International

Carnet A.T.A.

Russland – Ukraine – Konflikt

Die Ausstellung von Carnets für die Russische Föderation und Belarus ist nicht mehr möglich, da auf Grund der EU-Finanzsanktionen bei Carnet-Ausfällen keine Bürgschaftszahlungen über die Bürgenkette mehr erfolgen können.

Vor dem Hintergrund der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland auf ukrainischem Territorium,
übernimmt Allianz Trade (Euler Hermes) nunmehr auch keine Rückhaftung mehr. Damit ist es auch für die Ukraine keine
Carnet-Ausstellung mehr möglich.

Weitergehende Informationen, u. a. zu den Handelsbeschränkungen und Sanktionen finden Sie auf unserer Sonderseite.

08.04.2022

Neue Bearbeitungszeiten für Carnet A.T.A.

Update:
Carnets A.T.A. werden ausschließlich nach telefonischer Termin-Vereinbarung ausgestellt.
Alternativ ist ansonsten nur die Abgabe bis 10:00 Uhr und Abholung am nächsten Werktag möglich.

Seit dem 4. Januar 2021 gibt es in der SIHK-Hauptgeschäftsstelle in Hagen sowie in den Geschäftsstellen Iserlohn und Lüdenscheid Änderungen bei den Bearbeitungszeiten von eingereichten Anträgen zur manuellen Ausstellung von Ursprungszeugnissen und sonstigen Beglaubigungen im Außenwirtschaftsverkehr.
  • Manuelle Anträge zur Ausstellung von Ursprungszeugnissen können nur noch bis 10:00 Uhr eingereicht werden. Das beglaubigte Ursprungszeugnis kann dann am darauffolgenden Arbeitstag abgeholt oder alternativ per frankiertem Rückumschlag zugestellt werden.
  • Per Post eingereichte physische Anträge werden wie bisher nach Eingang manuell bearbeitet und per frankiertem Rückumschlag (oder per Sammelrechnung) zurückgesandt.
  • Abweichungen von dieser Regelung sind in dringenden Fällen nur nach vorheriger Terminabstimmung möglich. Das gilt in Hagen auch für die Ausstellung von Carnet A.T.A.
Allgemein empfiehlt die SIHK die Nutzung des Elektronischen Ursprungszeugnisses (eUZ). Das eUZ ist ein benutzerfreundliches digitalisiertes Verfahren, das eine zeitnahe Bearbeitung gewährleistet und einen Ausdruck im eigenen Unternehmen ermöglicht.
Weitere Informationen finden Sie hier oder unter www.sihk.de/eUZ.


Bei einem Carnet A.T.A. handelt es sich um ein "Zollpassierscheinheft", mit welchem Waren  im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens vorübergehend in ein anderes Land eingeführt und wieder ausgeführt werden können.

Das Kürzel A.T.A. steht für vorübergehende Verwendung (französisch: admission temporaire; englisch: temporary admission).

Es handelt sich dabei um Erleichterungen für Berufsausrüstungen, Messe- und Ausstellungsgüter sowie Warenmuster, wobei in vielen Ländern unterschiedliche Regelungen gelten.
  Angabe der EORI-Nummer
Die Generalzolldirektion (GZD) hat am 10.10.2019 eine Verfügung zur Verwendung der EORI-Nummer im Carnet erlassen, die am 12.11.2019 bekanntgegeben wurde.
Danach müssen im Zollgebiet der EU ansässige Wirtschaftsbeteiligte, die Waren mit einem Carnet versenden, ihre EORI-Nummer angeben. Die EORI-Nummer ist im Feld A – Inhaber und Anschrift – in den jeweiligen (gelben) Einlegeblättern einzutragen. Auf dem Deckblatt und den Kontroll- bzw. Stammabschnitten ist diese nicht mit anzugeben.
Diese Regelung gilt ab sofort. – Da die Information hierüber erst nach Bekanntgabe der Verfügung an die Hauptzollämter und Zollämter erfolgt ist, gewährt die Zollverwaltung noch einen Übergangszeitraum zur Umsetzung. Zur Dauer der Übergangsfrist liegen derzeit jedoch keine Informationen vor.

Beendigung von Carnets A.T.A.

Wurde in der Vergangenheit an einer Grenzzollstelle ein in der EU ausgestelltes Carnet zur Beendigung der vorübergehenden Ausfuhr (Wiedereinfuhr) vorgelegt, war die Weiterleitung der Waren an eine andere Zollstelle im Zollgebiet der Union ohne Förmlichkeiten zulässig (Art. 290 Abs. 3 ZK-DVO). So wurden viele Carnets nicht an der Grenze abgefertigt, sondern an Binnenzollstellen, weil zum Beispiel die bei der Wiedereinfuhr erforderliche Rückwarenabfertigung an der Grenzzollstelle nicht beantragt wurde oder auch aus logistischen Gründen nicht möglich war.
Diese Regelung ist in den neuen Unionszollkodex nicht übernommen worden. Um eine einheitliche rechtskonforme Umsetzung der EU-rechtlichen Vorschriften sicherzustellen, hat nunmehr die Generalzolldirektion (GZD) die Zollstellen darüber informiert, dass eine Weiterbeförderung an eine weitere Zollstelle der EU nur noch im Rahmen eines Versandverfahrens zulässig ist. Die Beförderung kann entweder mit einem NCTS-Versandverfahren (extern) oder durch eine Verwendung der blauen Versandblätter des Carnets erfolgen (Art. 226 ABS.3 Buchst.c) UZK).
Siehe auch die Info auf der Webseite der deutschen Zollverwaltung.

