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Informationen zu Afrika

Afrika zählt zu den dynamischsten Wachstumsregionen der Welt.
Nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank werden 2025 zwölf der 20 weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Afrika liegen. Dennoch entfällt bislang nur ein kleiner Teil der deutschen Auslandsinvestitionen und deutschen Exporte auf den Kontinent.
Die deutschen Exporte nach Afrika stiegen 2025 zwar von 26,3 Mrd. Euro auf 28,4 Mrd. Euro, doch liegt der Wert der gesamten deutschen Exporte bei rund 1.600 Mrd. Euro. Gemessen am deutschen Außenhandel insgesamt bleibt Afrikas Anteil damit vergleichsweise gering. Gleichzeitig lebt auf dem afrikanischen Kontinent knapp ein Fünftel der Weltbevölkerung, und viele Märkte bieten erhebliches Potenzial.
Für deutsche Unternehmen bleibt Afrika damit ein bedeutender Zukunftsmarkt. Chancen bestehen insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Infrastruktur, Landwirtschaft, Gesundheit, Rohstoffe, Ernährung und Digitalisierung. Zusätzliche Impulse können von der Afrikanischen Freihandelszone ausgehen, die Handelsbarrieren abbauen, den innerafrikanischen Handel stärken und neue Investitionsmöglichkeiten schaffen soll.

Zukunftskontinent Afrika: Chancen für deutsche Unternehmen

Nordafrika ist seit Jahren ein wichtiger Partner der deutschen Wirtschaft und die wichtigste Absatzregion für deutsche Exporte nach Afrika. Besonders Ägypten und Marokko sind als Produktionsstandorte interessant – unter anderem durch ihre Nähe zu Europa, ihre jungen und qualifizierten Arbeitskräfte, ihre wachsenden Industriestandorte und attraktive Investitionsbedingungen. Auch beim Ausbau erneuerbarer Energien bieten beide Länder gute Anknüpfungspunkte für deutsche Unternehmen.
Subsahara-Afrika gewinnt weiter an wirtschaftlicher Bedeutung. Viele Länder öffnen ihre Märkte, investieren in Infrastruktur und verzeichnen eine wachsende Nachfrage. Zugleich wird die Bevölkerung der Region bis 2050 stark zunehmen, was Konsum, Urbanisierung und Investitionsbedarf weiter antreiben dürfte.
Ostafrika bietet vor allem in Ländern wie Kenia und Äthiopien interessante Potenziale in Infrastruktur, Industrie und Energie. Nairobi hat sich zudem als bedeutender Technologie-Standort entwickelt und ist ein wichtiger Anlaufpunkt für innovative Unternehmen.
Auch Westafrika rückt stärker in den Fokus. Nigeria, Ghana und Côte d’Ivoire zählen zu den wichtigen Märkten der Region. Chancen ergeben sich insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Handel und Konsumgüter.
Im südlichen Afrika ist Südafrika ein zentraler Anker für deutsche Unternehmen. Das Land verfügt über eine vergleichsweise breit aufgestellte Wirtschaftsstruktur und bietet Potenziale unter anderem in der Automobil- und Zulieferindustrie, im Gesundheitswesen sowie in den Bereichen Energie, Transport, Logistik und Wasserwirtschaft.
Insgesamt entwickelt sich Afrika in vielen Bereichen dynamisch weiter. Eine wachsende Bevölkerung, zunehmende Urbanisierung, Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung sowie neue regionale Handelsimpulse eröffnen deutschen Unternehmen attraktive Marktchancen.
Angesichts des starken Bevölkerungswachstums ergeben sich in Afrika große Marktpotenziale. Prognosen zufolge wird die Bevölkerung des Kontinents bis 2050 auf rund 2,5 Milliarden Menschen anwachsen. Damit würde dann etwa ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben.

Kompetente Ansprechpersonen vor Ort: das AHK-Netz in Afrika

Die Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen der Deutschen Wirtschaft sind die offizielle Vertretung der deutschen Wirtschaft im Ausland. Die DIHK - Deutsche Industrie- und Handelskammer koordiniert und fördert das weltweite AHK-Netz. Mit 150 Standorten in über 90 Ländern ist es eine zentrale Anlaufstelle für deutsche Unternehmen bei der Erschließung internationaler Märkte.
Die AHKs verfügen über enge Kontakte vor Ort und fundierte Kenntnisse der jeweiligen Märkte. Ihre mehrsprachigen Teams kennen Marktpotenziale, Chancen und Risiken und unterstützen Unternehmen bei Markteintritt, Geschäftsausbau und der Suche nach geeigneten Partnern. Zum Angebot gehören unter anderem Marktberatung, Geschäftspartnervermittlung, Delegationsreisen, Messebetreuung, Gründungsberatung sowie Unterstützung in Bereichen wie Personalgewinnung, Anerkennungsberatung und Mergers & Acquisitions. So erhalten Unternehmen Orientierung und praktische Unterstützung bei der Anbahnung und Umsetzung von Geschäftsvorhaben in Afrika.

Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Afrika

Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer
Geschäftsführerin: Maren Diale-Schellschmidt
E-Mail: maren.diale@ahk-mena.com
Tel. +202-3333-8470
Deutsch-Algerische Industrie- und Handelskammer
Geschäftsführer: Dr. Oliver Blank
E-Mail: f.ourabah@ahk-algerie.org
Tel. +213 561 680 145
Delegierte der Deutschen Wirtschaft in Côte d’Ivoire
Delegierte: Natalie Kolbe
E-Mail: n.kolbe@abidjan.ahk.de
Tel. +225 07 97 51 60 53
Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana
Delegierter: Dr. Michael Blank
E-Mail: michael.blank@ghana.ahk.de
Tel. +233-242 43 8760
Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika
Delegierte: Dagmar von Bohnstein
E-Mail: dagmar.vonbohnstein@kenya-ahk.co.ke
Tel.: +254 20 6633 000
Deutsche Industrie- und Handelskammer in Marokko
Geschäftsführerin: Katharina Felgenhauer
E-Mail: katharina.felgenhauer@marokko.ahk.de
Tel. +212 522 42 94 11
Regionalbüro Maputo der AHK Südliches Afrika
Repräsentant: Holger Hey
E-Mail: maputo@germanchamber.co.za
Tel.: +258 21 493260
Regionalbüro Lusaka der AHK Südliches Afrika, Zambia Office
Repräsentant: René Zarske
E-Mail: lusaka@germanchamber.co.za
Tel.: +260 (0)763 594 895
Regionalbüro Harare der AHK Südliches Afrika
Repräsentant: Bernd Doppelfeld
E-Mail: harare@germanchamber.co.za
Tel. +263 4 494050
Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika
Geschäftsführer: Maximilian Butek
E-Mail: mbutek@germanchamber.co.za
Tel.: +27 (0)11 486 2775
Regionalbüro Tansania der Delegation für Ostafrika
AHK Services Eastern Africa Ltd. – Tanzania Branch Office
Country Manager: Christian Engels
E-Mail: christian.engels@kenya-ahk.co.ke
Tel. +254 20 66 33 000
Deutsch-Tunesische Industrie- und Handelskammer
Geschäftsführer: Jörn Bousselmi
E-Mail: info@tanzania-ahk.co.tz
Tel.: +255 22 260 0710

Wichtige weitere Informationen für den Markteinstieg

Beratungsgutscheine Afrika

Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland, können die Beratungsgutscheine Afrika nutzen. Das Förderangebot wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Wirtschaftsnetzwerks Afrika bereitgestellt. Es unterstützt Unternehmen mit maßgeschneiderter Beratung für konkrete Vorhaben in afrikanischen Märkten. Die Beratungsleistungen reichen von der Marktrecherche und Business-Case-Berechnung über rechtliche und finanzielle Fragen bis hin zu Zertifizierung und Logistik. Gefördert werden bis zu 85 Prozent der Kosten für maximal 15 Beratungstage.

Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit liegt federführend in der Verantwortung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ arbeitet derzeit mit 65 Partnerländern zusammen. Diese werden in die Kategorien bilaterale Partner, Transformationspartner, globale Partner sowie Nexus- und Friedenspartner eingeordnet. 39 dieser Partnerländer liegen in Afrika. In der Praxis bestehen zudem vielfältige Schnittstellen zwischen dem weltweiten Netz der Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen der Deutschen Wirtschaft und den Akteuren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Zu den wichtigen Organisationen zählen insbesondere die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH sowie die sequa gGmbH, die in enger Kooperation mit der deutschen Wirtschaft Projekte und Programme der internationalen Zusammenarbeit umsetzt.

Business Scouts für Development

Einige Industrie- und Handelskammern stärken die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Unterstützung entwicklungspolitischer Expertinnen und Experten: der Business Scouts for Development. Diese sind im Auftrag des BMZ in ausgewählten Partnerinstitutionen der deutschen Wirtschaft im In- und Ausland tätig. Dort beraten sie Unternehmen zu Kooperationsangeboten sowie zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und vernetzen sie mit relevanten Partnern vor Ort. So bilden sie eine wichtige Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit.

Partners in Transformation

Die Partners in Transformation sind die Dachmarke des BMZ für die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsakteuren. Im Bereich „Kammern und Verbände“ vernetzen sie deutsche Kammern, Verbände, Berufsbildungsakteure und Gewerkschaften mit Partnerorganisationen in den Partnerländern des BMZ. Durch gezielte Kooperationen unterstützen sie den Aufbau tragfähiger Strukturen, fördern den Austausch von Erfahrungen, Wissen und bewährten Praktiken und stärken die berufliche Bildung sowie die institutionelle Entwicklung vor Ort. Seit Januar 2024 treten Kammer- und Verbandspartnerschaften, Berufsbildungspartnerschaften und Gewerkschaftspartnerschaften gemeinsam unter dem Dach der „Partners in Transformation“ auf. So mobilisiert das BMZ die Erfahrungen und das Know-how der deutschen Wirtschaft für die Entwicklungszusammenarbeit, ermöglicht direkte Kooperationen mit nichtstaatlichen Trägern und greift Initiativen aus dem Privatsektor auf.

