A45: Königin der Autobahnen

IHK-Statement zum Abriss der Autobahnbrücke

Statement der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund zur Vollsperrung und zum geplanten Abriss der Autobahnbrücke auf der A45 bei Lüdenscheid:
Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund:
Ich bin erschüttert über die Nachricht, weil mir bewusst ist, dass eine mehrjährige Vollsperrung Arbeitsplätze und Wertschöpfung kosten wird, auf die wir dringend angewiesen sind. Unsere Region ist zwar große Autobahnbaustellen gewohnt, aber in diesem Fall werden Unternehmen nicht einfach nur auf die Zähne beißen, sondern Investitionen verschieben, Standorte verlagern und Fachkräfte werden sich andere Jobs suchen.
Die A 45 hat 1972 als „Königin der Autobahnen“ positive Maßstäbe gesetzt. 59 Talbrücken mit Spannweiten bis über 1.000 Metern auf NRW-Seite sind eine Meisterleistung gewesen. Ich würde mir wünschen, dass erneut internationale Maßstäbe gesetzt werden mit einem intelligenten und schnellen Ersatzneubau. Die Verfahrensdauer bei Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Wirtschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Das zeigt, wie groß die Herausforderung ist.
Stefan Peltzer, IHK-Verkehrsexperte und Geschäftsführer des Verkehrsverbandes Westfalen e.V.:
Der Bedarf der Wirtschaft nach schneller und überregionaler Erreichbarkeit rechtfertigt große Infrastrukturinvestitionen in Autobahnen. Leider wird uns der Wert dieser Investitionen mit der Sperrung der A 45 nun schlagartig vor Augen geführt, indem eine ganze Region mit den konkreten Konsequenzen kämpfen muss. Südwestfalen wird förmlich vom Ruhrgebiet abgeschnitten. Für Unternehmen und Pendler steigen Kraftstoffverbrauch und Reisezeiten. CO2- und Schadstoffemissionen steigen und werden vor allem für die Anrainerkommunen zum Problem, die wie die Stadt Schwerte nur mit Mühe die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid einhalten konnten. Leider ist auch mit erhöhten Unfallzahlen zu rechnen. Deshalb darf das Augenmerk nicht nur auf den Neubau, sondern auch auf das intelligente Management der Verkehre über die Ausweichrouten gelegt werden.
Der Verkehrsverband Westfalen e.V. möchte die Schäden für die Wirtschaft klar beziffern, die jeden Tag, jede Woche und jeden Monat der Sperrung entstehen. Aus diesem Grund hat der Verkehrsverband Westfalen das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln mit einer Analyse beauftragt. Wir möchten damit deutlich machen, dass für die Wirtschaft jeder Monat zählt!
7.Januar 2021