02.07.2018

Minijobs (geringfügige Beschäftigungen)

Geringfügige Beschäftigungen, sogenannte "Minijobs" sind in vielen Fällen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine gelungene Art der Anstellung.
Arbeitgeber müssen neben Melde- und Dokumentationspflichten auch darauf achten, dass sie sozial- und steuerrechtlich richtig handeln. Hier finden Sie einen Überblick zu den rechtlichen Grundlagen.
Eine Beschäftigung kann zum einen wegen der geringen Höhe des  Arbeitsentgelts (geringfügig entlohnte Beschäftigung) und zum anderen wegen ihrer kurzen Dauer (kurzfristige Beschäftigung) geringfügig sein. Für Minijobs (geringfügige Beschäftigungen) gelten sozialversicherungs- und steuerrechtliche Sonderregelungen. Arbeitsrechtlich gelten aber die gleichen Rechtsvorschriften wie für andere Arbeitnehmer.
(Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird hier die männliche Sprachform verwendet. Die Ausführungen gelten gleichwohl für alle Geschlechter.)
Verschiedene Arten von Minijobs 
Man unterscheidet drei Arten von Minijobs:
  • die geringfügig entlohnten Minijobs (sog. 450-Euro-Minijob)
  • die kurzfristigen Minijobs
  • die geringfügig entlohnten oder kurzfristigen Minijobs in Privathaushalten 
Wichtig:
Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts – Einführung einer Brückenteilzeit vom 11.12.2018 – hat der Gesetzgeber zum 01.01.2019 die fiktive wöchentliche Arbeitszeit bei  Abrufarbeitsverhältnissen auf 20 Stunden erhöht. Haben also Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart, dass der Arbeitnehmer seine 
Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat, und haben sie eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit nicht festgelegt, sieht § 12 Absatz I 3 TzBfG nun vor, dass dann eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden als vereinbart gilt.
Die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger weisen darauf hin, dass der auf Basis der fiktiven Wochenarbeitszeit bestehende Entgeltanspruch des Beschäftigten nach dem für die Sozialversicherung 
grundsätzlich maßgeblichen Entstehungsprinzip für die Feststellung der Versicherungs- und Beitragspflicht in den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung zu berücksichtigen ist, unabhängig davon, ob in diesem Umfang tatsächlich Arbeit geleistet oder vergütet wurde. Aufgrund der Erhöhung der fiktiven wöchentlichen Arbeitszeit durch den Gesetzgeber wird in diesem Fall, auch wenn man nur den Mindestlohn zugrunde legt, die 450-Euro-Grenze überschritten, so dass Arbeitnehmer mit entsprechenden Abrufarbeitsverhältnissen ohne Festlegung der Arbeitszeit nicht mehr geringfügig entlohnt beschäftigt sein können.
Grundsätzliches  
Alle drei Arten von Minijobs sind für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei in der Arbeitslosen-, Kranken und Pflegeversicherung. 
Der Arbeitgeber zahlt für die geringfügig entlohnten Minijobs in der Regel pauschale Beiträge zur Kranken und Rentenversicherung, Umlagebeiträge nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz sowie die 
Insolvenzgeldumlage an die Minijob-Zentrale.
Bei kurzfristigen Minijobs muss auch der Arbeitgeber keine Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zahlen, hier fallen nur die Umlagebeiträge nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz und für die 
Insolvenzgeldaufwendungen, sowie der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung (UV) an. 
Alle Formen der geringfügigen Beschäftigung unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht. Nähere Auskünfte erteilen die Minijob-Zentrale oder die Finanzbehörden. 
Wichtig:
Die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung obliegt dem Arbeitgeber. Hierbei kommt der seit 1. Januar 2011 geltenden Pflicht des Arbeitgebers, eine Erklärung des geringfügig Beschäftigten über weitere Beschäftigungen sowie die Bestätigung, dass die 
Aufnahme weiterer Beschäftigungen dem Arbeitgeber anzuzeigen ist, zu den Entgeltunterlagen zu nehmen, besondere Bedeutung zu.