Entwicklungsinvestitionsfonds der Bundesregierung

Der Entwicklungsinvestitionsfonds (EIF) der Bundesregierung wurde 2019 ins Leben gerufen. Ziel ist es, private Investitionen in Afrika zu fördern und damit nachhaltiges Wirtschaftswachstum sowie Beschäftigung zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt auf den zwölf reformorientierten Ländern des Compact with Africa: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien. Der EIF umfasst die Komponenten AfricaConnect, AfricaGrow und das Wirtschaftsnetzwerk Afrika. Während AfricaConnect europäische Unternehmen bei Investitionen in Afrika unterstützt, fördert AfricaGrow als Dachfonds kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups auf dem afrikanischen Kontinent. Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika bündelt Beratungs- und Unterstützungsangebote, um deutschen Unternehmen den Markteintritt und den Ausbau ihrer Aktivitäten in afrikanischen Märkten zu erleichtern.

ImpactConnect

Das Programm ImpactConnect der DEG–Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH hat Anfang 2024 das frühere AfricaConnect abgelöst und weiterentwickelt. Es unterstützt europäische Unternehmen, insbesondere aus dem Mittelstand, mit attraktiven Darlehen bei Investitionen in Schwellen- und Entwicklungsländern beziehungsweise in den Partnerländern des BMZ. Neben passgenauen Finanzierungslösungen profitieren Unternehmen von der langjährigen Erfahrung, Beratung und dem Netzwerk der DEG. Gefördert werden gezielt Investitionen mit entwicklungspolitischer Wirkung. Die Darlehenssumme liegt zwischen 750.000 und 5 Millionen Euro, die Laufzeiten betragen drei bis sieben Jahre; zudem sind tilgungsfreie Anfangsperioden möglich. Für Vorhaben mit besonderer Wirkung können Zinsvergünstigungen gewährt werden, etwa zur Förderung besserer Arbeitsplätze, fairerer Lieferketten oder zur CO₂-Reduktion.

Africa Grow

AfricaGrow ist ein in Deutschland registrierter Dachfonds, der kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups auf dem afrikanischen Kontinent unterstützt. Zu diesem Zweck investiert er nicht direkt in einzelne Unternehmen, sondern in panafrikanische, regionale und länderspezifische Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds mit nachgewiesener Erfolgsbilanz. Der Fonds ist ein zentrales Instrument der Compact-with-Africa-Initiative, die 2017 unter deutscher G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen wurde, und arbeitet vorwiegend in deren reformorientierten Partnerländern. Im Auftrag des BMZ wird AfricaGrow von der KfW Entwicklungsbank gemeinsam mit Allianz Global Investors als Fondsmanager umgesetzt. Ziel ist es, bis 2030 rund 150 innovative KMU und Start-ups zu finanzieren und damit mehr als 25.000 Arbeitsplätze zu schaffen. Dabei legt der Fonds besonderen Wert auf messbare soziale und ökologische Wirkungen. Ergänzend ist eine Fazilität für technische Unterstützung vorgesehen, um Fondsmanager sowie ausgewählte Beteiligungsunternehmen bei der Umsetzung zu stärken.

Wirtschaftsnetzwerk Afrika

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika bündelt Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote zentraler Akteure der deutschen Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Interesse an afrikanischen Märkten. Ziel ist es, Unternehmen beim Markteintritt und beim Ausbau ihres Afrikageschäfts zu unterstützen. Seit Oktober 2023 ist die Geschäftsstelle bei Germany Trade & Invest (GTAI) angesiedelt. Damit wurden die Angebote in den Bereichen Information, Beratung und Unterstützung noch enger zusammengeführt.

develoPPP

Mit dem Programm develoPPP unterstützt das BMZ Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig investieren oder ihre Aktivitäten vor Ort ausbauen wollen. Ziel ist es, unternehmerische Chancen mit entwicklungspolitischem Nutzen zu verbinden. Das BMZ beteiligt sich an geeigneten Projekten mit fachlicher und finanzieller Unterstützung und übernimmt dabei bis zu 50 Prozent der Projektkosten. Zusätzlich erhalten Unternehmen Beratung sowie Zugang zu relevanten Netzwerken. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit den Durchführungsorganisationen GIZ und DEG Impulse gGmbH.

Weitere nützliche Links

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Sie unterstützt deutsche Unternehmen bei der Erschließung internationaler Märkte und informiert ausländische Investoren über den Standort Deutschland. Auf ihrer Website finden sich aktuelle Wirtschaftsdaten, Markt- und Branchenanalysen sowie Praxishinweise für das Auslandsgeschäft.
Die landeseigene Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.Global Business begleitet Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen bei der Erschließung internationaler Wachstumsmärkte und bei der Vernetzung mit internationalen Geschäftspartnern. Zu den Angeboten zählen insbesondere Auslandsmessen, Unternehmens- und Delegationsreisen sowie Informationen zu internationalen Märkten.