Ausbildungsunternehmen stellen sich vor

Ich fühle mich angekommen!

Die Ingenieurgesellschaft Spiekermann achtet schon bei den Bewerbungen darauf, dass die Kandidaten Einsatz zeigen. Dafür erwartet die Auszubildenden ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld und ausgeprägter Teamgeist.
Nach einem Arbeitsunfall im Jahr 2015 änderte sich viel im Leben von Bastian Busch. Der Zimmermann aus Erkelenz konnte nicht länger in seinem alten Beruf arbeiten und musste sich umorientieren.
„Da ich vom Bau kam, bin ich schnell auf die Idee gekommen, dass eine Ausbildung zum Bauzeichner das Richtige sein könnte. Bei der Recherche im Internet habe ich dann verschiedene Firmen verglichen und mich schließlich bei Spiekermann beworben“, erzählt der 25-Jährige.
Es kam zu einem ersten Gespräch, und schon da war der ehemalige Hauptschüler überzeugt, bei der richtigen Adresse zu sein. „Wir haben offen über meinen Unfall gesprochen, und ich habe mich sofort gut aufgehoben gefühlt“, erzählt er. Auch Spiekermann zeigte Interesse, musste aber noch eine Hürde aus dem Weg räumen. „Die Berufsgenossenschaft hat sich zunächst quergestellt, doch mein jetziger Chef hat das geklärt. Also konnte ich meine Ausbildung beginnen und bin dafür sehr dankbar“, sagt Bastian Busch, der heute im dritten Lehrjahr ist.

Er hatte allerdings auch den nötigen Einsatz gezeigt. Schon bei den Bewerbungsunterlagen, sagt Ausbildungsleiterin Karen Lerch, zeige sich, wer es tatsächlich ernst meine.
„Es kommt heute leider immer wieder vor, dass Bewerbungen unordentlich sind, zu viele Rechtschreibfehler enthalten oder wichtige Dokumente wie Zeugnisse oder Praktikumsnachweise fehlen“, sagt Lerch, die seit 25 Jahren für Spiekermann arbeitet und derzeit sechs Azubis betreut.
Erfüllt eine Bewerbung die formalen Voraussetzungen, ist also nicht „dahingeklatscht“, wie es ihr Kollege Marko Scholz nennt, sortieren die beiden Ausbildungsleiter „grob nach Noten aus“.
In den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sollten die Kandidaten solide Ergebnisse vorweisen.
„Ich bin der Meinung, eine Vier ist mit ein wenig Fleiß immer erreichbar, Vier Minus ist beginnende Faulheit. Was uns auch nicht gefällt, sind unentschuldigte Fehlstunden, da wir junge Mitarbeiter suchen, auf die wir uns verlassen können“, sagt Lerch.
Nach dem ersten Gespräch und einem schriftlichen Test mit 20 Aufgaben, die zum Beispiel räumliches Denken abfragen, entscheidet ein abschließendes zweites Gespräch. „Wir verstehen uns als eine Mannschaft“, betont Scholz. „Darum sollten die Kandidaten aufgeschlossen sein, uns im Gespräch in die Augen sehen und natürlich grundsätzlich Interesse am Bauzeichnen haben.“
Schulungen, Feste, Grill-Abende
Interesse an kaufmännischen Tätigkeiten kann ebenso helfen, denn auch in diesem Bereich bildet die Ingenieurgesellschaft aus, die 180 Mitarbeiter beschäftigt, in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert und neben der Zentrale in Düsseldorf acht Niederlassungen in Deutschland unterhält. Susan Strumbo steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Kauffrau für Büromanagement. Sie hat die Ausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzt und ist sicher, den richtigen Beruf gefunden zu haben.
„Ich fühle mich angekommen. Ich wollte immer etwas Kaufmännisches machen und könnte mir gut vorstellen, dauerhaft in der Buchhaltung zu arbeiten“, sagt die 20-Jährige aus Ratingen.
Nach ihrem Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung kam auch sie über die Netz-Recherche auf Spiekermann. „Ich fand die Homepage sehr gut und der Eindruck hat sich hier bestätigt. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und mag den guten Teamgeist. Es gibt Feste, im Sommer Grill-Abende am Rhein oder Aktionen wie ein gemeinsames Drachenboot-Rennen“, erzählt sie. Bastian Busch schätzt die regelmäßigen Abwechslungen im Arbeitsalltag.

„Wir haben immer wieder Schulungen und wir machen Baubegehungen. Es ist spannend zu sehen, wie ein Strich auf einem Blatt Papier in Wirklichkeit auf der Baustelle aussieht.“
Das Unternehmen unterstützt die Azubis, die neben der Ausbildung Kurse an den BZB (Bildungszentren für Baugewerbe) absolvieren, auch mit Soft- und Hardware beim Lernen für Prüfungen und bietet einen Rabatt für die Mitgliedschaft im Fitness-Studio. Der Einsatz soll sich langfristig lohnen.
„Wir bilden grundsätzlich für uns selbst aus, auch wenn wir eine Übernahme nicht garantieren können. Das hängt natürlich auch von der wirtschaftlichen Situation ab. Bislang sind wir mit den Beiden sehr zufrieden“, sagt Marko Scholz.
Bastian Busch und Susan Strumbo würden in jedem Fall gern bleiben.
Text: Gesa van der Meyden
Fotos:  Paul Esser