Minijobzentrale
Zentrale Einzugs- und Meldestelle für geringfügig Beschäftigte ist die Minijob-Zentrale bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. 
Minijob-Zentrale
45115 Essen
Tel: 0355 2902-70799 (Service-Center) 
E-Mail: minijob@minijob-zentrale.de 
Internet: www.minijob-zentrale.de 
Die Minijob-Zentrale stellt auf Ihrer Internetseite Broschüren und Formulare zur Verfügung sowie eine „Checkliste für geringfügig entlohnte oder kurzfristig Beschäftigte“.
Meldepflichten
Die Arbeitgeber sind verpflichtet, den einzelnen Arbeitnehmer (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Minijobber in Privathaushalten) bei der Minijob-Zentrale anzumelden. Neben der 
individuellen Meldung zur Sozialversicherung für jeden Arbeitnehmer ist der Minijob-Zentrale auch ein Beitragsnachweis zu übermitteln. Hierfür benötigen die Arbeitgeber die achtstellige Betriebsnummer, die beim 
Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit beantragt wird. 
Weiterhin sind geringfügig Beschäftigte beim zuständigen Unfallversicherungsträger zur gesetzlichen Unfallversicherung anzumelden und es sind dort individuelle Beiträge zu entrichten (Besonderheiten gelten für Minijobs in Privathaushalten, siehe dort). 
Die Meldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft erfolgt nicht automatisch über die Minijob-Zentrale, sondern muss vom Arbeitgeber selbst vorgenommen werden. 

Die für den jeweiligen Wirtschaftszweig zuständige  Berufsgenossenschaft kann im Portal der gewerblichen 
Berufsgenossenschaften unter www.berufsgenossenschaft.de ermittelt oder beim Landesverband Südwest der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (Tel.: +49 30 13001-5700; lv-suedwest@dguv.de) erfragt werden. 
Die zusätzliche Sofortmeldepflicht in den Wirtschaftszweigen:
  1. Baugewerbe,
  2. Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe,
  3. Personenbeförderungsgewerbe,
  4. Speditions-, Transport- und damit verbundenen Logistikgewerbe,
  5. Schaustellergewerbe,
  6. Unternehmen der Forstwirtschaft,
  7. Gebäudereinigungsgewerbe,
  8. Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen, 
  9. Fleischwirtschaft,
  10. Prostitutionsgewerbe, 
  11. Wach- und Sicherheitsgewerbe 
gilt auch für Minijobs und muss spätestens bei  Beschäftigungsaufnahme direkt an die Datenstelle der Träger 
der Rentenversicherung (DSRV) erfolgen.
Nähere Informationen zu den verschiedenen Meldepflichten und zum Beitragsverfahren für Arbeitgeber sind auf den Internetseiten der Minijob-Zentrale zu finden. Die IHK kann hierzu keine Auskunft geben.
Hinsichtlich der steuerlichen Meldepflichten wenden Sie sich bitte an die Minijob-Zentrale oder die Finanzbehörden.
Anwendungen arbeitsrechtlicher Vorschriften
Geringfügig Beschäftigte sind grundsätzlich wie teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer zu behandeln. Daher sind die Arbeitsrechtsvorschriften auf sie anwendbar.
