Fachkräfte
KI und Arbeitswelt: IAB-Job-Futuromat zeigt Automatisierbarkeit der Berufe
Der IAB-Job-Futuromat zeigt: Künstliche Intelligenz automatisiert zunehmend Tätigkeiten – auch in höherqualifizierten Bereichen. Gleichzeitig wandeln sich Berufe und eröffnen neue Anforderungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bietet ein interaktives Online-Tool, mit dem recherchiert werden kann, welche Tätigkeiten in einem Beruf theoretisch durch digitale Technologien, Künstliche Intelligenz oder Roboter automatisiert und somit substitutiert werden könnten.
Dazu gibt es gerade ein aktuelles IAB-Interwiev mit Dr. Britta Matthes und Dr. Katharina Gienberger.
Im Folgenden die Kernaussagen des Interviews zusammengefasst:
- Der IAB-Job-Futuromat zeigt, welche Tätigkeiten in Berufen technisch automatisierbar sind. Er liefert jedoch keine Vorhersagen über das Verschwinden von Berufen, sondern bildet lediglich den aktuellen Stand technologischer Möglichkeiten ab.
- Berufe verändern sich durch Digitalisierung und KI deutlich häufiger, als dass sie vollständig wegfallen. Tätigkeiten werden neu zugeschnitten, während gleichzeitig neue Aufgaben und Kompetenzanforderungen entstehen.
- Hohe Automatisierbarkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass Tätigkeiten tatsächlich ersetzt werden. Entscheidend sind unter anderem wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
- Besonders betroffen sind Tätigkeiten in Produktion sowie im Helfer- und Fachkraftbereich. Durch generative KI geraten inzwischen auch höherqualifizierte und wissensintensive Tätigkeiten stärker in den Fokus
- Weniger anfällig bleiben derzeit vor allem Berufe mit starkem sozialen oder zwischenmenschlichen Anteil, etwa in Pflege, Erziehung oder Medizin.
- Der Futuromat dient als Orientierungsinstrument, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und relevante Zukunftskompetenzen abzuleiten. Er unterstützt damit sowohl Beschäftigte als auch Unternehmen bei der Anpassung an den digitalen Wandel.
- Für die Berufswahl gilt: Entscheidend sind weiterhin persönliche Stärken und Interessen sowie die Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Technologischer Wandel eröffnet neben Risiken insbesondere neue Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten.
Der IAB-Job-Futuromat wurde Anfang des Jahres überarbeitet, um ihn u. a. auch für Schülerinnen und Schüler besser nutzbar zu machen. Er bietet nun beispielsweise zusätzliche Unterstützung bei der Anwendung durch einen Chatbot (Jo Bot).
Stand: 27.05.2026
