Zehn Ziele, ein Anspruch: Transatlantischen Handel stärken

Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und den USA liegt bei rund 250 Mrd. Euro, etwa zehn Prozent der deutschen Exporte gehen in die Vereinigten Staaten.
Umgekehrt sichern rund 6.000 deutsche Unternehmen in den USA knapp eine Million Arbeitsplätze – mit Investitionen von etwa 530 Mrd. Euro. Das sind solide Zahlen, doch es wird deutlich schwieriger, diese zu halten. Zwar hat die EU-USA-Vereinbarung vom August 2025 eine Eskalation verhindert, echte Planungssicherheit bietet sie jedoch kaum. Die Hürden im Geschäft mit den USA sind höher geworden:
  • US-Einfuhrzölle von mindestens 15 Prozent, teils bis zu 200 Prozent
  • weitere geplante Zölle, etwa auf Halbleiter, Pharmazeutika, Flugzeuge, Maschinen oder Windkraftanlagen
  • komplexe Zollformalitäten
  • Einschränkungen beim Zugang zu öffentlichen Aufträgen (Buy America)
  • Jones Act und weitere Beschränkungen im maritimen Bereich
  • Wegfall der De-minimis-Regelung
  • Hürden in Luftfahrt, Visa-Vergabe und durch Lokalisierungsvorgaben im USMCA
Entsprechend bewerten viele Unternehmen die US-Handelspolitik als größte Herausforderung im USA-Geschäft.
In ihrer Position "Herausforderungen begegnen – Transatlantischen Handel stärken" hat die DIHK im Dezember 2025 die zehn wichtigsten Ziele zusammengefasst, die Bundesregierung und Europäische Unionverfolgen sollten, um Handel und Investitionen über den Atlantik hinweg wieder verlässlicher und wettbewerbsfähiger zu gestalten:
  1. Zölle abbauen, Spielräume nutzen, Europa zusammenhalten
  2. Planbarkeit statt Zollchaos
  3. Handelshemmnisse gezielt gemeinsam beseitigen
  4. Regulatorische Souveränität wahren
  5. Digitale Autonomie stärken
  6. Lieferkettenvorgaben gemeinsam praktikabel machen
  7. Transatlantische Wirtschaftssicherheit im Gleichgewicht
  8. Globale Allianzen vorantreiben
  9. Energie-Deal wettbewerbsfähig und krisenfest gestalten
  10. Positivagenda: Chancen der Zusammenarbeit sichtbar machen
Die hierfür erforderlichen Maßnahmen sowie die komplette Position der DIHK gibt es zum Download auf der Webseite der DIHK. Diese Empfehlungen basieren nicht zuletzt auch auf einer Sonderauswertung der DIHK zum AHK World Business Outlook im Herbst 2025, die ebenfalls auf den Webseiten der DIHK unter dem Titel AHK WBO 2025: Auswirkungen der Handelspolitik in den USA einsehbar ist.

IHK-Workshop: Working with Americans: Think Big. Act Smart. Stand Out.
Deutsche Unternehmen geben ihr Bestes, sich auf das "New Normal" und die komplizierteren Handelsbedingungen mit den USA einzustellen und ihre Handelsstrategien neu auszurichten. Für einige bedeutet dies, gestiegene Kosten zu erklären. Andere müssen intensiver um Vertrauen werben. Den typischen US-amerikanischen Optimismus zu teilen, fällt vielen auf jeden Fall noch schwerer als für gewöhnlich. Ebenso wie die Unverfänglichkeit des in den USA so wichtigen Small Talks. Bei den Themen Strategien, Kommunikation und Entscheidungslogik in der US-Geschäftskultur zu verstehen und zu implementieren, nimmt in ihren neuen Strategien einen zentralen Stellenwert ein.
Unter dem Titel Working with Americans: Think Big. Act Smart. Stand Out bietet die IHK Hannover vom 19. bis 21. Januar jeweils von 9.00 bis 12.30 Uhr einen Online-Workshop an, der für bedeutsame Unterschiede zwischen der US-amerikanischen und deutschen Geschäftskultur sensibilisiert sowie Empfehlungen für ein souveränes Agieren auf dem US-Markt vermitteln soll. Detaillierte Informationen zum Programm und Anmeldemöglichkeit finden sich im IHK-Veranstaltungskalender.
IHK-Workshop: B-1 oder ESTA? Rechtssicher unterwegs bei After-Sales- und Serviceeinsätzen in den USA
Der Workshop bietet einen praxisnahen Überblick über die Unterschiede zwischen dem B-1-Visum und der ESTA-Einreisegenehmigung. Anhand typischer Beispiele aus Service- und After-Sales-Einsätzen – auch im Zusammenspiel mit Subunternehmen – zeigt er, worauf Unternehmen besonders achten sollten. Außerdem erfahren die Teilnehmenden, wie sich Geschäftsreisen rechtssicher vorbereiten und welche aktuellen Entwicklungen und Praxiserfahrungen derzeit relevant sind. Termin: 27. Januar von 11 – 12.30 Uhr, online. Detaillierte Informationen zum Programm und Anmeldemöglichkeit finden sich im IHK-Veranstaltungskalender.
Stand: 05.01.2026