Insbesondere folgende arbeitsrechtlichen Grundsätze sind zu beachten:
  • Mindestlohn nach dem Mindestlohngesetz (siehe IHK-Merkblatt „Mindestlohn nach dem Mindestlohngesetz“)
  • Niederschrift der vereinbarten wesentlichen Arbeitsbedingungen nach dem Nachweisgesetz (schriftlicher Arbeitsvertrag)
  • Gleichbehandlungsgrundsatz 
  • Erholungsurlaub (siehe IHK-Merkblatt „Urlaubsrecht“)
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bei Schwangerschaft und Mutterschaft sowie bei Arbeitsausfall aufgrund eines Feiertages (siehe IHK-Merkblatt „Mutterschutz und Elternzeit“)
  • Sonderzahlungen/Gratifikationen
  • Kündigungsfristen und –schutz (siehe IHK-Merkblatt „Gesetzliche Kündigungsfristen auf einen Blick“)
Dokumentation der Arbeitszeit
Nach dem Mindestlohngesetz sind Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit von geringfügig Beschäftigten aufzuzeichnen. Die Aufzeichnung muss spätestens innerhalb einer Woche nach der Arbeitsleistung erfolgen und mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.
450-Euro-Minijob (geringfügig entlohnte Beschäftigung) / 
„Midijob“ (Übergangsbereich ab 01.07.2019) 

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt. Maßgeblich für die Versicherungspflicht ist die Summe aller Verdienste für den Zeitraum von zwölf Monaten. Dem regelmäßigen monatlichen Arbeitsverdienst sind einmalige Einnahmen hinzuzurechnen, wie z. B. das Weihnachts- oder Urlaubsgeld.
Nicht zum regelmäßigen Arbeitsentgelt gehören einmalige Einnahmen, laufende Zulagen, Zuschläge, Zuschüsse sowie ähnliche Einnahmen, die zusätzlich zum Arbeitsentgelt gezahlt werden, soweit sie steuerfrei sind (z. B. steuerfreie Aufwandsentschädigungen). Ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze führt nicht zur Versicherungspflicht. Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von bis zu zwei Monaten innerhalb eines Jahres (nicht Kalenderjahr) anzusehen, als nicht vorhersehbar bspw. ein erhöhter Arbeitseinsatz bei Ausfall von anderen Mitarbeitern.
Ein Überschreiten der Verdienstgrenze sollte jedoch immer mit der Minijob-Zentrale geklärt werden. Wird die 450-Euro-Verdienstgrenze überschritten, kann ein sogenannter „Midijob“ vorliegen, d. h. eine 
Beschäftigung im Übergangsbereich mit einem Arbeitsentgelt (ab 1. Juli 2019) zwischen 450,01 und 1.300,00 Euro. Während der Arbeitgeber die normalen Sozialbeiträge zu zahlen hat, steigen die vom Arbeitnehmer zu zahlenden Sozialabgaben nur langsam an. Die Berechnung des Arbeitnehmeranteils in diesem Übergangsbereich ist kompliziert.
Die Beitragsanteile des Arbeitnehmers und Arbeitgebers können mit Hilfe des Gleitzonenrechners der Deutschen Rentenversicherung berechnet werden (www.deutsche-rentenversicherung.de, Suchbegriff: Gleitzonenrechner). Für Beschäftigungen in der Gleitzone ist nicht die 
Minijob-Zentrale, sondern die jeweilige Krankenkasse des Arbeitnehmers für die Meldungen zur Sozialversicherung und den Einzug der Sozialversicherungsbeiträge zuständig. Nähere Informationen erteilen 
die Sozialversicherungsträger.
450-Euro-Minijob neben versicherungspflichtiger Hauptbeschäftigung
Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung kann nur ein sozialversicherungsfreier 450-Euro Minijob ausgeübt werden. Der zweite und jeder weitere 450-Euro-Minijob wird mit der Hauptbeschäftigung 
zusammengerechnet und ist in der Regel versicherungspflichtig in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Lediglich  Arbeitslosenversicherungsbeiträge müssen für diese Beschäftigungen nicht gezahlt werden. Ausgenommen von der Zusammenrechnung mit der versicherungspflichtigen Beschäftigung wird stets der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob.
