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Nr. 7198148
Pressemitteilung vom 09.10.2026
Stimmungsaufhellung – aber Konjunkturmotor springt nicht an
Die wirtschaftliche Stimmung im IHK-Bezirk Koblenz hat sich nach dem Tief im Frühsommer etwas aufgehellt. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der aktuelle Geschäftslage und Geschäftserwartungen in einem Wert zusammenfasst, steigt im Herbst 2026 auf 88 Punkte. Anzeichen für einen breiten konjunkturellen Aufschwung gibt es noch nicht: Der Index liegt weiterhin unter der 100-Punkte-Marke und signalisiert eine überwiegend negative Grundstimmung.
„Die Stimmung hat sich vom Tief des Frühsommers nur etwas gelöst. Von einer Trendwende können wir immer noch nicht sprechen. Zu groß sind weiterhin die Belastungen für die Unternehmen. Zudem mangelt es weiterhin an wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen“, so Fabian Göttlich, Geschäftsführer Interessenvertretung der IHK Koblenz.
Wie bereits im Frühsommer bewerten 69 Prozent der Unternehmen im nördlichen Rheinland-Pfalz ihre aktuelle Geschäftslage als “gut“ oder „befriedigend“. Dabei ist der Anteil der Unternehmen mit einer guten Lagebeurteilung auf 23 Prozent gestiegen.
Auch der Blick auf die kommenden zwölf Monate fällt weniger pessimistisch aus als noch im Frühsommer. Von einer positiven Grundstimmung kann jedoch keine Rede sein: Nur 14 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte, während 32 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. 54 Prozent erwarten keine wesentliche Veränderung.
Hohe Kosten, schwache Nachfrage, unsichere Rahmenbedingungen
Das Risikobild der Unternehmen hat sich gegenüber der Vorumfrage kaum verändert. An erster Stelle stehen nach wie vor die Energiepreise, die von rund 67 Prozent der Betriebe als Risiko genannt werden. Es folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (61 Prozent) sowie die Inlandsnachfrage (57 Prozent). Arbeitskosten und Rohstoffpreise werden jeweils von 51 Prozent der Unternehmen genannt.
„Das Risikobild bleibt geprägt von einer Kombination aus hohen Kosten, schwacher Nachfrage und Planungsunsicherheit. Die Unternehmen brauchen vor allem eines: wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Solange Energie, Arbeit und Regulierung dauerhaft hohe Kosten verursachen und gleichzeitig die Nachfrage schwach bleibt, wird der konjunkturelle Motor nicht anspringen“, betont Göttlich.
Industrie im Fokus
Ein Blick auf die Branchen zeigt eine Stimmungsverbesserung in allen Hauptwirtschaftsbereichen gegenüber dem Frühsommer. Besonders deutlich fällt sie in der Industrie aus. Dort steigt der Konjunkturklimaindex von 80 auf aktuell 92 Punkte. Gleichzeitig bleibt die Auftragslage angespannt: Rund 45 Prozent der Industriebetriebe berichten von rückläufigen Auftragseingängen aus dem Inland, lediglich 17 Prozent von einer Zunahme in den vergangenen drei Monaten.
Beim Auslandsgeschäft zeigt sich trotz aller Widrigkeiten ein etwas günstigeres Bild: 76 Prozent der Industriebetriebe rechnen mit steigenden oder gleichbleibenden Exporten in den nächsten zwölf Monaten.
Investitions- und Beschäftigungserwartungen
Die Investitionserwartungen haben sich im Herbst wieder verbessert und liegen auf einem ähnlichen Niveau wie zu Jahresbeginn. Knapp zwei Drittel der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten höhere oder gleichbleibende Investitionen. Allerdings dienen die Investitionen weiterhin vor allem dem Erhalt der bestehenden Leistungsfähigkeit und der Effizienzsteigerung. Für 64 Prozent ist der Ersatzbedarf das wichtigste Motiv, gefolgt von Rationalisierungsmaßnahmen mit 41 Prozent. Expansive Investitionen spielen dagegen weiterhin eine untergeordnete Rolle.
Die Beschäftigungsabsichten bleiben dagegen verhalten. Lediglich 11 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer steigenden Beschäftigtenzahl, während 30 Prozent eine geringere Beschäftigtenzahl erwarten. Gleichzeitig bleibt die Besetzung vorhandener Stellen schwierig. 36 Prozent der Unternehmen geben an, offene Stellen länger als zwei Monate nicht besetzen zu können, weil geeignete Arbeitskräfte fehlen (Herbst 2025: 32 Prozent).
Fazit
„Die Herbstumfrage zeigt eine leichte Verbesserung nach dem Tief im Frühsommer. Die Skepsis der Unternehmen überwiegt jedoch weiterhin. Damit aus den ersten positiven Signalen wieder Wachstum und Beschäftigung entstehen können, brauchen die Unternehmen deutlich bessere und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen“, so Göttlich abschließend.
Die Konjunkturumfrage wurde im Zeitraum vom 11. September bis 2. Oktober 2026 durchgeführt. An der Umfrage der IHK Koblenz haben 329 Unternehmen mit rund 43.200 Beschäftigten teilgenommen.