
Der Saldo aus positiven und negativen Antworten zur Beurteilung der aktuellen Lage ergibt aktuell ein Minus von 7 Prozent. Die Beurteilung der Geschäftslage verbleibt somit auf dem Niveau der Umfrage zu Jahresbeginn. - Erwartungen
Der Saldo zu den Erwartungen in zukünftige Geschäfte verschlechtert sich deutlich und zeichnet entscheidend für den gefallenen Klimaindexwert verantwortlich. Er fällt von minus 10 Prozent im Januar auf minus 27 Prozent zum Frühsommer. - Beschäftigung
Die gedämpfte Erwartungshaltung lastet auf den Beschäftigungsabsichten. Die Beschäftigungsplanungen spiegeln zunehmend Zurückhaltung wider. Der Antwortsaldo zum Frühsommer 2026 verschlechtert sich zur Vorumfrage um 7 Prozentpunkte auf minus 19 Prozent. - Investitionen
Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen für die nächsten 12 Monate gibt nach. In der Auswertung zum Frühsommer stellt sich der Saldo um einen Prozentpunkt verschlechtert dar und ergibt minus 12 Prozent. - Export
Die Einflüsse zahlreicher geopolitische Ereignisse und Unsicherheiten wirken sich auf die Exporterwartungen aus. Der Saldo zu den Erwartungen in Geschäfte mit dem Ausland hat sich zum Frühsommer 2026 von minus 9 Prozent auf minus 16 Prozent verschlechtert. - Risiken
In der Umfrage zum Frühsommer 2026 stehen mit 69 Prozent der Nennungen die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise an der Spitze des Risikorankings, gefolgt von den schwierigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 63 Prozent. Die Sorge um eine rückläufige Inlandsnachfrage sehen 60 Prozent und steigende Arbeitskosten 57 Prozent als zu erwartende Risiken. Danach folgt im Ranking mit 38 Prozent der Nennungen das Dauerrisiko Fachkräftemangel.
Den ausführlichen wirtschaftlichen Lagebericht zum Frühsommer 2026 können Sie als PDF downloaden (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 845 KB).