Mehrere 450-Euro-Minijobs ohne versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung
Hat ein Arbeitnehmer, der keiner versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgeht, mehrere 450-Euro Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern nebeneinander, sind die Arbeitsentgelte aus diesen Beschäftigungen zusammenzurechnen (nicht zu berücksichtigen sind Arbeitsentgelte aus kurzfristigen Beschäftigungen). Wird bei Zusammenrechnung mehrerer 450-Euro-Minijobs die monatliche Grenze von 450 Euro überschritten, so handelt es sich nicht mehr um Minijobs. Vielmehr sind diese Beschäftigungen alle versicherungspflichtig und 
bei der zuständigen Krankenkasse zu melden.
Pauschalabgabe des Arbeitgebers
Innerhalb der Einkommensgrenze bis 450 Euro sind die Beschäftigten von Steuern und Sozialabgaben (Ausnahme Rentenversicherung) befreit (Brutto für Netto).
Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschalabgabe von rund 30 Prozent.
Die Pauschalabgabe teilt sich folgendermaßen auf (Stand Juni 2019):
  • 15 % Rentenversicherung
  • 13 % Krankenversicherung (soweit pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse)
  • 2 % Pauschsteuer (bei Verzicht auf Besteuerung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen)
  • 0,9 % U1-Umlage (Krankheit) nach dem  Aufwendungsausgleichsgesetz, 
wenn nicht mehr als 30 Arbeitnehmer und Beschäftigungsverhältnis nicht von vornherein auf bis zu vier Wochen befristet
  • 0,19 % U2-Umlage (Mutterschaft)
  • 0,06 % Insolvenzgeldumlage 
Bei Minijobbern, die privat krankenversichert sind, entfällt der Pauschalbetrag zur Krankenversicherung. 
Zusätzlich fallen für den Arbeitgeber Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung an (siehe oben unter „Meldepflichten“).
Lohnsteuer
Neben der Möglichkeit der Erhebung der individuellen Lohnsteuer besteht bei 450-Euro-Minijobs auch die Möglichkeit der pauschalen Lohnsteuererhebung. Das Steuerrecht unterscheidet hier zwischen einer 2-prozentigen einheitlichen Pauschsteuer und einer pauschalen Lohnsteuer von 20 Prozent (zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). 
Nähere Hinweise hierzu können Sie der Internetseite der Minijob-Zentrale unter „Minijobs im gewerblichen Bereich“ entnehmen.
Rentenversicherungspflicht bei Aufnahme eines 450-Euro-Jobs ab 01.01.2013
Personen, die vom 01.01.2013 an ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis aufgenommen haben, unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Durch Zahlung eines vergleichsweise niedrigen Eigenanteils zum Rentenversicherungsbeitrag erwirbt der Arbeitnehmer volle Leistungsansprüche aus der Rentenversicherung. Da der Arbeitgeber für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bereits den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt, ist nur die geringe Differenz zum allgemeinen Beitragssatz (Juni 2019: 18,6 Prozent) auszugleichen. Das sind derzeit 3,6 Prozent Eigenanteil für den Minijobber.
Diesen Eigenanteil des Arbeitnehmers behält der Arbeitgeber vom Arbeitsentgelt ein und zahlt ihn zusammen mit den Pauschalabgaben an die Minijob Zentrale. 
Alternativ zur vollen Rentenversicherungspflicht können sich Minijobber von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen. Hierfür ist ein schriftlicher Befreiungsantrag erforderlich. Dann entfällt 
der Eigenanteil des Minijobbers und nur der Arbeitgeber zahlt den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. 
Hierdurch verlieren Minijobber, die nicht anderweitig der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung unterliegen, die Ansprüche auf einen Großteil der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung.
Nähere Informationen zu den Melde- und Dokumentationspflichten sowie zu den Voraussetzungen und Wirkungen eines Befreiungsantrags sind bei der Minijob-Zentrale erhältlich. Arbeitgeber sollten Arbeitnehmer in jedem 
Fall auf die Möglichkeit der Befreiung von einer Versicherungspflicht hinweisen.
