Konjunktur im Herbst 2026

Wirtschaft zeigt erste Erholungssignale

Eine Analyse von Armin Kuplent
Referat Konjunktur
„Die Konjunktur an Lahn und Dill sendet im Herbst ein vorsichtiges Lebenszeichen. Geschäftsklima und Lagebeurteilung verbessern sich, die Exporterwartungen legen sogar kräftig zu. Von einem tragfähigen Aufschwung kann dennoch keine Rede sein. Hohe Energie- und Rohstoffpreise, die schwache Inlandsnachfrage und unzureichend verlässliche Rahmenbedingungen verhindern, dass die Aufhellung auf Investitionen und Beschäftigung übergreift. Die Unternehmen sichern ihre Substanz, halten sich mit Erweiterungen aber weiterhin zurück. Für eine nachhaltige Trendwende braucht es jetzt die konsequente Umsetzung wirksamer Reformen durch die Politik mit Blick auf wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, schnellere Verfahren und vor allem verlässliche Regeln. Nur mit mehr Planungssicherheit und besseren Standortbedingungen kann der Exportimpuls auch die Binnenwirtschaft erfassen und Investitionen sowie Beschäftigung beleben“

Das Wichtigste in Kürze

  • Geschäftsklima: Der Klimaindex steigt gegenüber dem Frühsommer um 10 Punkte auf 92 Punkte. Die Stimmung hellt sich damit spürbar auf, bleibt aber unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten.
  • Geschäftslage: Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen verbessert sich von minus 7 auf plus 3 Punkte. Erstmals seit sechs Umfragen überwiegen wieder leicht die positiven Lageurteile.
  • Erwartungen: Der Erwartungssaldo steigt von minus 27 auf minus 19 Prozent. Die Skepsis nimmt ab, bleibt aber deutlich ausgeprägt.
  • Beschäftigung: Der Saldo verbessert sich leicht von minus 19 auf minus 17 Punkte. Die Personalplanungen bleiben dennoch defensiv.
  • Investitionen: Der Investitionssaldo verbessert sich von minus 12 auf minus 10 Punkte. Die Zurückhaltung hält an. Geplante Investitionen dienen überwiegend dem Ersatzbedarf.
  • Export: Der Exporterwartungssaldo dreht kräftig von minus 16 auf plus 16 Punkte und wird zum wichtigsten Lichtblick der Umfrage.
  • Risiken: Energie- und Rohstoffpreise stehen mit 71 Prozent der Nennungen an der Spitze, gefolgt von Inlandsnachfrage (60 Prozent), wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (60 Prozent), Arbeitskosten (51 Prozent) und Fachkräftemangel (37 Prozent).
Den ausführlichen wirtschaftlichen Lagebericht zum Herbst 2026 finden Sie unter “Weitere Informationen”.