PM 62 | 19.08.2026
IHK-Kampagne "Arbeit ermöglichen"
Mit der Kampagne „Arbeit ermöglichen“ macht die Industrie- und Handelskammer auf die Herausforderungen aufmerksam, mit denen Unternehmen im Kammerbezirk täglich konfrontiert sind.
Fachkräftemangel, wachsende Bürokratie, unflexible gesetzliche Rahmenbedingungen und zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck schränken die Handlungsspielräume der Betriebe immer stärker ein. Die Kampagne zeigt anhand konkreter Unternehmensbeispiele auf, welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Unternehmen investieren, wachsen und attraktive Arbeitsplätze schaffen können.
„Die Unternehmen in unserer Region wollen investieren, ausbilden und gute Arbeitsplätze sichern. Dafür brauchen sie jedoch Rahmenbedingungen, die wirtschaftliches Handeln ermöglichen und nicht zusätzlich erschweren“,
betont Martin Witschaß, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Chemnitz.
Bürokratieabbau schafft Raum für Wachstum und höhere Löhne
Besonders kleine und mittelständische Unternehmen leiden unter der zunehmenden Belastung durch Verwaltungsaufwand, Dokumentationspflichten und langwierige Genehmigungsprozesse. Ressourcen, die für Innovationen, Investitionen oder die Gewinnung von Fachkräften benötigt werden, werden dadurch gebunden.
Karsten Kroll, Geschäftsführer der bp bauplanung plauen gmbh und Vizepräsident der IHK Chemnitz, beschreibt die Situation wie folgt:
„Als Planungsbüro für Ingenieur- und Architektenleistungen begleiten wir täglich Unternehmen, Kommunen und Investoren bei Bau- und Entwicklungsprojekten. Dabei erleben wir, dass viele mittelständische Betriebe unter einem wachsenden Verwaltungsaufwand leiden. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Die finanziellen Spielräume für höhere Löhne, Investitionen und Wachstum werden dadurch zunehmend kleiner.“
Aus Sicht der IHK ist der Abbau bürokratischer Hürden eine zentrale Voraussetzung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zu stärken und notwendige Investitionen zu ermöglichen.
Mehr Flexibilität für moderne Arbeitswelten
Ein weiteres Anliegen der Kampagne ist die Modernisierung arbeitsrechtlicher Rahmenbedingungen. Gerade in projektorientierten Branchen wie der Softwareentwicklung werden flexiblere Arbeitszeitmodelle benötigt, um Kundenanforderungen und Mitarbeiterbedürfnisse besser miteinander zu vereinbaren.
Matthias Freitag, Geschäftsführer der Visual World GmbH erklärt:
„Wir entwickeln individuelle Softwarelösungen und arbeiten dabei eng mit unseren Kunden zusammen. Dafür brauchen wir flexible Arbeitsmodelle, die sich an Projekten orientieren – nicht starre Vorgaben. Die aktuelle Gesetzeslage lässt uns hier oft zu wenig Spielraum.“
Die IHK spricht sich dafür aus, gesetzliche Vorgaben stärker an die Realität moderner Arbeitswelten anzupassen. Flexible und praxisnahe Lösungen könnten sowohl Unternehmen als auch Beschäftigten zugutekommen.
Wettbewerbsfähigkeit sichern, Reallöhne ermöglichen
Zugleich stehen viele Industrieunternehmen im internationalen Wettbewerb unter erheblichem Kostendruck. Steigende Energie-, Personal- und Bürokratiekosten belasten die Unternehmen und erschweren Investitionen in die Zukunft.
Sahi Khader, Geschäftsführer der Schröder und Heidler GmbH, beschreibt die Perspektive eines Industrieunternehmens:
„Wir stehen täglich im Wettbewerb mit Unternehmen aus aller Welt. Wenn die Kosten am Standort Deutschland schneller steigen als die Produktivität, geraten Investitionen und Arbeitsplätze unter Druck. Dauerhaft steigende Reallöhne können nur dort erwirtschaftet werden, wo Unternehmen wettbewerbsfähig sind und erfolgreich am Markt bestehen. Deshalb brauchen wir verlässliche und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, die Wachstum und Wertschöpfung ermöglichen.“
Die IHK betont, dass wirtschaftliches Wachstum und steigende Reallöhne langfristig nur möglich sind, wenn Unternehmen im internationalen Wettbewerb erfolgreich bestehen können. Wettbewerbsfähige Standortbedingungen seien deshalb die Grundlage für Wohlstand, Beschäftigung und eine positive Lohnentwicklung.
Arbeit ermöglichen heißt Zukunft gestalten
Mit der Kampagne „Arbeit ermöglichen“ will die IHK die Perspektive der Unternehmen sichtbar machen und Lösungsansätze für eine stärkere Wirtschaft aufzeigen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Forderungen nach Bürokratieabbau, mehr Flexibilität, einer stärkeren Fachkräftesicherung und wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen.
Denn eines ist aus Sicht der Wirtschaft klar: Arbeit entsteht dort, wo Unternehmen die Möglichkeit haben, erfolgreich zu wirtschaften, zu investieren und zu wachsen.
Arbeit ermöglichen heißt deshalb: Rahmenbedingungen schaffen, die Beschäftigung, Innovation und Wohlstand auch künftig ermöglichen