Bestandsschutz für bereits 2012 bestehende Beschäftigungen
Minijobber, die in ihrem Minijob vor dem 1. Januar 2013 versicherungsfrei in der Rentenversicherung waren, bleiben es auch weiterhin. Sie haben aber jederzeit die Möglichkeit, durch Beitragsaufstockung auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten.
Achtung: Wurde das Arbeitsentgelt nach dem 31.12.2012 auf regelmäßig mehr als 400 Euro, aber nicht mehr als 450 Euro, angehoben, handelt es sich ab diesem Zeitpunkt um einen rentenversicherungspflichtigen Minijob nach neuem Recht. Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht kann aber beantragt werden.
Erklärung über weitere Beschäftigungen
Arbeitgeber sind verpflichtet eine Erklärung des geringfügig entlohnten Beschäftigten über weitere Beschäftigungen sowie die Bestätigung, dass die Aufnahme weiterer Beschäftigungen dem Arbeitgeber 
anzuzeigen ist, zu den Entgeltunterlagen zu nehmen.
Kurzfristige Beschäftigungen 
Auch für kurzfristig Beschäftigte gelten die oben genannten Meldepflichten. Für kurzfristige Minijobs fallen keinerlei Sozialversicherungsbeiträge an (also auch keine  Arbeitgeberpauschalbeiträge zur Sozialversicherung). 

An die Minijob-Zentrale abzuführen sind aber in der Regel Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (Mutterschaft und ggf. Krankheit) sowie die Insolvenzgeldumlage. Zudem besteht Beitragspflicht zur 
gesetzlichen Unfallversicherung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft.
Der Arbeitslohn aus einer kurzfristigen Beschäftigung ist lohnsteuerpflichtig. Da die Regelungen nach wie vor komplex und kompliziert sind, sollten Sie Ihren gegebenenfalls Ihren Steuerberater konsultieren. 
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt seit dem 01.01.2015 vor, wenn sie für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres seit ihrem Beginn auf nicht mehr als
  • drei Monate oder
  • insgesamt 70 Arbeitstage
nach ihrer Eigenart (z. B. Erntehilfe) oder im Voraus vertraglich begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Auf die Höhe des Einkommens aus einer solchen Beschäftigung kommt es – anders als bei den 450-Euro Minijobs - nicht an. 
Zeitdauer
Wird die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt, ist der Dreimonatszeitraum maßgeblich. Bei Beschäftigung an regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist der Zeitraum von 70
Arbeitstagen maßgebend.
Eine kurzfristige Beschäftigung kann auch kalenderjahrüberschreitend ausgeübt werden, vorausgesetzt sie ist von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet. Bei einer Beschäftigung vom 15. 
November bis 15. März des Folgejahres beispielsweise liegt daher keine kurzfristige Beschäftigung vor, da die Beschäftigung von vornherein auf mehr als drei Monate befristet ist, auch wenn im jeweiligen Kalenderjahr 
der drei-Monats-Zeitraum nicht überschritten wird.
Überschreitet eine kurzfristige Beschäftigung unvorhergesehen drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, so tritt vom Tage des Überschreitens an Versicherungspflicht ein. Stellt sich bereits vor Erreichen der drei Monate oder 70 Arbeitstage heraus, dass die Beschäftigung länger dauern wird, beginnt die Versicherungspflicht bereits mit dem Tage, an dem das Überschreiten erkennbar wird.
Mehrere kurzfristige Beschäftigungen
Bei der Prüfung, ob die Zeiträume von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen innerhalb eines Kalenderjahres überschritten werden, sind die Zeiten mehrerer aufeinander folgender kurzfristiger Minijobs ohne Rücksicht auf die Höhe der erzielten Arbeitsentgelte  zusammenzurechnen.