Kosten

Ausstellungsgebühr
Die SIHK zu Hagen stellt Carnets A.T.A. für kammerzugehörige Unternehmen sowie für sonstige natürliche und juristische Personen mit Hauptwohnsitz beziehungsweise Ansässigkeit im Kammerbezirk aus. Für die Ausstellung eines Carnets A.T.A. wird eine Gebühr von 25,00 Euro erhoben (siehe Gebührentarif (PDF-Datei · 235 KB)).

ICC-Entgelt
Seit dem 1. Januar 2022 wird pro Carnet das ICC-Entgelt (ICC = International Chamber of Commerce) in Höhe von 8,00 Euro zuzüglich 19 % Ust. (= 1,52 Euro) erhoben. Bei dem ICC-Entgelt handelt es sich um einen durchlaufenden Posten. Der Einzug des Entgelts erfolgt im Namen und auf Rechnung des DIHK e.V. (Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V., Berlin).

Versicherungsentgelt
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), vertreten durch die Industrie- und Handelskammern, ist selbstschuldnerischer Bürge im Carnet ATA-Verfahren für Einfuhrabgaben im Verwendungsland. Zur Abdeckung des Zahlungsrisikos wurde mit der Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA ein Rückversicherungsvertrag abgeschlossen. Mit dem Antrag auf Ausstellung eines Carnets ATA wird daher gleichzeitig der Abschluss einer Kautionsversicherung beantragt. Das von uns vereinnahmte und an die Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA abzuführende Versicherungsentgelt ist für die Rückversicherung des Zollbürgen (Absicherung des Zollrisikos) bestimmt. Hiermit ist jedoch kein Abschluss einer Transportversicherung oder einer Versicherung bezüglich möglicherweise für Sie entstehender Einfuhrabgabeschulden in Drittländern verbunden. Das Versicherungsentgelt erheben wir zusätzlich zur Ausstellungsgebühr vor Aushändigung des Carnets. Die Höhe des Versicherungsentgeltes richtet sich nach dem Gesamtwert der im Carnet aufgeführten Waren.
Das Versicherungsentgelt beträgt:
bei einem Warenwert bis 9.999,99  EUR
  37,00 EUR
von 10.000,00 EUR  bis  24.999,99 EUR
  63,00 EUR
von 25.000,00 EUR  bis  49.999,99 EUR
110,00 EUR
von 50.000,00 EUR  bis  149.999,99 EUR
210,00 EUR
von 150.000,00 EUR  bis  299.999,99 EUR
380,00 EUR
von 300.000,00 EUR  bis  499.999,99 EUR
630,00 EUR
für jede weiteren angefangenen 500.000,00 EUR
420,00 EUR
Es bestehen folgende Möglichkeiten der Ermäßigung bzw. Rückerstattung von Versicherungsentgelten:
  • Nur auf Antrag: Rückerstattung bis auf 37,00 EUR, wenn das Carnet innerhalb von zwei Monaten ab Ausstellungsdatum an die Handelskammer zurückgegeben wurde und es nicht vom EU-Grenzzollamt behandelt worden ist.
  • Ermäßigung um 1/2 bei Carnets im Wert von mindestens 20.000,00 EUR von juristischen Personen des öffentlichen Rechts, wie Körperschaften, Anstalten, Stiftungen.
  • Ermäßigung um 1/4 bei Carnets im Wert von mindestens 300.000,00 EUR, wenn mindestens 50 Prozent liquide Deckung wie zum Beispiel Bankbürgschaft oder Kontoabtretung hinterlegt werden. Keine weitere Ermäßigung bei noch höherer Sicherheit. Keine Ermäßigung bei Sicherheitenquoten unterhalb 50 %. Keine Ermäßigung bei Rückhaftungserklärungen anderer natürlicher und juristischer Personen.
  • Nur auf Antrag: Rückerstattung von 1/4 bei Rückgabe eines ordnungsgemäß erledigten Carnets mit einem Warenwert von mindestens 300.000,00 EUR innerhalb von zwei Monaten ab Ausstellungsdatum. 

 

Unter "Mehr zu diesem Thema" finden Sie eine Reihe von Informationen zum Carnet A.T.A. sowie auch entsprechende Ausfüllhilfen (Eingabemasken) und ein ausführliches Merkblatt.