Bei einer Zusammenrechnung von mehreren 
Beschäftigungszeiten treten an die Stelle des Dreimonatszeitraums 90 Kalendertage. Dies gilt nicht, wenn es sich bei den einzelnen Beschäftigungen jeweils um volle Kalendermonate handelt. Sind bei einer Zusammenrechnung Zeiten, in denen die Beschäftigung regelmäßig an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wurde, und Beschäftigungszeiten mit einer Arbeitszeit von weniger als fünf Tagen zu berücksichtigen, dann ist einheitlich von dem Zeitraum von 70 Arbeitstagen auszugehen.
Befristung durch Rahmenvertrag
Auch wenn die Zeitdauer von 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr nicht überschritten wird, liegt ein kurzfristiger Minijob nicht vor, wenn die Beschäftigung im Rahmen eines Dauerarbeitsverhältnisses oder eines regelmäßig wiederkehrenden Arbeitsverhältnisses ausgeübt wird. Dies ist dann der Fall, wenn sie von vornherein auf ständige Wiederholung gerichtet ist und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden soll. Es besteht allerdings die Möglichkeit, eine Beschäftigung für maximal ein Jahr zu befristen und damit die Voraussetzungen für einen kurzfristigen Minijob zu erfüllen, wenn dies über einen Rahmenarbeitsvertrag 
erfolgt, der einen Arbeitseinsatz von maximal 70 Arbeitstagen vorsieht.
Wird im Anschluss an einen solchen Vertrag mit einem Abstand von mindestens zwei Monaten ein neuer Rahmenarbeitsvertrag mit einer 
Befristung bis zu einem Jahr und einer Begrenzung auf maximal 70 Arbeitstage abgeschlossen, kann im Regelfall vom Beginn des neuen Rahmenarbeitsvertrages an wiederum von einem kurzfristigen Minijob 
ausgegangen werden.
Keine Berufsmäßigkeit
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt weiterhin auch dann nicht mehr vor, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Arbeitsentgelt regelmäßig 450 Euro im Monat übersteigt (die Berufsmäßigkeit muss also nur dann 
geprüft werden, wenn der Arbeitnehmer das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt von 450 Euro überschreitet). Eine Beschäftigung wird u. a. dann berufsmäßig ausgeübt, wenn sie nicht mehr von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Sie darf nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhalts bzw. -standards bestimmend sein. Personen, die beschäftigungslos und bei der Arbeitsagentur für eine mehr als kurzfristige Beschäftigung als Arbeitssuchende gemeldet sind, sind als berufsmäßig beschäftigt anzusehen.
Lohnsteuer
Die Besteuerung des Arbeitsentgelts aus kurzfristigen Minijobs erfolgt anhand der Lohnsteuermerkmale, die dem zuständigen Finanzamt vorliegen. Unter bestimmten Voraussetzungen und bei Verzicht auf die Erhebung der Lohnsteuer nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen kann das Arbeitsentgelt aus kurzfristigen Minijobs pauschal mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuert werden. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei den Finanzverwaltungen.
Erklärung über weitere Beschäftigungen
Arbeitgeber sind verpflichtet eine Erklärung des kurzfristig Beschäftigten über weitere Beschäftigungen sowie die Bestätigung, dass die Aufnahme weiterer Beschäftigungen dem Arbeitgeber anzuzeigen ist, zu den Entgeltunterlagen zu nehmen.
Minijobs in Privathaushalten
Für Minijobs in Privathaushalten gelten einige Besonderheiten, insbesondere zahlt der Arbeitgeber geringere Pauschalbeiträge, die Beiträge werden im sogenannten Haushaltsscheckverfahren eingezogen und die Unfallversicherungsbeiträge werden von der Minijob-Zentrale eingezogen. Zudem gibt es besondere Steuerermäßigungen.
Nähere Informationen finden Sie unter www.minijob-zentrale.de.

Beschäftigung von Studenten, Praktikanten, Auszubildenden und Grenzgängern 
Für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung von Studenten, Praktikanten, Auszubildenden und Grenzgängern gelten Sonderregelungen. Nähere Informationen erhalten Sie unter 
www.minijob-zentrale.de unter „Besonderheiten einzelner Personengruppen“.